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Leichtathletin Thea Heim:

TUM-Studentin ist Deutsche Meisterin und Kaderathletin über 1.500 Meter

Thea Heim in Siegerpose (Foto: Ralf Görlitz)
Siegerin über 1.500 Meter bei den Deutschen Meisterschaften U23 im Juni 2013: TUM-Studentin Thea Heim. (Foto: Ralf Görlitz)

Kombination Leistungssport und Wissenschaft: Thea Heim studiert an der TUM Wirtschaftsinformatik im 6. Semester und ist Deutsche Meisterin und  DLV-Kaderathletin über 1500 Metern bei den U 23-Juniorinnen. TUM-Studentin Verena Pongratz hat sich mit ihr in Garching getroffen, um ihr ein paar Fragen zu stellen. Vor allem: Wie bekommt sie das alles zeitlich unter einen Hut?

Du hast im gleichen Jahr wie ich Abitur gemacht. Wie kommt es, dass du genauso alt bist wie ich und schon im 6. Semester?

Ich habe das twoinone Programm der TUM gemacht. Es wurde extra für die Abiturienten aus dem doppelten Abiturjahrgang entwickelt. Das heißt, ich habe bereits eine Woche nach meinem Abitur mit dem Studium angefangen. Twoinone bot mir die Möglichkeit sofort mit dem Studium zu beginnen, ohne großes Risiko. Und so konnte ich am Besten sehen, ob mein Wunschstudiengang Wirtschaftsinformatik wirklich das Richtige für mich ist.

Ich bin selbst Studentin und habe längere Zeit Leichtathletik gemacht. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie man den Hochleistungssport mit so einem anspruchsvollen Studium verbinden kann. Wie schaffst du das?

Man muss lernen sich gut zu organisieren. Aber man wächst auch mit den Aufgaben, d.h. man hat sieben Tage die Woche einen vollen Terminplan. Gerade zu Beginn des Studiums habe ich schon stärker den Schwerpunkt auf das Studium gelegt. Da habe ich insgesamt weniger trainiert und mehr Credits eingefahren. Dafür habe ich jetzt mehr Freiräume für den Hochleistungssport. Aber nur Sport ohne geistige Beanspruchung geht bei mir nicht. Ich brauche das eine wie das andere als Ausgleich.

Wie lange machst Du schon Leichtathletik und seit wann bist du so erfolgreich?

Mit 12 habe ich mal ein bisschen Leichtathletik, Langlaufen und Fußball gemacht. Nach einem Jahr habe ich mich aber nur auf das Langlaufen fokussiert. Das habe ich dann bis 15 gemacht. Weil der Aufwand für Training und Ausrüstung aber irgendwann zu groß wurde, sodass letztlich auch die Schule darunter gelitten hat, habe ich damit aufgehört. Danach habe ich erstmal ein Jahr fast gar keinen Sport gemacht, außer ein bisschen Fußball in der Hobbyliga. Mit 16 hat mich mein Trainer dann zum Laufen  überredet. Nun bin ich seit fast fünf Jahren im Leistungssport aktiv. Meine Hauptdisziplin ist der Mittel-und Langstreckenlauf.

Die Frage liegt nahe: Wieso studierst Du nicht Sportwissenschaften, sondern etwas komplett anderes?

Es kam für mich nie in Frage Sport zu studieren oder auch Sportleistungskurs zu wählen. Ich bin zwar sportlich, aber ich möchte nicht, dass sich mein ganzes Leben nur um Sport dreht. Zudem liegt ist es in meinem Naturell, dass ich gerne speziell in den Dingen, die ich mag, sehr gut sein möchte. Da kommt die Perfektionistin etwas durch. Ich habe immer auch die geistige Herausforderung geliebt, und hier vor allem die Naturwissenschaften und die Mathematik. Beruflich sehe ich hier langfristig meine Zukunft. Hochleistungssport erfordert ähnliche Fähigkeiten wie das Wirtschaftsinformatik-Studium und unterscheidet sich stark vom mehr in die sportliche Breite gehenden Sportstudium.

Momentan schreibst Du am Medienzentrum der TUM Deine Bachelorarbeit. Worum geht es dabei?

Im Medienzentrum der TUM habe ich eine Hiwi-Stelle. Mein Thema ist eine Usability Analyse des Lernmoduleditors Creyoco. Ich mache Tests mit Dozenten und soll die Stärken und Schwächen des Editors analysieren. Dieses Semester schreibe ich neben meiner Bachelorarbeit nur zwei Klausuren in meinen Wahlfächern, was ich dem twoinone Programm zu verdanken habe.

Würdest du sagen, dass Du eine enge Verbindung zur TUM hast und die Universität Verständnis für deinen Sport hat?

Sowohl im Medienzentrum als auch bei meinen Professoren und Betreuern habe ich große Unterstützung für meine sportlichen Ambitionen erfahren. Twoinone hat mir gewisse Freiräume in der Organisation meines Studiums ermöglicht. Insofern hat mir die TUM viele Möglichkeiten eröffnet, Studium und Hochleistungssport unter einen Hut zu bringen und dafür bin ich der TUM sehr dankbar.

Du bewegst Dich in zwei spannenden, vollkommen unterschiedlichen Welten. Wo siehst Du Dich in der Zukunft?


Mein Ziel ist ganz klar, innerhalb der nächsten drei Jahre an internationalen Meisterschaften teilzunehmen. Hierfür muss ich viel Zeit in den Sport investieren. Ich möchte aber auch meinen Master an der TUM machen, weil ich meine langfristige berufliche Zukunft nicht im Sport sehe, sondern im Informatikbereich. Aber, wie schon erwähnt, Hochleistungssport und ein erfolgreiches Informatikstudium erfordern ähnliche „skills“: Disziplin, Leidenschaft, Durchsetzungsvermögen und Zielorientierung. Daher glaube ich, dass sich beide Welten gut ergänzen und ich mir beide Träume erfüllen kann.

Thea Heim (20) kommt aus Sachsenkam bei Bad Tölz und lebt in München. Ihr aktueller Verein ist die LG Telis Finanz Regensburg.

(Interview: Verena Pongratz)

Thea Heim mit Probandin vor Rechner
Die andere Seite: Am Medienzentrum der TUM schreibt Thea Heim ihre Bachelorarbeit und befragt Lehrende zu ihren Erfahrungen mit dem Lernmoduleditors Creyoco. (Foto: Uli Benz)