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Mariana Avezum leitet Hyperloop-Team:

Dinge, die den Unterschied machen

40 Stunden pro Woche: Mariana Avezum aus Brasilien leitet das Hyperloop-Team der TU München. (Foto: Uli Benz)
40 Stunden pro Woche: Mariana Avezum aus Brasilien leitet das Hyperloop-Team der TU München. (Foto: Uli Benz)

Dass eine angehende Informatikerin ein Maschinenbau-Projekt leitet, ist ungewöhnlich – aber nicht unmöglich. Das beweist Mariana Avezum mit dem studentischen Hyperloop-Projekt, das sie initiiert hat und leitet.

Bei Hyperloop – eine Idee vom Chef des Raumfahrtunternehmens SpaceX Elon Musk – sollen Güter und Passagiere mit Schallgeschwindigkeit (1.200 km pro Stunde) in einer Art Kapsel auf einem Luftkissen zu ihrem Ziel gelangen. „Als ich zum ersten Mal von Musks Idee hörte, war ich begeistert“, berichtet Mariana Avezum, die in São Paulo (Brasilien) geboren und aufgewachsen ist. Die Masterstudentin wollte unbedingt beim Hyperloop-Design-Wettbewerb mitmachen, den SpaceX ausgelobt hatte, und hatte auf Anhieb beim Lehrstuhl für Luft- und Raumfahrttechnik sieben Mitstreiter gefunden.

Inzwischen ist das Team auf 36 Studierende angewachsen. Denn es ist beim Design-Wettbewerb Anfang des Jahres weitergekommen und wird am Finale teilnehmen. Und das bedeutet: „Zeigt, was Ihr drauf habt und baut einen Prototypen.“

Blauschimmernde Carbon-Hülle

Nach mehreren Design-Überarbeitungen, unzähligen Arbeitsstunden sowie Unterstützung durch die WARR (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt) und dank Material- und Geldspenden von Sponsoren war es Anfang Juli soweit: Das Team präsentierte der Öffentlichkeit den „Hyperloop made by TUM“ in Gestalt eines zigarrenförmigen, einsitzigen Gefährts mit einer blauschimmernden Hülle aus Carbon.

Dabei hatte Mariana Avezum zunächst mit dem Studienfach BWL begonnen. Aber nach zwei Semestern wusste sie, „es war einfach nicht meins“ und wechselte zur Informatik. Eine Entscheidung, die sie „keine Sekunde bereut“ hat. Bei Hyperloop ist die 26-jährige für das Projektmanagement verantwortlich. Sie ist froh, dass sie ein Maschinenbau-Projekt realisieren kann: Sie habe von der technischen Seite sehr viel gelernt. Außerdem merkten alle Beteiligten, wozu die viele Theorie gut ist.

Finale im Herbst

Abgesehen von der Zeit, die die Informatikstudentin fürs Studium aufwendet, investiert sie rund 40 Stunden pro Woche in das Hyperloop-Projekt. Denn sie will „Dinge vorantreiben, die den Unterschied machen“. Dafür hat sie sogar ihren Werkstudentenjob aufgeben. Die Erfahrungen, die sie bei diesem „Hardware“-Projekt gewinnt, sind für sie wertvoll, denn später plant sie, eine eigene Hightech-Firma zu gründen.

Aber zunächst steht die Testphase der einzelnen Hyperloop-Subsysteme an, um fürs Finale - ursprünglich für August geplant - perfekt vorbereitet zu sein. Nun soll, laut SpaceX, die Endausscheidung erst im Herbst ausgetragen werden. Einerseits findet Mariana das ganz gut, so hat das Team mehr Zeit für die Tests. Andererseits kollidiert die Terminänderung mit den Plänen für ihre Masterarbeit, die sie im September beginnen wollte. Aber auch dafür wird sie eine Lösung finden, und wenn sie auf den diesjährigen Besuch der Familie in Brasilien verzichten muss.

(Evdoxia Tsakiridou)

Reine Teamleistung: Gemeinsam haben sie den Prototypen gebaut, der am Finale teilnehmen wird. (Foto: Uli Benz)
Reine Teamleistung: Gemeinsam haben sie den Prototypen gebaut, der am Finale teilnehmen wird. (Foto: Uli Benz)
Der Prototyp: Mit Schallgeschwindigkeit sollen Güter und Passagiere in dieser Kapsel zum Ziel gelangen. (Foto: Uli Benz)
Der Prototyp: Mit Schallgeschwindigkeit sollen Güter und Passagiere in dieser Kapsel zum Ziel gelangen. (Foto: Uli Benz)