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Klima-Aktivistin Panajota Angjeli:

Die Umwelt ist ein großes System

Panajota Angjeli mit Würmern
Raus aus der Komfortzone: TUM-Studentin Panajota Angjeli hat bei der Climate-KIC Journey 2019 Würmer und Insektensaft probiert. (Bild: Panajota Angjeli)
Jeder sollte erst denken und dann handeln. Das ist Panajota Angjelis Rat an alle, die sich umwelttechnisch engagieren wollen. Die 27-jährige TUM-Studentin hat im Sommer an der Climate-KIC Journey teilgenommen.

Panajota, was ist das Ziel der Climate-KIC Journey?

Panajota Angjelis: Climate-KIC will den Teilnehmern den System Change vermitteln. Dieser innovative Ansatz betrachtet die Umwelt als großes System. Darunter sind viele kleine Systeme eng miteinander verbunden. Wir Teilnehmer sollten ein Projekt entwickeln, bei dem ein System geändert wird, damit alle für einen gemeinsamen Klimawandel zusammenarbeiten.

Wer kann am Climate-KIC teilnehmen?

Jeder klimainteressierte Student oder Mitarbeiter einer Universität.

Wann findet er statt?

Immer im Sommer. Dieses Jahr gab es vier Gruppen im Juli und fünf im August. In jeder Gruppe sind 40 zufällig zusammengewürfelte Studenten, die innerhalb von drei Wochen in drei verschiedene Städte reisen.

Wohin ging die Reise für Dich?

Ich war zuerst in Kopenhagen, dann in Zürich und zum Schluss in Hamburg.

Nach welchen Kriterien werden die Städte ausgewählt?

Ob es an der Uni einen Betreuer gibt und nach den Klimaschutz-Aktivitäten vor Ort. Die Inhalte im ersten Ort sind deshalb unterschiedlich. In Kopenhagen ging es viel um Insekten - das Essen der Zukunft. An der Uni in Kopenhagen gibt es sogar ein Start-Up, das Insektensaft verkauft, und in unserem Hostel gab es Insekten zum Frühstück.

Hast du sie probiert?

(lacht) Ja, ich habe Grillen probiert, einfach so gebacken und als Saft.

Wie war der Ablauf vor Ort?

Im ersten Ort ging es darum, Inspiration zu bekommen und viel zu lernen. Wir hatten unser Quartier an der Uni in Kopenhagen. Dort haben wir drei Präsentationen pro Tag gesehen.

Was waren Deine Highlights in Kopenhagen?

Da gab es viele. Besonders beeindruckt hat mich eine Ausstellung an der Uni für Architektur und Design von zwei Studenten. Sie haben Klamotten aus 100 % Biomaterial produziert. Aber auch die Kalundborg Symbiose in Dänemark war ein Highlight. Dort sind alle Industrien miteinander verbunden und jeder Output wird zum Input. Somit wird kein Müll mehr produziert.

Was waren Eure Projekte?

Am letzten Tag in Kopenhagen haben wir Teams gebildet und jeder hat sich ein anderes Ökosystem ausgesucht. Wir wollten das entstandene CO2 von der Wein- und Bierproduktion speichern und weiterverkaufen. Insgesamt gab es dann zehn Projekte in verschiedenen Bereichen.

Und als Eure Projektidee feststand, ging es weiter nach Zürich?

Genau, dort haben wir viele Workshops zu den Themen Design Thinking, Innovation und Business Plan besucht. Am letzten Wochenende haben wir dann im Bootcamp zwei Tage intensiv an unseren Projekten gearbeitet.

Der letzte Stopp war dann für alle Gruppen Hamburg?

Ja, dort waren wir zwei Tage an der Universität. In jedem Raum gab es Workshops oder Präsentationen von den Teilnehmern. Während des Summits hatten wir vor Experten eine private Feedback Session für unseren Report. Danach hatten wir zwei Tage Zeit, um das Feedback anzupassen. Teil des Reports war auch eine Selbstreflexion mit unseren persönlichen Gedanken.

Was hast Du für Dich persönlich mitgenommen?

Die ganze Inspiration, die positiven Gedanken und die Tatsache, dass es Lösungen gibt. Ich will jetzt wirklich etwas ändern.

Also würdest du den Klimate KIC weiterempfehlen?

Unbedingt. Nicht nur wegen der Note, sondern weil man viel mehr lernt als in einem Semester und auch eine persönliche Entwicklung erlebt.

Seit wann engagierst Du Dich für den Klimaschutz?

Intensiv seit zwei Jahren. Bei einer Reise nach Finnland habe ich den ganzen Einfluss des Klimawandels vor Ort gesehen. Ich fand es beeindruckend, wie die Menschen damit umgehen und nachhaltig leben.

Was ist Dein Klimaschutz-Tipp?

Erst denken, dann machen. Und zwar bei allem, egal ob als Konsument, als Reisender oder als Mensch in der Gesellschaft.

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Jetzt erstmal meine Masterarbeit zum Thema Nachhaltig schreiben. Es soll darum gehen, dass Produkte den kleinsten CO2-Fußabdruck haben. Auch nach dem Studium will ich im Bereich Nachhaltigkeit arbeiten und ein eigenes Unternehmen gründen.

(Interview: Verena Pongratz)

Panajota Angjeli ist 27 Jahre alt und in Athen geboren. Sie studiert TUM BWL Management and Technology im 4. Master-Semester. Das Climate-KIC ist eine der vom European Institute of Innovation and Technology (EIT) gegründeten Knowledge and Innovation Communities (KIC). Es fand heuer zum fünften Mal in Folge statt und ist mittlerweile an fast allen Unis mit 6 ECTS anerkannt. Panajota hat sich unter 1.500 Bewerbern durchgesetzt und gemeinsam mit vier anderen Studenten an einem Projekt zum Thema Nachhaltigkeit gearbeitet. Mehr Infos: Climate-KIC Journey

 

Klima-Brainstorming auf Board
Brainstorming zu Climate Change: Gedanken der Climate-KIC-Teilnehmer in Kopenhagen. (Bild: Panajota Angjeli)
Workshop beim Climate-KIC 2019
Design Thinking Workshop in Zürich: Die Teilnehmer des Climate-Kic 2019 in Aktion. (Bild: Panajota Angjeli)
Gruppenbild Climate-KIC Journey 2019
Mit dem Schiff von Dänemark nach Deutschland: Unterwegs auf der Climate-KIC Journey 2019. (Bild: Panajota Angjeli)
Panajota Angjeli in Kopenhagen
Sightseeing in Dänemark: Climate-KIC Journey-Teilnehmerin Panajota Angjelis im Hafen von Kopenhagen. (Bild: Panajota Angjeli)