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Studienbeiträge:

„Die Chancen im Volksbegehren stehen gut“

Portrait Franziska Traube
Optimistisch, dass die Studienbeiträge fallen: Franziska Traube (Foto: Astrid Eckert)

Franziska Traube ist die neue Vertreterin aller Studierenden im Senat und Hochschulrat der TUM. Nach langer Zeit sitzt wieder eine Frau für die Studis in den beiden wichtigsten Gremien der Universität. Ihr Schwerpunkt sind die Studienbeiträge und das Volksbegehren 2013. Dass das Semesterticket kommt, könnte dabei helfen, sagt sie. Die TUMstudinews haben mit ihr gesprochen.

TUMstudinews: Gerade hat sich entschieden, dass im Wintersemester 2013/14 das Semesterticket eingeführt wird. Bei der Befragung haben insgesamt 86,3% mit JA gestimmt. An der TUM sogar 90,7 %, ein eindeutiges Ergebnis.

Franziska Traube: Ja, das ist ein riesiger Erfolg, der uns sehr motiviert. Vor drei Jahren gab es ja schon eine Abstimmung in München, die damals schief gelaufen ist. Wir haben nicht aufgegeben und viel Arbeit reingesteckt. Das wird jetzt belohnt. Und es ist endlich auch einmal ein sichtbarer Erfolg. Das hilft für unsere Arbeit insgesamt. Wir haben festgestellt, dass die meisten gar nicht wissen, was wir engagierten Studenten genau tun. Jetzt kann man wirklich sehen: Es geht uns darum, etwas zu erreichen, wovon alle Studis profitieren.

TUMstudinews: Die Abstimmung um das Semesterticket hat viele Studis mobilisiert. Sehr viele haben mitgeholfen, die sonst nicht aktiv sind.

Franziska Traube: Super wäre es, wenn wir hierdurch Studis motivieren, sich auch weiter in der Hochschulpolitik zu engagieren. Es macht Spaß und es kommt wirklich was dabei heraus. Wir hoffen jetzt, neue motivierte Studierende zu finden auch für andere wichtige Bereiche wie Bologna-Prozess, Studienbeiträge, verfasste Studierendenschaft.

TUMstudinews: Das nächste Großprojekt ist das Volksbegehren gegen die Studienbeiträge Anfang 2013. Wie sehen Sie die Chancen?

Franziska Traube: Die Chancen stehen gut. Der Erfolg des Semestertickets hilft sicher, größere Mengen zu mobilisieren. Allerdings reichen die Studenten alleine nicht aus, die fast 1 Mio. Stimmen zu erreichen. Inhaltlich ist es natürlich strittiger.
Aber ich bin optimistisch. Das Argument, dass nur das, was etwas kostet, auch wertgeschätzt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Gutes Studium kostet Geld, ja, aber es ist die Gesellschaft, die das finanzieren können muss.

TUMstudinews: Masterstudium, Hochschulpolitik an der TUM und auf Bayernebene - Ihr Pensum ist enorm. Was motiviert Sie, das alles zu stemmen?

Franziska Traube: Ich war immer schon ein politischer Mensch. Das kommt aus meiner Familie. Für mich ist es eher unverständlich, wenn jemand NICHT politisch interessiert ist. Und ich habe den Willen, etwas zu verändern. In meinem Fachbereich, der Biochemie, sagen einige, mich interessiert nur, was im Labor passiert, nicht das Draußen. Aber „da draußen“ werden doch die Rahmenbedingungen für das Drinnen festgelegt.

TUMstudinews: Wie bekommen Sie alles zeitlich geregelt?

Franziska Traube: Studium UND Hochschulpolitik bedeutet viel Arbeit und Zeit.
Man muss schon sehr gut organisiert sein. Es gibt Hochphasen, wo für das Studium weniger Raum bleibt. Das muss man genau kalkulieren. Hochschulpolitik ist ein hartes, trockenes Brot. Wenn man aber ein bisschen drin ist, ist sie sehr spannend. Man lernt viel darüber, wie Politik grundsätzlich funktioniert, auch auf bayerischer Ebene.

TUMstudinews: Wo soll es für Sie persönlich hingehen?

Franziska Traube: Ich bin jetzt im ersten Mastersemester Biochemie. Noch zwei bis drei Semester, dann kommt die Promotion. Am liebsten würde ich im Hochschulbereich bleiben. Ehrlich gesagt: Toll wäre es, eines Tages eine Professur zu haben. Aber es gibt sicher auch spannende Aufgaben im nicht-wissenschaftlichen Bereich. Da lege ich mich noch gar nicht so fest.

TUMstudinews: Was raten Sie den Studierenden, die am Anfang stehen?

Franziska Traube: Man soll sich bloß nicht verrückt machen lassen von Vorgaben und Erwartungen. Sondern das finden, was einen selbst am meisten interessiert. Im Bachelor lernt man ja Verschiedenes kennen. Man muss auch einiges absolvieren, das eher zum Pflichtprogramm gehört. Aber es birgt auch die Chance, das zu finden, was einen begeistert. Ja und dann...muss man einfach nur dran bleiben.



Franziska Traube (23) vertritt die Interessen der 32.000 Studierenden der TUM in den beiden wichtigsten Gremien, dem Senat und dem Hochschulrat. Sie ist außerdem Sprecherin der Landes-ASten-Konferenz Bayern, dem Zusammenschluss aller bayerischen Studierendenvertretungen. Ihr Kernbereich sind die Studienbeiträge, aktuell vor allem das Volksbegehren Anfang 2013.