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Projekt „Hand in Hand“:

In Deutschland bin ich richtig zu Hause

Engagiert sich für Studis, die neu nach Deutschland kommen: TUM-Studentin Nawal Hafez aus Ägypten. (Foto: Maren Willkomm)
Engagiert sich für Studis, die neu nach Deutschland kommen: TUM-Studentin Nawal Hafez aus Ägypten. (Foto: Maren Willkomm)

Nawal Hafez kommt aus Ägypten und studiert seit zwei Jahren an der TUM Elektrotechnik. Seit einem Jahr erhält sie das TUM Deutschlandstipendium und engagiert sich ehrenamtlich für Benachteiligte. Im Interview mit TUMstudinews-Reporterin Sabrina Czechofsky erzählt Hafez von ihrer Zeit in Deutschland - dem Land, das zu ihrer zweiten Heimat geworden ist.

TUMstudinews: Wie bist Du von Ägypten an die TUM gekommen?

Nawal Hafez: Ich komme aus Alexandria und habe dort die Deutsche Schule besucht und mein Abitur gemacht. Danach wollte ich sehr gerne in Deutschland studieren, hatte aber überhaupt keine Idee, wo genau. Eine Schulfreundin war damals schon an der TUM und hat mir die Uni empfohlen. Weil die TUM sowieso einen guten Ruf hat und weil ich wusste, dass ich dann nicht ganz alleine sein werde, habe ich mich für München entschieden.

Und bist nun schon seit zwei Jahren hier. Wie gefällt es Dir in München? 


Ich fühle mich in München sehr wohl. Am Anfang war es natürlich eine große Umstellung: In Ägypten redet dich ständig jemand auf der Straße an, hier hingegen wird die private Sphäre viel mehr respektiert. Aber München ist wie Alexandria eine große Kleinstadt. Nicht zu leise und nicht zu laut – das gefällt mir. Und in Deutschland bin ich mittlerweile richtig zu Hause. Ich feuere die Nationalmannschaft an und bin großer Fan von Angelique Kerber.

Du erhältst das Deutschlandstipendium und engagierst Dich für das Programm „Talente spenden“. Was genau machst Du da?

Bei „Talente spenden“ engagieren sich Deutschlandstipendiaten ehrenamtlich und geben so ein bisschen was von dem zurück, was sie in Form finanzieller und ideeller Förderung durch das Stipendium erhalten. Ich bin bei „Hand in Hand“ dabei. Das ist ein Projekt, bei dem wir uns mit Mitstipendiaten treffen, die bis vor kurzem noch Gasthörer bei Buddies for refugees waren und jetzt an der TUM studieren können. Es läuft nach dem Prinzip „Jeder hilft jedem“ und ist eine Mischung aus Hilfeleistung beim Studium und privatem Austausch. Viele können schon gut Deutsch und es ist vor allem wichtig, dass sie ihr Studium schaffen. Für andere steht vor allem Deutschlernen im Vordergrund.

Deine Eltern und Dein Bruder leben in Ägypten. Vermisst Du Deine Familie?

Es geht. Meine Mama besucht mich einmal im Jahr und ich bin in den Semesterferien oft in Ägypten. In München habe ich aber auch einen guten Anschluss gefunden. In meinem Wohnheim leben viele nette Menschen und beim ESV Freimann, wo ich Tennis und Fußball spiele, habe ich auch viele Freunde gefunden. Zudem habe ich auch das Netzwerk des Deutschlandstipendiums.

Hast Du schon konkrete Pläne für die Zeit nach Deinem Studium?


Ich möchte entweder in Deutschland bleiben oder zurück gehen nach Ägypten. In einem anderen Land zu wohnen, kann ich mir nicht vorstellen, zwei Heimatländer sind genug. Aber nach meinem Bachelor möchte ich erst einmal einen Master machen, am liebsten den Elitestudiengang Neuroengineering oder Elektrotechnik.
 
Nawal Hafez, 21, lebt seit zwei Jahren in München und studiert im 5. Semester Elektrotechnik an der TUM. Seit einem Jahr erhält sie das Deutschlandstipendium der TUM und wird von MAN gefördert, wo sie derzeit ein mehrmonatiges Praktikum absolviert.