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Rosi und Seppi gehen ins Wasser:

TUM-Studis bauen Betonkanu

Andrea Henninger
Sitzt mit im Boot: Andrea Henninger und ihre Kommilitoninnen der TUM haben zwei Betonkanus gebaut. (Foto: Andrea Henninger)

Kanus aus Beton? Wie soll das funktionieren? 11 angehende Bauingenieur/innen der TUM haben zwei gebaut. Am 22. Juni 2013 werden sie ins Wasser gelassen. Bei der Betonbau-Regatta auf dem Dutzendteich in Nürnberg. Wie schwimmt ein Boot aus Beton? Verena Meinecke hat bei Andrea Henninger nachgefragt, die zum Team gehört.

Ein Boot aus Beton – kann das überhaupt schwimmen?

Andrea Henninger: Aber natürlich, jeder Stoff kann schwimmen. Es kommt auf die Form an. Die größten Schiffe sind aus Stahl gebaut. Und gehen nicht unter. Entscheidend ist die Form und wie sie im Wasser liegt. Auftrieb kriegt ein Schiff durch die Wasserverdrängung. Die mittlere Dichte eines Schiffes ist geringer als die Dichte von Wasser. So schwimmt es an der Oberfläche.

Wie sind die beiden Boote entstanden?

Andrea Henninger: In kleinen Gruppen haben wir zuerst Vorentwürfe gemacht. Am Computer entstand dann ein maßstabsgetreues CAD-Modell. Das haben wir als Vorlage für die Form der Schalung hergenommen. Wir haben entschieden, die Außenschalung aus Holz zusammenzusetzen.

Die Schalung besteht also aus Holz und die Kanus aus Beton.


Andrea Henninger: Weil sich Holz gut und einfach verarbeiten lässt, ist es ideal als Schalmaterial für gekrümmte Flächen geeignet. Damit die Oberfläche glatt wird, haben wir die Schalung anschließend mit einem Kunstharz beschichtet.

Was für einen Beton haben Sie verwendet? Einen herkömmlichen, wie er auf Baustellen benutzt wird?

Andrea Henninger: Wir haben experimentiert und mehrere Versuche gemacht, bis wir die richtige Rezeptur hatten. Wir brauchten ja einen besonders festen Beton. Die Seitenwände sind nur 4 bis 8 mm dünn. Leicht mussten die Boote auch werden. Sie wiegen jetzt nur 70 kg.

Wie erhalten die Boote die nötige Stabilität?

Andrea Henninger: Als Bewehrung haben wir zwei Lagen Glasfasermatten in Gitterform eingesetzt. Damit die Boote feste Form halten, haben wir Spanten in Form von zwei Strängen aus PE-Schaum einbetoniert.

Wer sitzt beim Wettkampf in den Booten?

Andrea Henninger: Wir haben ein paar erfahrene Kanuten im Team. Seit Ende letzten Jahres haben wir und mit der Planung und dem Bau der Kanus beschäftigt. Im Centrum Baustoffe und Materialprüfung (CBM) in Pasing hatten wir eine eigene Werkstatt. Wir sind schon sehr gespannt, wie „Rosi“ und „Seppi“ sich schlagen. So haben wir die Boote getauft.


Andrea Henninger (23) studiert im 4. Semester Bauingenieurwesen. Die Betonkanu-Regatta wird alle zwei Jahre von der Deutschen Zement- und Betonindustrie organisiert. Über 100 Teams in rund 70 Kanus gehen am 22. Juni 2013 in Nürnberg ins Wasser. Sie kommen aus berufsbildenden Schulen, Fachhochschulen, Hochschulen und anderen Einrichtungen, an denen Betontechnik gelehrt wird.

Boot von oben
Blick von oben: Mit dem Schwingschleifer wird die Schalung geschliffen. (Foto: Andrea Henninger)
Studentin trägt Harz auf
Für die glatte Oberfläche: Auftragen von Epoxidharz mit einer Lammfellrolle. (Foto: Andrea Henninger)
Hände tragen Beton auf
Mit Gummihandschuhen: Auch eine Schwimmnudel ist einbetoniert. (Foto: Andrea Henninger)
Bug und Heck
Form erkennbar: Bug und Heck sind freigelegt. (Foto: Andrea Henninger)
Fertiges Kanu
Seppi ist fertig: Das ausgeschalte Kanu aus Beton. (Foto: Andrea Henninger)