Neuer CIO der TUM:

„Wichtig ist ein gutes Zeitmanagement“

Portrait Hans Pongratz
Hans Pongratz ist der neue CIO der TUM. (Foto: Astrid Eckert/Andreas Heddergott)

Hans Pongratz ist neuer CIO (Chief Information Officer) der TUM. Mit 32 Jahren ist er der jüngste gewählte Vizepräsident, den die Universität je hatte. Er hat selbst hier studiert und ist Diplom-Informatiker. Was macht ein CIO eigentlich? Was will er für die Studierenden der TUM erreichen? Und was rät er ihnen für ihr Studium? Verena Meinecke hat Hans Pongratz befragt.

Was macht der CIO der TUM?

Hans Pongratz: Der CIO ist für alles rund um die Informations- und Kommunikationstechnik der TUM zuständig. Das „Mädchen für alles“ im Bereich IT sozusagen – von der Fortschreibung der Zukunftsvision, über die Einführung neuer Dienste bis hin zu alltäglichen Problemlösungen.

Welche Bedürfnisse sind zum Beispiel gerade aktuell?

Hans Pongratz: Oft nachgefragt wird momentan Software zur Plagiatsprüfung, wobei aktuelle Implementierungen nicht die Erwartungen erfüllen. Auch Vorlesungsaufzeichnungen, die man live oder zeitversetzt ansehen kann sind ein Thema. Studierende wünschen es sich, manche Professoren sind sehr skeptisch. Spannend ist auch der Bereich „Green-IT“, der umweltfreundliche und ressourcenschonende Einsatz von Rechnern. Mir persönlich liegt vor allem die IT-Sicherheit am Herzen.

Wie wird man CIO der TUM?

Hans Pongratz: Durch die Wahl durch den Hochschulrat, auf Basis der Nominierung durch den Präsidenten. Das Amt wird im Vorfeld offiziell ausgeschrieben. Ich wurde ermuntert mich zu bewerben und fand es eine großartige Herausforderung. Die TUM kenne ich ja schon aus der Zeit als Informatik-Student und war damals auch in der Studentischen Vertretung recht aktiv. Seit 2005 bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter, habe am Aufbau der E-Learning-Plattform, einer neuen IT-Infrastruktur und des Campus-Management-Systems mitgearbeitet.

Was soll sich in Zukunft an der persönlichen IT der Studierenden verbessern?

Hans Pongratz: Der Status quo ist schon recht gut, im Vergleich zu anderen Hochschulen schneiden wir sehr gut ab. Mein Ziel ist, dass die Studierenden die zentralen TUM-Systeme jederzeit von überall auf der Welt nutzen können - auch von mobilen Endgeräten aus. Es laufen z.B. auch Planungen, die Funktionalität des Studierendenausweises zu erweitern.

TUMonline ist graphisch ein wenig antiquiert. Wird es optisch aufgemöbelt?

Hans Pongratz: Wir müssen sinnvolle Prioritäten setzen. Beim Campus Management System steht die Funktionalität an erster Stelle. Die Optik spielt natürlich auch eine wichtige Rolle, sie wird demnächst verbessert. Die Studierenden sind bei allen Schritten eng eingebunden, wir treffen uns regelmäßig im „Qualitätszirkel Campus Management“.

Planen Sie Smartphone-Anwendungen für TUMonline oder andere Uni-Portale?

Hans Pongratz: Im Moment werden verschiedenste Apps und Anwendungen nebeneinander her entwickelt, leider kaum untereinander abgestimmt. Einige gibt es bereits, zum Beispiel für die Speisepläne der Mensen. Manche entstehen für Android, manche für Apple, keine für alle Smartphone-Typen. Wir verschaffen uns gerade einen Überblick und werden hier auf alle Fälle aktiv werden!

Sie sind 32, Ihr eigenes Studium liegt nicht allzu lange zurück. Was raten Sie den Studierenden von heute?

Hans Pongratz: Ich habe auf Diplom studiert, da ging es noch etwas ungezwungener zu. Die Bachelor- und Masterstudierenden stehen heute unter deutlich höherem Druck. Mit diesem Druck umzugehen – das sollte man üben. Sich ein sinnvolles Handwerkszeug aneignen, schnell herausfinden, welcher Lerntyp man ist. Ich selbst habe z.B. immer optisch gelernt. ProLehre bietet hier an der TUM tolle Kurse rund ums Lernen an. Ganz wichtig ist außerdem ein gutes Zeitmanagement. Das kann man lernen. Feiern gehört da auch dazu.

Also soll man auch Ausgleich suchen?

Hans Pongratz: Natürlich - feiern ist richtig und wichtig. Man sollte bewusst lernen & arbeiten und auch bewusste Pausen einlegen. Und bloß nicht allein durchs Studium gehen. Man sollte sich auf jeden Fall Lernpartner suchen, dann geht vieles leichter.

Wie kann man sich auf die Zeit nach dem Studium vorbereiten?

Hans Pongratz: Man sollte von Anfang an mit offenen Augen durchs Studium gehen. Sich mit sich selbst und der Umwelt auseinandersetzen. Sich immer wieder kritisch die Frage stellen: Was mache ich überhaupt und was ist mir wichtig? Mir zum Beispiel hat mein Aufenthalt in den USA - sowohl fachlich, als auch menschlich - extrem viel gebracht. Und man muss bereit sein, sich auf etwas einzulassen. Das habe ich von meiner Frau gelernt.