TUM - Aktuelles https://www.tum.de Aktuelle Meldungen der TU München de TUM Sun, 20 Sep 2020 21:02:18 +0200 Sun, 20 Sep 2020 21:02:18 +0200 ERC fördert zukunftsweisende Projekte an der TUM https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36229/ Forscherinnen und Forscher an der TUM konnten bislang insgesamt 135 der renommierten Förderungen des European Research Councils (ERC) einwerben. Diese werden jedes Jahr in verschiedenen Kategorien vergeben.

Starting Grants sollen dabei exzellenten aufstrebenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Umsetzung neuer Forschungsansätze ermöglichen. Sie sind mit bis zu zwei Millionen Euro dotiert.

Proof-of-Concept Grants werden an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die prüfen wollen, ob aus ihren ERC-Forschungsprojekten marktfähige Innovationen entstehen können. Als unternehmerische Universität legt die TUM auf diesen Aspekt der Forschung großen Wert und fördert gezielt Firmengründungen durch Forschende und Studierende.

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Campus battenberg@zv.tum.de news-36229 Fri, 18 Sep 2020 08:38:28 +0200
„Liebling, ich habe den Detektor geschrumpft“ https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36227/ Seit der Entwicklung der medizinischen Ultraschall-Bildgebung in den 1950ern beruhte die zentrale Technologie zur Messung von Ultraschallwellen hauptsächlich auf dem Einsatz von piezoelektrischen Detektoren, die den Druck von Ultraschallwellen in elektrische Spannung umwandeln. Die mit Ultraschall erreichte Bildgebungsauflösung hängt von der Größe des verwendeten piezoelektrischen Detektors ab. Das Verringern seiner Größe führt zu einer höheren Auflösung und ermöglicht die Herstellung kleinerer, dichter bestückter ein- oder zweidimensionaler Ultraschall-Arrays, die Merkmale im dargestellten Gewebe oder Material besser unterscheiden können. Wird die Größe von piezoelektrischen Detektoren jedoch weiter reduziert, beeinträchtigt das deren Empfindlichkeit wesentlich. Dadurch sind sie nicht für die praktische Anwendung geeignet.

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Forschung stefanie.reiffert@tum.de news-36227 Thu, 17 Sep 2020 14:05:06 +0200
Die Unfall-Vermeider https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36225/ Das Auto fährt auf eine Kreuzung zu. Aus der Querstraße kommt ein Auto, noch ist nicht zu erkennen, ob es rechts oder links abbiegt. Gleichzeitig läuft direkt vor dem Auto ein Fußgänger auf die Fahrbahn, auf der anderen Straßenseite steht eine Fahrradfahrerin. Ein Mensch, der bereits Routine im Straßenverkehr hat, schafft es in den meisten Fällen, die Bewegungen der anderen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer richtig einzuschätzen.

„Für autonome Fahrzeuge, die durch Computerprogramme gesteuert werden, ist eine solche Situation eine enorme Herausforderung“, erklärt Prof. Matthias Althoff, Professor für Cyber-Physical Systems an der TUM. „Doch autonomes Fahren wird nur dann auf Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen, wenn man sicher sein kann, dass die Fahrzeuge – egal wie unübersichtlich die Verkehrssituation ist – keine anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gefährden.“

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Forschung stefanie.reiffert@tum.de news-36225 Tue, 15 Sep 2020 13:00:22 +0200
Satellitenbilder zeigen Veränderungen des Waldzustandes https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36222/ Erstmals ist es einem Forschungsteam gelungen, eine hochaufgelöste Karte aller Öffnungen im Kronendach europäischer Wälder zu erstellen. Rupert Seidl, Professor für Ökosystemdynamik und Waldmanagement in Gebirgslandschaften an der TUM, und sein Mitarbeiter Cornelius Senf, Erstautor der Studie, haben dafür mehr als 30.000 Satellitenbilder analysiert und darin über 36 Millionen Flächen identifiziert, auf welchen große Bäume einer Freifläche oder jungen Bäumen gewichen sind. Dies entspricht einem Verlust des Kronendaches auf 17 Prozent der europäischen Waldfläche in 30 Jahren.

Der Grund der Kronendachöffnung reicht dabei von geregelter Holznutzung bis hin zu Windwurf oder Waldbrand. Wie die Wissenschaftler herausfanden, war die Größe und Form der Öffnungen im Kronendach sehr unterschiedlich. 

So hat zum Beispiel Schweden die größten Öffnungen im Kronendach vorzuweisen (im Durchschnitt knapp zwei Hektar), wohingegen in Portugal die höchste Anzahl an Öffnungen des Kronendaches zu verzeichnen war. Die im Schnitt kleinsten Öffnungen gibt es in der Schweiz. Sie sind mit gerade einmal 0,6 Hektar kleiner als ein Fußballfeld, während die durchschnittliche Flächengröße in Deutschland bei 0,7 Hektar, in Italien bei 0,75 Hektar lag. Die größte von den Forschern dokumentierte Öffnung im Kronendach trat in Spanien auf. Hier hat ein Feuer im Jahr 2012 ganze 17.000 Hektar auf einmal verbrannt. 

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Forschung katharina.baumeister@tum.de news-36222 Mon, 14 Sep 2020 17:00:00 +0200
Per Onlinekurs den Wandel der Luft- und Raumfahrt erleben https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36221/ Wie wird Künstliche Intelligenz in der Satellitenforschung eingesetzt? Welchen Einfluss hat die Automatisierung auf Produktionsprozesse in der Luftfahrt? Wie verändern Robotik und Digitalisierung die Geschäftsabläufe in den Unternehmen der Branche? Um diese und viele weitere Fragen zum technologischen Wandel der Luft- und Raumfahrt zu beantworten, haben das Forschungsnetzwerk Munich Aerospace und die Technische Universität München (TUM) einen englischsprachigen Online-Kurs produziert. Der MOOC ist ab heute auf der Lernplattform Coursera frei verfügbar.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TUM, der Universität der Bundeswehr München (UniBwM), des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und von Bauhaus Luftfahrt sowie Referenten von Unternehmen, wie Airbus oder dem Analyse- und Testdienstleister IABG, erklären die Einflüsse der Digitalisierung auf Produktion, Wartung und Zertifizierung in der Luft- und Raumfahrt. In einem Grußwort erklärt die Bayerische Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach, welche Rolle die Luft- und Raumfahrtforschung für die bayerische Digitalisierungsstrategie spielt.

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Campus news-36221 Mon, 14 Sep 2020 11:29:24 +0200
Detektor für hochenergetische kosmische Teilchen https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36219/ Astronomen beobachten das Licht, das von entfernten Himmelsobjekten zu uns kommt, um das Universum zu erkunden. Licht verrät jedoch nichts über hochenergetische Ereignisse außerhalb unserer Galaxie, wie etwa über die Jets aktiver galaktischer Kerne, Gammastrahlenausbrüche oder Supernovae. Denn auf ihrem langen Weg durch das Universum verlieren Photonen mit extrem hohen Energien einen Teil ihrer Energie durch Interaktion mit anderen Teilchen.

Genau wie Licht durchqueren Neutrinos das Universum mit (beinahe) Lichtgeschwindigkeit, interagieren jedoch äußerst selten mit anderen Teilchen. Sie behalten Energie und Richtungen bei, was sie zu einzigartigen Botschaftern des hochenergetischen Universums macht. 

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Forschung andreas.battenberg@tum.de news-36219 Wed, 09 Sep 2020 08:34:31 +0200
Schnell und sauber in den Orbit https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36217/ Im Gegensatz zu traditionellen Satelliten, die mehrere Tonnen wiegen, bringen die modernen Kleinsatelliten höchstens noch 500 Kilogramm auf die Waage. Möglich ist dies durch effiziente elektrische Antriebe und die Miniaturisierung der Raumfahrt-Komponenten. Auch die Produktionskosten sind geringer, sodass das Hochschießen ganzer Schwärme von Satelliten in die Erdumlaufbahn möglich wird, um etwa eine bessere Internetverbindung zu gewährleisten oder Erdbeobachtungsdaten zu generieren.

Diese Kleinsatelliten werden in niedrigen Erdumlaufbahnen in etwa 500 Kilometern Höhe ausgesetzt. Das ermöglicht eine schnelle Datenübermittlung auf die Erde. Doch wie bringt man Zehntausende von Kleinsatelliten möglichst effizient, kostensparend und sauber in den Weltraum? „Für diese Aufgabe sind die meisten Trägerraketen nicht geeignet“, sagt Daniel Metzler, Mitgründer des Start-ups Isar Aerospace.

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Entrepreneurship stefanie.reiffert@tum.de news-36217 Mon, 07 Sep 2020 14:00:00 +0200
Hervorragende Platzierung im „THE Ranking“ https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36215/ Die TUM hat sich gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze auf Rang 41 verbessert. Die beiden Münchner Universitäten TUM und LMU stehen damit erneut deutschlandweit an der Spitze. In der Europäischen Union erreicht die TUM nach dem schwedischen Karolinska Institute (Rang 36) die drittbeste Position.

Das Ranking des britischen Magazins „Times Higher Education“ berücksichtigt verschiedene Faktoren: Zum einen werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit nach der Reputation der Universitäten in Forschung und Lehre befragt. Zum anderen werden Daten wie die Zahl der Publikationen je Forschende, die Zitationen pro Publikation, das Betreuungsverhältnis von Lehrenden und Studierenden, die eingeworbenen Drittmittel aus der Wirtschaft und der Grad der Internationalisierung ausgewertet.

Auch in anderen internationalen Rankings schneidet die TUM regelmäßig sehr gut ab. Laut „QS World University Ranking“ ist sie die beste Universität innerhalb der EU. Im „Global University Employability Ranking“, in dem Unternehmen die Qualität der Absolventinnen und Absolventen bewerten, steht sie weltweit auf Rang sechs.

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TUM in Rankings news-36215 Wed, 02 Sep 2020 13:38:23 +0200
Kortison-Alternativen auf der Spur https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36207/ Die Arbeitsgruppe von Henriette Uhlenhaut, Professorin für Metabolic Programming an der TUM School of Life Sciences in Freising-Weihenstephan und Forscherin für Molekulare Endokrinologie am Helmholtz Zentrum München, befasst sich mit so genannten Glucocorticoiden. Das sind Steroidhormone wie Cortisol, die von der Nebenniere täglich vor dem Aufwachen oder als Antwort auf Stress ausgeschüttet werden. Gebunden an ihren Glucocorticoid-Rezeptor kontrollieren diese Steroide sowohl Immunreaktionen als auch den Zucker- und Fettstoffwechsel. 

Weil die Immunabwehr durch den Glucocorticoid-Rezeptor so effizient ausgeschaltet werden kann, gehören synthetische Steroidpräparate wie Kortison zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten überhaupt – und das schon seit Jahrzehnten.

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Forschung katharina.baumeister@tum.de news-36207 Wed, 02 Sep 2020 12:13:00 +0200
TV-Serie „Biohackers“ auf DNA gespeichert https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36212/ Herr Prof. Heckel, in „Biohackers“ geht es um eine Medizinstudentin, die sich an einer Professorin mit dunkler Vergangenheit rächen will – und um die Manipulation von DNA durch den Einsatz von Biotechnologie. Sie hatten den Auftrag, den Inhalt der Serie auf DNA zu speichern. Wie funktioniert so etwas?

Zunächst sprechen wir hier von künstlich generierter, also synthetischer DNA. DNA besteht aus vier Bausteinen: den Nukleotiden Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C). Computer-Daten sind wiederum als Nullen und Einsen kodiert. Die erste Folge von „Biohackers“ besteht aus einer Reihung von etwa 600 Millionen Nullen und Einsen. Wollen wir jetzt beispielsweise die Reihe 01 01 11 00 in DNA speichern, legen wir fest, welche Zahlenkombination welchem Buchstaben entspricht, etwa: 00 ist A, 01 ist C, 10 ist G und 11 ist T. In unserem Beispiel ergibt sich dann die DNA-Sequenz CCTA. Nach diesem Prinzip des DNA Data Storage haben wir die erste Folge der Serie auf DNA gespeichert.

Und um die Serie abspielen zu können, werden die Buchstaben einfach „zurückübersetzt“?

So kann man sich das – sehr vereinfacht – vorstellen. Allerdings passieren beim Schreiben, Speichern und Lesen der DNA Fehler. Werden diese Fehler nicht korrigiert, gehen die Daten, die auf der DNA gespeichert sind, verloren. Um das Problem zu lösen, habe ich einen Algorithmus entwickelt, der auf Kanalkodierung basiert. Kanalkodierung beschäftigt sich damit, Fehler, die bei der Informationsübertragung passieren, zu korrigieren. Die Idee dahinter ist, den Daten Redundanz hinzuzufügen. Stellen Sie sich Sprache vor: Wenn wir ein Wort mit fehlenden oder falschen Buchstaben lesen oder hören, schafft es die Rechenleistung unseres Gehirns trotzdem, das Wort zu verstehen. Der Algorithmus folgt dem gleichen Prinzip: er encodiert die Daten so redundant, dass später auch von sehr fehlerhafter DNA Daten wiederhergestellt werden können.

Kanalkodierung wird in vielen Gebieten, auch in der Telekommunikation eingesetzt. Was war die Herausforderung bei der Entwicklung Ihrer Lösung?

Die erste Herausforderung war, einen Algorithmus zu schaffen, der spezifisch für die in DNA vorkommenden Fehler ausgelegt ist. Die zweite bestand darin, den Algorithmus so effizient zu machen, dass möglichst viele Daten auf einer möglichst kleinen Menge DNA gespeichert werden können, und somit nur absolute notwendige Redundanz hinzugefügt wird. Wir haben gezeigt, dass unser Algorithmus in diesem Sinne optimal ist.

DNA Data Storage ist sehr teuer, da die Herstellung von DNA und das Lesen sehr aufwendig sind. Was macht DNA dennoch als Speichermedium attraktiv?

Zum einen ist die Informationsdichte auf DNA sehr hoch. Das ermöglicht die Speicherung riesiger Datenmengen auf kleinstem Raum. Im Fall der Serie sind es zwar “nur” 100 Megabyte auf einem Picogram, also einem billionstel Gramm DNA. Theoretisch wären aber bis zu 200 Exabyte auf einem Gramm DNA möglich. Zum anderen hält sich DNA sehr lange. Zum Vergleich: Wenn Ihr PC und dessen Festplatte immer ausgeschaltet beziehungsweise unbeschrieben blieben, würden die Daten nach ein paar Jahren verschwinden. DNA hingegen, richtig verpackt, kann viele tausend Jahre stabil bleiben.

Auch Dank der von Ihnen entwickelten Methode, die DNA-Stränge robust, fast „unkaputtbar“ macht.

Mein Kollege Robert Grass war der erste, der ein Verfahren entwickelt hat, das DNA-Stränge in Nanometer große Kügelchen aus Silica, eine Glas-Art, kapsuliert und sie damit „stabil verpackt.“ Damit ist die DNA mechanisch geschützt. Gemeinsam haben wir bereits 2015 ein Paper verfasst, das unseren Algorithmus und Prof. Grass‘ Kapsulierung als das erste robuste DNA Data Storage vorstellt. Seitdem haben wir die Methode immer weiterentwickelt. In unserer jüngsten Publikation in Nature Protocols von Januar 2020 geben wir unsere Erfahrungen weiter.

Was sind Ihre nächsten Schritte? Hat das Speichern von Daten auf DNA Zukunft?

Wir arbeiten daran, DNA Data Storage günstiger und schneller zu machen. „Biohackers“ war ein Meilenstein in Richtung Kommerzialisierung, doch es liegt noch ein weiter Weg vor uns. Wenn sich die Technologie durchsetzt, ist Großes möglich. Ganze Bibliotheken, sämtliche Filme, Fotos, Musik, Wissen jeglicher Art – soweit in Daten abbildbar – könnte auf DNA gespeichert werden und der Menschheit somit für immer zur Verfügung stehen.

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Forschung christine.lehner@tum.de news-36212 Tue, 01 Sep 2020 09:04:00 +0200
„Ethik muss Teil des Entwicklungsprozesses sein“ https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36210/ Die Diskussionen um mehr Ethik in der KI-Forschung hat in den letzten Jahren sehr zugenommen, man könnte fast von einem „Ethik-Hype“ sprechen …

… und viele Gremien in Deutschland und weltweit, wie der Deutsche Ethikrat oder die High-Level Expert Group on Artificial Intelligence der EU-Kommission haben darauf reagiert. Alle sind sich einig: wir brauchen mehr Ethik in der Entwicklung von KI-basierten Gesundheitstechnologien. Doch wie sieht das für Ingenieurinnen und Ingenieure oder Designerinnen und Designer in der Praxis aus? Dafür gibt es bis jetzt kaum konkrete Lösungen. In einem gemeinsamen Pilotprojekt mit zwei Integrativen Forschungszentren der TUM, der Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) mit Direktor Professor Sami Haddadin und dem Munich Center for Technology in Society (MCTS) mit Professorin Ruth Müller, wollen wir den Ansatz der „embedded ethics“ ausprobieren. Den Vorschlag haben wir Ende Juli in Nature Machine Intelligence veröffentlicht.

Was genau kann man sich unter dem „embedded ethics approach“ vorstellen?

Ethik soll als fester Bestandteil in den Forschungsprozess integriert werden, indem Ethikerinnen und Ethiker ab Tag eins Teil des KI-Entwicklungsteams sind. Sie sind zum Beispiel regelmäßig bei Team-Meetings mit dabei und können sowohl eine Art „ethical awareness“ für bestimmte Themen schaffen, als auch gezielt ethische und soziale Fragen aufwerfen und analysieren.

Gibt es bereits ein Anwendungsbeispiel?

Im Forschungszentrum Geriatronik, einem Leuchtturm-Projekt der MSRM in Garmisch-Partenkirchen, werden Roboter-Assistenten entwickelt, die Menschen ein selbstständiges Leben im Alter ermöglichen. Unter anderem ist dafür der Bau von Modell-Wohnungen geplant, in denen das Zusammenleben von Seniorinnen und Senioren und Robotern erprobt wird. Bei einem gemeinsamen Treffen mit den beteiligten Ingenieurinnen und Ingenieuren hatten wir festgestellt, dass die Idee, die Wohnungen komplett nach „open plan“, also kaum Türen oder einzelne Räume zu bauen, den Robotern zwar viel Bewegungsfreiheit lässt. Bei den Seniorinnen und Senioren könnte das aber zu Irritation führen, da sie Rückzugsorte gewohnt sind. Diesen Aspekt hatten die Ingenieurinnen und Ingenieure zunächst nicht explizit bedacht.

Der Ansatz klingt vielversprechend – wie lässt sich vermeiden, dass „embedded ethics“ als Alibi verwendet wird, um bei der Entwicklung neuer KI-Technologien vermeintlich auf der ethisch „sicheren“ Seite zu sein?

Das kann man nicht sicher vermeiden. Gegenseitige Offenheit und echtes Zuhören mit dem Ziel, eine gemeinsame Sprache zu finden, ist das, worauf es ankommt. Und die Bereitschaft, ethische Aspekte dann auch wirklich umzusetzen. An der TUM haben wir beste Voraussetzungen dafür. Professor Sami Haddadin, Direktor der MSRM, ist selbst Mitglied der EU High-Level Group of Artificial Intelligence. Seine Forschungsarbeit folgt dem Gedanken des „human centered engineering“, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die Idee „embedded ethics“ wurde von ihm deshalb von Anfang an mitgetragen. Klar ist aber auch: embedded ethics allein kann KI nicht plötzlich „ethisch machen“ – dafür muss es am Ende auch Gesetze und Kodizes sowie gegebenenfalls staatlichen Anreiz geben.

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Forschung christine.lehner@tum.de news-36210 Thu, 27 Aug 2020 11:42:00 +0200
Salzsäure bringt Katalysatoren auf Trab https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36199/ Erdöl enthält sehr viel Schwefel. Um daraus Kraftstoffe zu machen, müssen die Schwefelverbindungen mit Hilfe von Wasserstoff entfernt werden. Hydrotreating nennen Fachleute dieses Verfahren, das mit Hilfe von Katalysatoren realisiert wird. 

Unter der Leitung von Prof. Johannes Lercher und Dr. Hui Shi hat ein Forscherteam am Lehrstuhl für Technische Chemie II der TU München nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Aktivität dieser Katalysatoren um ein Vielfaches steigern lässt: Sie behandelten dazu die katalytisch aktiven Metallsulfide vorab mit konzentrierter Salzsäure.

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Forschung andreas.battenberg@tum.de news-36199 Tue, 25 Aug 2020 09:52:00 +0200
Digitales Corona-Tracing mit Wearables https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36208/ Zu Beginn der Corona-Pandemie hat das TUM Start-up Kinexon in kürzester Zeit ein System entwickelt, das vor zu geringen Sicherheitsabständen warnt und Contact-Tracing ermöglicht. Kernstück dieser „SafeZone“-Lösung ist ein kleines weißes Kästchen, das mit einem Sensor versehen ist und in Form sogenannter Wearables – als Armband, Clip oder Lanyard – am Körper getragen werden kann. Kommen sich zwei der Sensoren für einen bestimmten Zeitraum zu nahe, senden sie ein optisches und akustisches Warnsignal. Der Mindestabstand kann variabel eingestellt werden – beispielswiese auf die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen 1,5 Meter, um das Risiko einer Ansteckung mit Covid-19 zu minimieren. Zusätzlich bietet das Unternehmen eine Contact-Tracing-Software an, mit der sich Infektionsketten nachvollziehen lassen, ohne Persönlichkeitsrechte zu verletzen. 

GENAUE ERFASSUNG MIT ULTRA-BREITBAND-TECHNOLOGIE

Anders als die offizielle deutsche Corona-Warn-App funktioniert das System nicht mittels Bluetooth, sondern anhand einer Ultra-Breitband-Technologie. Dies ermöglicht eine zeitlich und räumlich genauere Erfassung von unter 10 Zentimetern. So kann unter anderem auch erkannt werden, ob zwei Menschen nur Rücken an Rücken stehen oder sich ins Gesicht schauen. Mit dem Produkt richtet sich Kinexon nicht an Privatpersonen, sondern an Unternehmen, die so beim Einhalten von Corona-Auflagen unterstützt werden sollen. Mittlerweile ist das System nicht nur bei großen Unternehmen in Deutschland im Einsatz, sondern ist auch beim Neustart der US-amerikanischen Profi-Ligen für Football und Basketball unverzichtbar. 

„Kinexon ist ein weiteres herausragendes Beispiel für den gelebten Unternehmergeist unserer Absolventinnen und Absolventen“, sagt TUM-Präsident Thomas F. Hofmann. „Diese Erfolgsgeschichte von Kinexon und die zahlreichen Unterstützungsangebote der TUM sind die beste Motivation für die nächste Generation von Gründerinnen und Gründern.“

Mit gelebter Interdisziplinarität zum Start-up-Erfolg

Zunächst konzertierte sich das Unternehmen auf den Sport- und Medienbereich: „Die Idee entstand vor etwa acht Jahren, als Alexander Hüttenbrink und ich bei einer Führung in der Allianz-Arena erfahren haben, wie aufwendig Leistungsdaten erfasst wurden“, erzählt Oliver Trinchera, Co-Gründer und gemeinsam mit Hüttenbrink Geschäftsführer von Kinexon. „In einem Hightech-Land wie Deutschland muss das doch schneller und besser gehen, dachten wir uns. Und so haben wir, während wir tagsüber an unserer Promotion an der TUM School of Management gearbeitet haben, nachts die Idee für Kinexon weiterentwickelt.“ 

Vor seiner Promotion hat Oliver Trinchera im Masterstudiengang „Management and Technology“ Wirtschaftswissenschaften und Angebote der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik kombiniert. „Dass in diesem Studiengang ganz unterschiedliche Welten zusammengebracht werden, fand ich sehr bereichernd“, sagt Trinchera, der sich überdies im Advisory Board des Förderprogramms TUM: Junge Akademie engagierte. Ein Zusatzstudium am Center for Digital Technology and Management (CDTM) bereitete Trinchera weiter auf die Gründung eines Technologie-Unternehmens vor. Auch nach der Gründung blieb der Kontakt zur TUM bestehen, beispielsweise wirkte ein Team vom Lehrstuhl für Industrial Design bei der Produktgestaltung mit und viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Alumni der TUM.

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Covid-19 Entrepreneurship a.schmidt@tum.de news-36208 Tue, 18 Aug 2020 16:20:34 +0200
Eine der besten Technischen Universitäten Europas https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36205/ Das jährlich erscheinende „Shanghai Ranking“ bewertet weltweit die Forschungsleistungen von Hochschulen. Entwickelt wurde das „Academic Ranking of World Universities“ an der Shanghai Jiao Tong Universität. Zentrale Bewertungskriterien sind die Veröffentlichungen in wichtigen Fachzeitschriften wie „Nature“ und „Science“, die Zitationsraten der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Zahl der Nobelpreise und Fields Medals – eine der höchsten Auszeichnungen in der Mathematik.

Rang zwei in Deutschland, Rang acht in der EU

Neben der TUM auf Rang 54 sind mit der Ludwigs-Maximilians-Universität München (51) und den Universitäten Heidelberg (57) und Bonn (87) nur noch drei weitere deutsche Hochschulen in den Top 100. Auch innerhalb der EU erreicht die TUM mit Rang acht eine Spitzenposition. Im Vergleich der Technischen Universitäten liegt sie auf Rang eins in Deutschland und zählt mit der Universität Paris-Saclay (14), der ETH Zürich (20) und dem Imperial College London (25) zu den vier besten TUs in Europa.

Internationale Spitzenqualität im Fächer-Ranking

Die Herausgeberinnen und Herausgeber des Shanghai Ranking haben zudem kürzlich eine nach Fächern aufgeschlüsselten Rangliste veröffentlicht. Auch darin ist die TUM mit hervorragenden Platzierungen vertreten. Beispielsweise ist sie in den Bereichen „Remote Sensing“ und „Aerospace Engineering“ weltweit auf den Plätzen 8 und 16 gelistet. Die umfassende Expertise aus diesen Forschungsfeldern ist an der TUM in der neuen Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie zusammengefasst.  

Weitere Erfolge kann die TUM etwa in den Bereichen „Medical Technology“ (Rang 14 weltweit), „Environmental Science & Engineering“ (Rang 17) vorweisen. Auch bei den Themen Agrarwissenschaften und Ernährung kann sich die TUM mit Rang 33 („Agricultural Sciences“) und 42 („Food Science & Technology“) im globalen Vergleich behaupten.

Auch in anderen internationalen Rankings schneidet die TUM regelmäßig sehr gut ab. Im „QS World University Ranking“ wurde sie beispielsweise 2020 als beste Universität innerhalb der EU gelistet. Im „Global University Employability Ranking“ steht sie weltweit auf Rang sechs.

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TUM in Rankings a.schmidt@tum.de news-36205 Mon, 17 Aug 2020 10:00:00 +0200
Kolibakterien produzieren Korallen-Antibiotikum https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36203/ Vor 17 Jahren sah Thomas Brück bei einem Tauchgang auf den Bahamas zum ersten Mal die Hornkoralle Antillogorgia elisabethae. Er erinnert sich noch genau an diese Begegnung in 18 Metern Wassertiefe: „Ihre polypenbedeckten, violetten Verästelungen bewegten sich sanft in der Strömung. Ein faszinierendes Lebewesen!“ Da es zudem verschiedene biologisch aktive Substanzen enthält, erforscht der Biochemiker seitdem die Biosynthese der Wirkstoffe dieser Weichkoralle.

Hornkorallen stehen unter Schutz, trotzdem ist ihr Bestand in Gefahr. Der Verkauf der Korallen ist ein lukratives Geschäft, denn diese enthalten verschiedene Wirkstoffe, darunter ein entzündungshemmendes Molekül namens Pseudopterosin, das seit Jahren in der Kosmetikindustrie verwendet wird. 

„Korallenriffe speichern das Klimagas Kohlendioxid und schaffen eine sehr hohe Biodiversität. Wenn wir die Riffe der Welt schützen wollen, müssen wir solche biologisch aktiven Naturstoffe, die medizinisch nutzbare Aktivitäten besitzen, auf nachhaltige Weise herstellen“, davon ist Brück überzeugt.

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Forschung andreas.battenberg@tum.de news-36203 Mon, 17 Aug 2020 08:30:00 +0200
Studierenden-Preis für vorbildliche Arbeitgeber https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36189/ Studierende legen bei der Jobsuche zunehmend Wert auf ethisches und nachhaltiges Wirtschaften der Arbeitgeber. Viele Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand, sind aber mit ihrem verantwortungsvollen Handeln kaum sichtbar für die Absolventinnen und Absolventen. Deshalb hat die Gruppe IKOM, die an der TUM Studierende und Unternehmen zusammenbringt, 2018 Deutschlands erste Studierenden-Auszeichnung für Arbeitgeber ins Leben gerufen, die sie jährlich gemeinsam mit TUM und vbw vergibt. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger.

Die Auswahlkriterien lauten: Werteorientierung und Nachhaltigkeit, Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Deutschland, unternehmerische Kontinuität sowie gute Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Berufsanfänger. Die Jury aus Studentenschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien hat sich bei der dritten Auflage, deren Preisverleihungsfeier aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen musste, für die folgenden Preisträger entschieden:

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Campus klaus.becker@tum.de news-36189 Fri, 14 Aug 2020 09:28:00 +0200
Neue Solarzellen für den Weltraum https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36192/ Perowskit- und organische Solarzellen sind vielversprechende Kandidaten für zukünftige Generationen von Solarzellen. In den letzten Jahren haben ihre Wirkungsgrade rasch zu den konventionellen Solarzellen auf Siliziumbasis aufgeschlossen.

„Die besten Perowskit-Solarzellen erreichen derzeit Wirkungsgrade von 25 Prozent“, sagt Peter Müller-Buschbaum, Professor für funktionelle Materialien im Physik-Department der TUM. „Solche weniger als einen Mikrometer dünnen Solarzellen, aufgebracht auf ultradünnen, flexiblen Kunststofffolien, sind extrem leicht. Daher können diese Zellen eine Energieausbeute von knapp 30 Watt pro Gramm erreichen.“

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Forschung andreas.battenberg@tum.de news-36192 Thu, 13 Aug 2020 03:03:00 +0200
„Wir brauchen Modelle für die gerechte Verteilung“ https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36195/ Covid-19 TUM in den Medien lisa.pietrzyk@tum.de news-36195 Wed, 12 Aug 2020 17:19:35 +0200 „Die amerikanische Außenpolitik würde wieder berechenbarer“ https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36194/ Herr Prof. Büthe, in diesem Jahr wurde die Ernennung der Vizepräsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei mit besonders großer Spannung erwartet. Woran lag das?

Neben der gesteigerten Aufmerksamkeit, die auch der amtierende US-Präsident ganz generell auf den US-Wahlkampf lenkt, hat Joe Biden mit seiner Ankündigung, in jedem Fall eine Frau zu nominieren, für eine gewisse Spannung gesorgt. Darüber hinaus erwartet man, mehr als sonst bei amerikanischen Präsidenten üblich, dass ein Präsident Biden seine Vizepräsidentin von Anfang an an den Amtsgeschäften beteiligen würde, zumal die Wahrscheinlichkeit angesichts Bidens Alters hoch ist, dass sie sie im Laufe der 4-jährigen Amtszeit zeitweilig oder ganz übernehmen wird.

An unserer Hochschule für Politik beschäftigen Sie sich insbesondere mit den politischen Aspekten internationaler Wirtschaftsbeziehungen – welchen Einfluss hat die Ernennung von Kamala Harris darauf?

Außenpolitisch ist Kamala Harris ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. In ihrer bisherigen politischen Karriere hat sie sich nahezu ausschließlich mit innenpolitischen Themen befasst. Man kann aber zunächst einmal festhalten, dass sie nicht zum protektionistischen Flügel der demokratischen Partei gehört. Das ist für die deutsche Wirtschaft sicher ein gutes Zeichen.

Ihr Ruf als langjährige Staatsanwältin wie auch als amerikanische Senatorin – seit 2017 – weist allerdings darauf hin, dass sie bei der Verfolgung amerikanischer Interessen in der Sache hart verhandeln wird, zum Beispiel bei langjährigen Konflikt-Themen wie dem deutschen Exportüberschuss und den aus amerikanischer Sicht geringen deutschen Verteidigungsausgaben. Der Ton gegenüber Deutschland und anderen Ländern wäre allerdings sicher freundlicher als unter Trump.

Auch jenseits rein wirtschaftlicher Aspekte ziehen sich die USA gerade aus etlichen internationalen Bündnissen und Verträgen zurück. Würde sich diese Entwicklung unter Biden und Harris fortsetzen?

Ich gehe davon aus, dass Harris Bidens multilateralistische Neigung unterstützt. Die beiden werden daher den Rückzug der USA aus internationalen Institutionen stoppen und vielleicht sogar rückgängig machen wollen. Es ist aber unklar, ob ihr das gleichermaßen wichtig ist wie Biden selbst – auch wenn Harris persönlich internationale Erfahrung mitbringt: sie hat in ihrer Jugend mehrere Jahre in Kanada gelebt.

Ein besonderes Augenmerk lag zuletzt auf den Beziehungen der USA zu Russland und China…

Gegenüber Russland kann man von Harris – wie von Biden – eher eine härtere Linie erwarten als unter Trump, nicht zuletzt aufgrund der auch 2020 bereits wieder sichtbar werdenden Versuche der russischen Regierung, die amerikanischen Wahlen zu Gunsten von Trump zu beeinflussen.

Auch gegenüber China hat sich Harris für eine harte Linie ausgesprochen, insbesondere beim Thema Industriespionage, allerdings sicher weniger emotional-aggressiv im Ton als unter Trump.

Insgesamt darf man von Harris erwarten, dass mit ihrer Wahl als Bidens Vizepräsidentin die amerikanische Außenpolitik wieder berechenbarer würde als sie unter Präsident Trump oft erscheint.

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Campus schmidta@zv.tum.de news-36194 Wed, 12 Aug 2020 14:24:39 +0200
Wer schneller wächst, ist früher tot https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36187/ „Die Fitness von Bakterien ist komplexer als gedacht“, erklärt Ulrich Gerland, Professor für Theorie komplexer Biosysteme an der TU München. Der Physiker untersucht seit mehreren Jahren die Überlebensstrategien von Kolibakterien.

Die Einzeller mit dem lateinischen Namen Escherichia coli, die im Dickdarm von Säugetieren die Verdauung unterstützen, sind ein beliebter Modell-Organismus. Mit ihrer Hilfe lässt sich untersuchen, wie es Lebewesen gelingt, sich an wechselnde Umweltbedingungen anzupassen.

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Forschung battenberg@zv.tum.de news-36187 Fri, 07 Aug 2020 08:00:00 +0200
Kontinuität für die Umsetzung der Agenda 2030 https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36185/ Mit der Wahl folgte der Hochschulrat dem Vorschlag von TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann.  „Es ist mir eine Ehre und große Freude, weiterhin in dieser bewährten Konstellation arbeiten zu dürfen,“ sagte der Präsident. „Die Kolleginnen und Kollegen haben wichtige Beiträge dazu geleistet, dass die TUM im Jahr 2019 zum dritten Mal in Folge Exzellenzuniversität wurde. Jetzt werden wir gemeinsam die TUM Agenda 2030 umsetzen und unsere Universität fit für die Zukunft machen.“

Die Geschäftsführenden Vizepräsidentinnen und -präsidenten der TUM werden jeweils für drei Jahre gewählt. Alter und neuer Geschäftsführender Vizepräsident für Studium und Lehre ist Gerhard Müller, Professor für Baumechanik. Er wurde zuerst 2014 in das Amt gewählt. Claudia Peus ist Professorin für Forschungs- und Wissenschaftsmanagement. Das Amt der Geschäftsführenden Vizepräsidentin für Talent Management und Diversity hat sie seit 2017 inne. Juliane Winkelmann, Professorin für Neurogenetik, ist ebenfalls seit 2017 Geschäftsführende Vizepräsidentin für Internationale Allianzen und Alumni. Dr. Hans Pongratz ist seit 2011 als Geschäftsführender Vizepräsident und TUM Chief Information Officer (CIO) für die IT-Systeme und -Dienstleistungen der TUM zuständig.

 

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Campus paul.hellmich@tum.de news-36185 Tue, 04 Aug 2020 15:50:09 +0200
Sherry Suyu erhält Berkeley-Preis 2021 https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36183/ Die Bestimmung der Hubble-Konstante, ein Maß für die Expansion des Universums, ist seit Jahren eine der spannendsten Herausforderungen der Physik: Messungen im heutigen Universum liefern andere Werte als solche in der Frühphase des Universums.

In den zurückliegenden Jahren entwickelte Prof. Sherry Suyu zusammen mit einem internationalen Astrophysik-Team eine von allen bisherigen Methoden unabhängige neue Möglichkeit, die Hubble-Konstante zu berechnen. Das Team nutzte dafür das Licht von Quasaren, das von der Gravitation vorgelagerter Galaxien abgelenkt wird.

Für diese Leistung zeichnete die American Astronomical Society (AAS) sie nun mit dem Lancelot M. Berkeley-New York Community Trust Preis für verdienstvolle Arbeiten in der Astronomie aus. Der Preis ist verbunden mit einer Geldprämie und der Einladung zum abschließenden Plenarvortrag auf der Wintertagung der AAS, die vom 11. bis 15. Januar 2021 als Online-Veranstaltung stattfindet.

Neben ihrer Tätigkeit als Professorin an der TUM und als Forschungsgruppenleiterin am MPA ist Suyu auch Gaststipendiatin am Academia Sinica Institute of Astronomy and Astrophysics (ASIAA) in Taipeh (Taiwan) und Mitglied des Exzellenzclusters „ORIGINS“. Zu ihrem Team gehören Wissenschaftler an Institutionen in den Vereinigten Staaten, Europa, Japan und Taiwan.

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Forschung battenberg@zv.tum.de news-36183 Fri, 31 Jul 2020 11:40:00 +0200
Schlüssel für langfristige Speicherung von CO2 in Böden https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36175/ Kohlenstoff, das wichtigste Element für alles Leben auf der Erde, zirkuliert im sogenannten Kohlenstoffkreislauf zwischen Atmosphäre, Ozeanen und Ökosystemen an Land. Während sich ein Kohlenstoffatom in der Atmosphäre im Durchschnitt nur drei Jahre aufhält, bevor es durch pflanzliche Photosynthese gebunden und in Biomasse umgewandelt wird, verweilt es in Landökosystemen im Durchschnitt für 23 Jahre, bevor es durch mikrobielle Zersetzung toter Biomasse wieder als CO2 in die Atmosphäre entweicht.

Bei dieser mikrobiellen Zersetzung toter Biomasse verbleibt jedoch ein Teil des Kohlenstoffs im Boden, wo er dann für sehr lange Zeiträume gebunden sein kann – in tieferen Bodenschichten wird die Verweildauer auf hunderte bis einige tausend Jahre geschätzt. Welche Mechanismen dafür verantwortlich sind, dass Kohlenstoff im Boden so effizient "zurückgehalten" wird, ist eine hochaktuelle Frage und Gegenstand intensiver Forschung von Bodenwissenschafterinnen und -wissenschaftlern weltweit.

 

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Forschung Katharina.Baumeister@tum.de news-36175 Wed, 29 Jul 2020 08:08:00 +0200
So entstehen Stein-Eisen Meteoriten https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36180/ „Pallasite sind die optisch schönsten und ungewöhnlichsten Meteoriten“, sagt Dr. Nicolas Walte, der Erstautor der Studie, begeistert. Sie gehören zur Gruppe der Stein-Eisen Meteoriten und bestehen aus grünen Olivinkristallen, eingebettet in Nickel und Eisen. Trotz jahrzehntelanger Forschung war ihre genaue Herkunft jedoch bisher umstritten.

Um diese Frage zu klären, untersuchte Dr. Nicolas Walte, Instrumentenwissenschaftler am Heinz Maier-Leibnitz Zentrum (MLZ) in Garching, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Bayerischen Geoinstituts der Uni Bayreuth sowie der Royal Holloway University of London den Bildungsprozess von Pallasiten. Erstmalig gelang es ihnen dabei, Strukturen aller Pallasitarten experimentell herzustellen.

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Forschung battenberg@zv.tum.de news-36180 Tue, 28 Jul 2020 16:36:19 +0200
TUM verstärkt Campus Heilbronn mit Informatik https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36178/ Die TUM und die gemeinnützige Dieter Schwarz Stiftung haben einen Stiftungsvertrag über elf Professuren aus verschiedenen Bereichen der Informatik unterzeichnet. Die Professuren werden für zunächst 30 Jahre vollständig durch die Stiftung finanziert, inklusive Ausstattung und Infrastruktur. Neun der Professuren werden auf dem TUM Campus Heilbronn angesiedelt, zwei weitere am TUM-Standort Garching. Vor zwei Jahren hatte die Dieter Schwarz Stiftung der TUM bereits 20 Professuren in den Wirtschaftswissenschaften gestiftet, davon 13 in Heilbronn. Durch den Ausbau dieses deutschlandweit einmaligen Engagements forschen und lehren künftig 22 Professorinnen und Professoren der TUM in Heilbronn. Die Stiftungsmittel sind an keinerlei Auflagen gebunden, dem Vertrag liegt der TUM Fundraising Code of Conduct zugrunde, der einen Einfluss von Stiftern auf Forschung und Lehre ausschließt.

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Campus klaus.becker@tum.de news-36178 Tue, 28 Jul 2020 10:00:00 +0200