TUM - Aktuelles https://www.tum.de Aktuelle Meldungen der TU München de TUM Sat, 19 Jun 2021 04:44:50 +0200 Sat, 19 Jun 2021 04:44:50 +0200 Prof. Helmut Krcmar erhält Bundesverdienstkreuz https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36745/ Helmut Krcmar forscht auf den Gebieten der digitalen Transformation, des Informations- und Wissensmanagements, der plattformbasierten Ökosysteme, des Managements IT-basierter Dienstleistungen und des E-Governments. 2002 erhielt er den Ruf an die TUM, wo er bis zu seinem Ruhestand 2020 den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik innehatte. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler gehörte als interdisziplinär arbeitender Forscher sowohl der Informatikfakultät als auch der TUM School of Management an.

Krcmar ist ein vielfach zitierter Autor auf seinem Gebiet. 2019 belegte er den ersten Platz im „WirtschaftsWoche-Ranking“ der forschungsstärksten Wirtschaftswissenschaftler im deutschsprachigen Raum. Im Juli 2018 wurde er zum Gründungsdekan des TUM Campus Heilbronn ernannt.

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Campus paul.hellmich@tum.de news-36745 Wed, 16 Jun 2021 12:28:58 +0200
BMW fördert neuen TUM-Stiftungslehrstuhl mit 5,1 Mio. Euro https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36737/ Die BMW Group stellt über eine Laufzeit von sechs Jahren 5,1 Mio. Euro für Professur, Ausstattung und Mitarbeiter an der TUM bereit. Mit diesem Schritt schlagen BMW Group und TUM eine Brücke zwischen herausragender Grundlagenforschung in Deutschland und industrieller Anwendung. Der Lehrstuhl wird anwendungsorientiert an konkreten Problem- und Fragestellungen im Bereich Quantencomputing forschen und einen stetigen Wissens- und Erkenntnistransfer zwischen TUM und der BMW Group etablieren.

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Quantentechnologie Campus Präsident presse@tum.de news-36737 Wed, 16 Jun 2021 08:00:00 +0200
„Zehn Mal mehr investiert als in der Finanzkrise“ https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36738/ Haben die Unternehmen das Schlimmste überstanden?

Wir werden erst in den nächsten Monaten feststellen, wie viele Betriebe überleben. Zunächst ist die Zahl der Insolvenzen im vergangenen Jahr sogar zurückgegangen, weil der Gesetzgeber die Pflicht, unter bestimmten Voraussetzungen Insolvenz anzumelden, ausgesetzt hat. Es gibt in der Wirtschaftswissenschaft unterschiedliche Prognosen, ob die Zahl nach der Pandemie nach oben schnellen wird oder ob es nicht so schlimm kommen wird. Im Gesamtbild profitiert die Wirtschaft davon, dass die Politik enorm große Förderpakete aufgelegt hat. Im Vergleich zur letzten Finanzkrise haben viele Staaten das Zehnfache an Geld in die Hand genommen. Beispielsweise hat Deutschland 33 Prozent des Bruttoinlandsprodukts investiert, 2008 „nur“ 3,5 Prozent. In Japan waren es 21 Prozent gegenüber 2,2 Prozent, in Indien 10 Prozent gegenüber 1,2 Prozent. Besonders positiv in Deutschland ist, dass viele zukunftsorientierte Programme aufgelegt wurden, zum Beispiel für die Energiewende und die Digitalisierung.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Branchen?

Die Erholung der einzelnen Branchen wird maßgeblich davon abhängen, ob sich die Kunden während der Pandemie an Alternativen gewöhnt haben. Davon gehen wir beispielsweise bei Business-Reisen aus, deren Budgets viele Unternehmen auch schon für die Zukunft gekürzt haben. Im Einzelhandel besteht selbst in den Bestlagen in München die Sorge, dass die Attraktivität nicht in gleichem Maße zurückgewonnen werden kann. An diesem Beispiel sieht man allerdings auch, dass es sich vielfach um Entwicklungen handelt, die es schon vor Corona gab und sich durch die Pandemie nur verstärkt haben. Diese Trends hängen überwiegend mit der Digitalisierung zusammen. Deshalb haben viele Unternehmen ihre entsprechenden Aktivitäten während der Pandemie massiv verstärkt. Probleme sehen wir aber nach wie vor bei kleinen und mittleren Firmen, von denen ein Drittel nicht mal über eine eigene Webseite verfügt.

Was können Unternehmen abgesehen von der Digitalisierung aus der Pandemie-Zeit lernen?

Dass sie ihre Lieferketten stabiler machen. Beispielsweise haben die Automobilhersteller zu Beginn der Pandemie Stornierungen bei den Chipherstellern getätigt, während die Computerindustrie stark nachgefragt hat. Die Chiphersteller haben also umgeschichtet, sodass die Fahrzeugbranche jetzt sehr ernsthafte Engpässe hat. Eine Lehre kann sein, wieder stärker Puffer und Reserven einzubauen, nachdem jahrelang allein die Effizienz und Just-in-time-Produktion im Vordergrund standen. Außerdem könnten die Unternehmen Risiken besser abschätzen, wenn sie Klarheit über ihre gesamten Lieferketten bekämen, also auch über die Zulieferer der Zulieferer der Zulieferer. Das mag selbstverständlich klingen, ist es aber bei den Konzernen angesichts von hunderten beteiligten Firmen nicht. Hier kann übrigens ein anderes aktuelles Thema positiv wirken: die Debatte um Nachhaltigkeit und das Lieferkettengesetz.

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Covid-19 Termin klaus.becker@tum.de news-36738 Tue, 15 Jun 2021 11:33:04 +0200
Wie Eltern den Schulerfolg ihrer Kinder beeinflussen https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36730/ Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, darunter die PISA-Studien, haben gezeigt, dass die Leistungen von Schülerinnen und Schülern erheblich mit familiären Faktoren zusammenhängen. Deren Einfluss kann sogar stärker sein als etwa die Größe der Schulklassen oder die Investitionen ins Bildungssystem. Zum einen hängt der Schulerfolg mit dem sozioökonomischen, dem Bildungs- und dem Migrationshintergrund der Familien zusammen. Zum anderen beeinflussen konkrete Verhaltensweisen der Eltern die Leistungen. „Um Bildungsungleichheit abzubauen, bietet die Unterstützung der Eltern in ihrem Verhalten einen vielversprechenden Ansatz, da sie dieses leichter ändern können als ihr Einkommen oder ihre Sprachkenntnisse“, sagt Doris Holzberger, Professorin für Schul- und Unterrichtsforschung an der Technischen Universität München (TUM).

Das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien an der TUM (ZIB) hat deshalb die bislang umfangreichste Forschungssynthese zur Beteiligung der Eltern in der Schulzeit ihrer Kinder erstellt. Das Team wertete 18 Metastudien aus, die wiederum insgesamt rund 1.700 einzelne Studien ausgewertet hatten.

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Forschung klaus.becker@tum.de news-36730 Mon, 14 Jun 2021 10:34:00 +0200
EM-Prognose: Frankreich wird Europameister https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36731/ Um zu ermitteln, welche Mannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft 2020 die höchste Chance auf den Sieg hat, simulierte ein internationales Forschungsteam das gesamte Turnier mit zufällig durch das Modell erzeugten Spielergebnissen 100.000-mal durch, und zwar Spiel für Spiel, der Turnierauslosung und allen UEFA-Regeln folgend.

Die Prognose kombiniert dabei mehrere statistische Modelle für die Spielstärken der Teams mit Informationen über die Team-Struktur (etwa Marktwert, Anzahl Champions-League-Spieler, Vereinsspiel-Performance einzelner Spieler) sowie sozioökonomische Faktoren des Herkunftslandes (Bevölkerung und Bruttoinlandsprodukt).

Aus diesen Faktoren ergeben sich Wahrscheinlichkeiten für das Weiterkommen aller Teams in den einzelnen Turnierrunden und letztendlich für den EM-Sieg. Favorit ist diesmal Frankreich mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 14,8 Prozent, gefolgt von England (13,5) und Spanien (12,3). 

Das Turnier ist natürlich dennoch nicht gelaufen – das zeigen auch die relativ knappen Abstände bei den Gewinnwahrscheinlichkeiten an der Spitze, außerdem natürlich die ohnehin niedrige Wahrscheinlichkeit selbst bei den Top-Nationen.

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Forschung andreas.battenberg@tum.de news-36731 Fri, 11 Jun 2021 09:15:44 +0200
"Diese Pläne kann man nicht mehr händisch auf Papier machen" https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36725/ Hätten wir mit einer besseren Betten- und Personalplanung in den Krankenhäusern weniger strenge Corona-Maßnahmen gebraucht?

Alexander Hübner: Nein, aber Kliniken, Personal sowie Patientinnen und Patienten konnten gerade in der Pandemie von einer guten Einsatzplanung der Ressourcen profitieren. Was ja in der öffentlichen Diskussion um die Intensivbetten gern vergessen wird: Ein Krankenhausbett steht nur dann zur Verfügung, wenn auch das entsprechende Personal und das Equipment vorhanden sind.

Clemens Thielen: Dienstpläne für einen Rund-um-die Uhr-Betrieb, bei denen die unterschiedlichen Qualifikationsstufen, die gesetzlichen Vorschriften wie etwa Ruhezeiten sowie die Wünsche der Mitarbeitenden berücksichtigt werden müssen und es trotz Personalmangels eine absolute Ausfallsicherheit geben muss, kann man eigentlich nicht mehr händisch auf Papier erstellen – das gibt es aber in Kliniken immer noch.

Alexander Hübner: In der Pandemie sind zudem die eingespielten Planungsabläufe aufgebrochen worden, weil die Kliniken die Corona-Stationen von den anderen Bereichen trennen mussten. Wo zuvor noch für einzelne Stationen geplant wurde, musste jetzt das Krankenhaus im Gesamten betrachtet werden.

Welche Werkzeuge können den Kliniken helfen?

Alexander Hübner: Für die Bettenplanung können digitale Tools angepasst werden, die in der Industrie für die Produktionsplanung eingesetzt werden. Die mathematischen Verfahren, die dahinter stecken, sind letztlich die gleichen, egal ob Sie die Belegung einer Maschine oder eines Bettes planen. Die Industrie ist allerdings viel weiter digitalisiert als das Gesundheitswesen.

Clemens Thielen: Für die Personalplanung haben wir eine Software entwickelt, die bereits in Krankenhäusern im Einsatz ist. Was in der Zeit, in der Ärztinnen oder Pfleger aufgrund von Quarantäne kurzfristig ausgefallen sind, besonders geholfen hat: Mit dem Programm kann man für jede Schicht eine komplette Ersatzbesetzung einplanen. Wenn die Mitarbeitenden größere Planungssicherheit und Fairness erleben, erhöht das natürlich stark die Zufriedenheit. Und angesichts des massiven Personalmangels werden sich die Arbeitgeber anderes auch nicht mehr lange leisten können.

Wie profitieren die Patientinnen und Patienten von der Digitalisierung?

Alexander Hübner: Die Kliniken können nicht nur kosteneffizienter arbeiten, sondern auch die konkrete Versorgung verbessern. Das fängt schon mit der Einlieferung ins Krankenhaus an. Bislang müssen die großen Häuser, die sogenannten Maximalversorger, jeden Patienten annehmen, der mit dem Krankenwagen ankommt. Im ungünstigen Fall wird dieser deshalb in eine überfüllte Klinik gebracht, während in der Nähe noch viele Betten frei wären. Viel besser würde das mit einem System funktionieren, in dem jederzeit ablesbar ist, wo welche Betten und welches Personal zur Verfügung steht. Und dann könnten sogar noch automatisiert die gängigen Patientenwünsche berücksichtigt werden, sodass eine ältere Dame nicht mit einem Teenager auf ein Zimmer kommt.

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Covid-19 Termin klaus.becker@tum.de news-36725 Wed, 09 Jun 2021 11:50:37 +0200
TUM erneut beste deutsche Universität https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36724/ Der britische Hochschuldienstleister QS Quacquarelli Symonds führt für sein Ranking Umfragen in Wissenschaft und Unternehmen zur Qualität der Universitäten durch. Außerdem ermittelt er, wie oft Studien zitiert werden, wie das Betreuungsverhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden ausfällt und wie groß der Anteil internationaler Studierender und Mitarbeitender ist.

Die TUM bestätigt Rang 50 und ist damit zum wiederholten Mal der deutsche Spitzenreiter. Innerhalb der EU ist sie die drittbeste Universität, knapp nach den beiden französischen Einrichtungen Université PSL (Rang 44) und Institut Polytechnique de Paris, einem Zusammenschluss von fünf Hochschulen, darunter der TUM-Partner École Polytechnique (Rang 49).

Auch in anderen internationalen Rankings schneidet die TUM regelmäßig sehr gut ab. Beispielsweise steht sie im „Global University Employability Ranking“, in dem Unternehmen die Qualität der Absolventinnen und Absolventen bewerten, auf Rang zwölf weltweit. In den „THE World University Rankings by Subject“ erreicht sie in Computerwissenschaften Rang 14, in Ingenieurwissenschaften Rang 24, in Physical Sciences (Großteil der Naturwissenschaften) Rang 25 und Rang 46 in Lebenswissenschaften.

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TUM in Rankings klaus.becker@tum.de news-36724 Wed, 09 Jun 2021 11:28:23 +0200
Neue zweidimensionale Polymere https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36722/ Die Suche nach neuen zweidimensionalen Materialien hat sich nach der Entdeckung von Graphen stark intensiviert – einem Supermaterial, dessen hervorragende Eigenschaften wie hohe Leitfähigkeit und Festigkeit es unglaublich vielseitig einsetzbar machen. 

Zwei Hauptansätze werden bisher verwendet, um ultradünne Materialien herzustellen: Beim ersten wird eine zusammenhängende Lage von Molekülen oder Atomen von schichtförmigen Kristallen eines Ausgangsmaterials „abgelöst“. Graphen ist ein Beispiel für ein solches Material. 

Ein anderer Ansatz ist der Aufbau des Materials Molekül für Molekül, indem auf verschiedene Weise Bindungen zwischen den Molekülen hergestellt werden. Das Problem dabei ist, dass die Materialien oft kleinteilig und wenig stabil sind und viele Defekte enthalten. Dies schränkt die möglichen Anwendungen erheblich ein. 

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Forschung andreas.battenberg@tum.de news-36722 Wed, 09 Jun 2021 08:58:56 +0200
Das erste deutsche 10-Milliarden-Start-up https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36720/ Celonis konnte einen einzigartigen Erfolg verkünden: Das Unternehmen sammelte in seiner vierten Finanzierungsrunde eine Milliarde Dollar bei Investoren ein und wurde in der Folge mit rund elf Milliarden Dollar bewertet. Damit ist es das erste deutsche Decacorn. So werden Start-ups genannt, die ohne Börsengang einen Wert von zehn Milliarden Dollar erlangen. Laut „Handelsblatt“ ist Celonis nach dem schwedischen Zahlungsanbieter Klarna das zweitwertvollste Start-up in Europa. 

Bereits sieben Jahre nach der Gründung erreichte Celonis 2018 den Status eines Unicorn, also eine Milliardenbewertung. Auch diese „Einhörner“ sind in Deutschland noch äußerst selten. Nur 14 andere Start-ups sind derzeit so erfolgreich, berichtet das „Handelsblatt“ – darunter zwei weitere Ausgründungen der TUM: Lilium entwickelt ein elektrisches Flugtaxi, Personio bietet eine Software an, mit der kleine und mittelständische Unternehmen ihre Personalprozesse digitalisieren können.

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Künstliche Intelligenz Entrepreneurship klaus.becker@tum.de news-36720 Tue, 08 Jun 2021 11:17:24 +0200
„Corona befeuert eine andere Pandemie“ https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36713/ Dass sie seit Beginn der Corona-Pandemie zugenommen haben, geben überdurchschnittlich häufig die 30- bis 44-Jährigen (48 Prozent) sowie die Befragten an, die bereits zuvor ein Gewichtsproblem hatten (53 Prozent). Dies ist eines der Ergebnisse der Umfrage, die das Else Kröner Fresenius Zentrum für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der TUM gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt hat.

Diese Analyse beruht auf der online Befragung von 1.001 Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren im April 2021 im Rahmen eines systematischen Zufallsverfahrens. Hans Hauner, Professor für Ernährungsmedizin an der TUM, und Renate Oberhoffer-Fritz, Professorin für Präventive Pädiatrie an der TUM, nahmen im Rahmen eines Expertengesprächs zu den Daten Stellung.

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Covid-19 Forschung katharina.baumeister@tum.de news-36713 Wed, 02 Jun 2021 11:30:00 +0200
Digitale Schulbücher helfen leistungsschwächeren Kindern https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36705/ Das Bruchrechnen gilt als eines der anspruchsvollsten Themen im Mathematikunterricht für jüngere Kinder. Vielen Schülerinnen und Schülern gelingt es nur mit Mühe, eine Vorstellung für Bruchzahlen zu entwickeln, die in vielfacher Hinsicht weniger zugänglich als natürliche Zahlen sind. Beispielsweise fällt es ihnen schwer, zu erkennen, dass acht Neuntel kleiner sind als sieben Sechstel, oder zu verstehen, dass nach einer Multiplikation das Ergebnis nicht immer größer ist als die Ausgangszahl. 

Grundsätzlich geht die Bildungsforschung davon aus, dass Bilder von Alltagsgegenständen wie beispielsweise die Darstellung einer Pizza, die in mehrere Stücke zerteilt wird, den Kindern helfen. Um mit solchen Visualisierungen ein tieferes Verständnis der Bruchzahlen zu erreichen, bieten digitale Medien deutlich mehr Möglichkeiten als traditionelle Lernmaterialien. Allerdings ist zum einen umstritten, wie stark sich der Unterricht darauf konzentrieren kann, ohne dass das Erlernen der „eigentlichen“ Rechenfähigkeiten zu kurz kommt. Zum anderen gibt es bislang wenige empirische Studien zum Einsatz von Computern im realen Mathematikunterricht. 

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Forschung klaus.becker@tum.de news-36705 Wed, 02 Jun 2021 10:06:00 +0200
GALILEO-Gebäude am TUM-Forschungscampus Garching offiziell eröffnet https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36718/ Außerdem sind im GALILEO das TUM Institute for LifeLong Learning, das Munich Data Science Institute sowie das TUM Georg Nemetschek Institute an zentraler Stelle untergebracht. Der Gebäudekomplex bietet Büroflächen, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und ein Fitnesszentrum und ermöglicht mit einem Hotel sowie einem Appartmenthaus das Unterbringen von Gästen direkt am Puls der Wissenschaft.

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Campus Präsident presse@tum.de news-36718 Wed, 02 Jun 2021 09:50:58 +0200
Gesundheit von Mensch und Tier verbessern https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36712/ In regelmäßigen Abständen stellt die TUM School of Life Sciences ihre Forschung in Form von auch für Laien interessanten Vorträgen vor. Eine anschließende Diskussion mit dem Publikum ist nach jedem Vortrag ausdrücklich erwünscht. Die Vortragsreihe soll Bürgerinnen und Bürgern einen direkten Zugang zur wissenschaftlichen Arbeit am Campus Weihenstephan ermöglichen und bietet den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern öffentlichen Input für ihre Forschungsarbeiten. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Vorträge letztes Jahr leider pausieren. Am Dienstag, 15. Juni 2021, finden nun zum zweiten Mal Online-Vorträge statt – dieses Mal unter der Moderation von Prof. Ilona Grunwald Kadow.

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Campus Termin katharina.baumeister@tum.de news-36712 Tue, 01 Jun 2021 15:48:00 +0200
Präzise Daten für besseren Küstenschutz https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36710/ Milliarden Menschen leben in Küstennähe. Ein Anstieg des Meeresspiegels aufgrund des Klimawandels kann für sie existenzbedrohend werden. „Um Menschen und Infrastruktur zu schützen – beispielsweise indem man Flutschutzanlagen baut, Häfen befestigt oder Deiche erhöht – braucht man zuverlässige Prognosen über die Entwicklung“, erklärt Prof. Florian Seitz, Leiter des Deutschen Geodätischen Forschungsinstituts der TUM. „Die Voraussetzung dafür sind allerdings genaue Daten mit hoher räumlicher Auflösung. Und die waren bisher nicht flächendeckend verfügbar.“

Ausgerechnet in Küstennähe, wo sich Städte, Häfen, Industrie- und Wohngebiete befinden, sind die Messdaten der Radarsatelliten, die seit Jahrzehnten die Erde umkreisen, oft verrauscht. Der Grund: Berge, Buchten und vorgelagerte Inseln verursachen Streuungen der Signale und verfälschen die Echos, die reflektiert werden. Ein weiteres Problem ist Meereis, das im Winter Teile der Ozeane bedeckt: Es ist für Radaraugen undurchdringlich.

Im Projekt Baltic Sea Level, kurz Baltic SEAL, hat ein TUM-Forschungsteam gemeinsam mit internationalen Partnern Algorithmen entwickelt, um Messdaten von Radarsatelliten so aufzubereiten, dass sich Meeresspiegeländerungen auch in Küstennähe und unter Eis hochauflösend und mit hoher Genauigkeit erkennen lassen.

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Nachhaltigkeit Forschung stefanie.reiffert@tum.de news-36710 Tue, 01 Jun 2021 11:22:00 +0200
Borexino-Team erhält renommierten Cocconi-Preis https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36708/ Im Jahr 2018 legte das Borexino-Experiment nach mehr als zehnjähriger Beobachtung von Sonnen-Neutrinos erstmals eine Gesamtuntersuchung der pp-Kette vor, des wichtigsten Fusionsprozesseses der Sonne. Diese bestätigte zum ersten Mal die theoretischen Vorstellungen zur Energieerzeugung unserer Sonne.

Vor kurzem konnte die Borexino Kollaboration auch den zweiten Fusionsprozess, den CNO-Zyklus, belegen. Beide Messungen bestätigen damit auch experimentell die in den 1930er Jahren aufgestellte Hypothese über die Funktionsweise der Sonne.

TUM-Emeritus Prof. Franz von Feilitzsch, Prof. Lothar Oberauer und Prof. Stefan Schönert vom Lehrstuhl für Experimentelle Astroteilchenphysik an der Technischen Universität München (TUM) trugen maßgeblich zu den nun ausgezeichneten Messungen bei.

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Campus battenberg@zv.tum.de news-36708 Mon, 31 May 2021 10:27:00 +0200
Robotik- und KI-Prominenz live erleben https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36692/ Bei der automatica sprint handelt es sich um eine eigenständige Tochter der automatica, der internationalen Leitmesse für Robotik und Automation, die üblicherweise im Zwei-Jahresrhythmus auf dem Messegelände in München stattfindet. In diesem Jahr wird sie Corona bedingt vom 22. bis 24. Juni als reines Online-Event abgehalten.

Die MSRM ist auf der automatica sprint mit der Hightech-Plattform munich_i vertreten. Die Plattform organisiert die MSRM in enger Zusammenarbeit mit der automatica und der Messe München. Unter dem Motto „intelligence empowering tomorrow“ bietet munich_i den Ideen der namhaftesten und vielversprechendsten Robotik und KI-Pioniere eine Bühne und fördert Wissenstransfer sowie Kollaboration mit Wissenschaft, Politik, Industrie und Start-ups.

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Künstliche Intelligenz Termin christine.lehner@tum.de news-36692 Thu, 27 May 2021 14:00:00 +0200
Weiterentwicklung von hybrider Lehre und digitaler Hochschuldidaktik https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36701/ Der Geschäftsführende Vizepräsident für Studium und Lehre, Prof. Gerhard Müller, freut sich über den Erfolg der TUM-Förderanträge: „Als Reaktion auf die Corona-Pandemie hat die TUM in einem besonderen Innovationsschub die Bereiche Lehre, Lernen und Prüfen weitgehend digitalisiert. In Zukunft wollen wir diese Fortschritte mit den Vorteilen von Präsenzveranstaltungen an einem lebendigen, international geprägten Campus dauerhaft verknüpfen. Darum geht es bei unserem Einzelprojekt hyteQ.“ Dieses Projekt erhält 3 Mio. Euro aus der von Bund und Ländern finanzierten Förderlinie.
 
Weitere 5 Mio. Euro stellt die Stiftung Innovation in der Hochschullehre für den gemeinsam von den bayerischen Universitäten erstellten Verbundantrag QUADIS zur Verfügung. Er soll einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Qualität der digital gestützten Lehre flächendeckend zu stärken. Als zentrales Instrument soll die hochschuldidaktische Weiterbildung für das digitale Zeitalter ausgebaut werden. Im Ergebnis sollen erhebliche Synergien und damit eine deutliche Effizienzsteigerung erreicht werden.

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Campus Lehren ulrich.meyer@tum.de news-36701 Thu, 27 May 2021 13:58:27 +0200
TUM in neun Fächern unter den Top 50 https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36694/ Das an der Shanghai Jiao Tong Universität entwickelte Ranking berücksichtigt vor allem die Zahl und Zitationsraten der Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, vor allem in den wichtigsten Publikationen der jeweiligen Fächer, den Grad der internationalen Zusammenarbeit bei diesen Forschungsarbeiten sowie die Zahl bedeutender Auszeichnungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Indikatoren werden je nach Fächerkultur unterschiedlich gewichtet.

In der neuen Ausgabe der „Global Rankings of Academic Subjects“ zählt die TUM in den folgenden Fächern zu den 50 besten Universitäten weltweit:

  • Fernerkundung: Rang 5 (in Deutschland: 1)
  • Umweltwissenschaften und -ingenieurwissenschaften: Rang 15 (in Deutschland: 1)
  • Luft- und Raumfahrt: Rang 17 (in Deutschland: 1)
  • Elektrotechnik: Rang 19 (in Deutschland: 1)
  • Medizintechnik: Rang 21 (in Deutschland: 2)
  • Lebensmittelwissenschaften und -technologie: Rang 37 (in Deutschland: 1)
  • Agrarwissenschaften: Rang 38 (in Deutschland: 2)
  • Biotechnologie: Rang 49 (in Deutschland: 1)
  • Humanbiologie: Rang 50 (in Deutschland: 6)

Die Ausgabe des „Shanghai Rankings“, die die Universitäten als Ganzes einstuft, ist bereits Mitte 2020 erschienen. Hier steht die TUM auf Rang 54 und gehört damit zu den vier besten Technischen Universitäten in Europa.

Auch in anderen Fächerrankings wird die TUM hervorragend bewertet: In den jüngsten „THE World University Rankings by Subject“ erreicht sie in Computerwissenschaften Rang 14 weltweit, Rang 24 in Ingenieurwissenschaften, Rang 25 in Physical Sciences (Großteil der Naturwissenschaften) und Rang 46 in Lebenswissenschaften. In den „QS World University Rankings by Subject“ zählt sie zehn Mal zu den Top 50.

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TUM in Rankings klaus.becker@tum.de news-36694 Wed, 26 May 2021 11:21:22 +0200
Wie können autonome Autos Entscheidungen treffen? https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36690/ Künstliche Intelligenz Mobilität TUM in den Medien news-36690 Wed, 26 May 2021 10:05:00 +0200 SFBs zu Immuntherapien und Photokatalyse https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36691/ Die Sonderforschungsbereiche der DFG gehören zu den wichtigsten Forschungsförderprogrammen Deutschlands. Sie ermöglichen anspruchsvolle, interdisziplinäre und langfristig angelegte Forschungsvorhaben. Die DFG bewilligt sie zunächst für vier Jahre, insgesamt können sie zwölf Jahre lang gefördert werden. Ein Transregio ist ein SFB, dessen Partner überregional kooperieren.

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Forschung news-36691 Tue, 25 May 2021 13:16:24 +0200
Neue KI-Technik wahrt Privatsphäre https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36688/ Die digitale Medizin eröffnet heute bisher nicht dagewesene Möglichkeiten. Sie kann beispielsweise frühe Hinweise auf Tumore zu geben. Wie gut neue KI-Algorithmen sind, hängt allerdings von der Menge und der Qualität der Daten ab, an denen sie lernen.

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Künstliche Intelligenz Forschung lisa.pietrzyk@tum.de news-36688 Mon, 24 May 2021 08:31:00 +0200
Diabetes-Forscher ausgezeichnet https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36685/ Der Ernst Jung-Preis für Medizin kommt Forschenden zugute, die mit ihren Projekten wesentlich zum Fortschritt der Humanmedizin beigetragen haben und dies auch in der Zukunft erwarten lassen. Matthias Tschöp forscht seit mehr als 20 Jahren daran, verbesserte Wirkstoffe gegen die weltweit pandemische Ausmaße erreichenden Stoffwechselerkrankungen Fettleibigkeit und Diabetes zu entwickeln. Bereits früh in seiner Forscherkarriere gelangen ihm eine Reihe bahnbrechender Entdeckungen zur molekularen Kommunikation zwischen Magen-Darm und Gehirn. Diese Erkenntnisse ermöglichten ihm die Entwicklung von neuartigen Arzneimittelkandidaten, darunter eine eigene Therapeutika-Klasse, die als Hormon-Polyagonisten bezeichnet werden. Mehrere solcher Polyagonisten befinden sich heute erfolgreich in klinischen Studien der Phase II und III und gelten als einer der derzeit vielversprechendsten Ansätze zur Bekämpfung der Volkskrankheiten Adipositas und Typ-2-Diabetes. 

„Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung ist bekannt für ihr Engagement für den Fortschritt der Humanmedizin auf nationaler wie internationaler Ebene. Mein persönlicher Lebensweg führte mich von der Medizin zur Wissenschaft, von Deutschland in die Welt und aus der akademischen Landschaft in die Biotech- und Pharmaindustrie und zurück, um letztlich zu lernen, dass es oft die Schnittstellen zwischen diesen Welten sind, an denen das transformative Potenzial zu finden ist“, sagt Tschöp.  

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Forschung news-36685 Fri, 21 May 2021 09:52:29 +0200
Was die grauen Zellen glücklich macht https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36682/ Lithium ist vielen aus wieder aufladbaren Batterien bekannt. Mit dem Trinkwasser nehmen die meisten Menschen täglich Lithium zu sich. Internationale Studien zeigen, dass ein höherer natürlicher Lithiumgehalt des Trinkwassers mit einer niedrigeren Suizidrate in der Bevölkerung einhergeht.

In vielfach höherer Konzentration kommen Lithiumsalze seit Jahrzehnten auch in der Behandlung von Manien und depressiven Störungen zum Einsatz. Welche Rolle das Lithium im Gehirn genau spielt, ist jedoch bisher nicht bekannt.

Physiker und Neuropathologen der TU München sowie Rechtsmedizinerinnen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben in Zusammenarbeit mit einem Expertenteam der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) eine Methode entwickelt, mit der sie die Verteilung von Lithium im Gehirn exakt bestimmen können. Daraus erhoffen sie sich Rückschlüsse auf die Therapie sowie ein besseres Verständnis der physiologischen Vorgänge bei Depressionen.

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Forschung battenberg@zv.tum.de news-36682 Fri, 21 May 2021 08:43:45 +0200
„Mehr Gewalt in häuslicher Quarantäne“ https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36670/ Ob und wie stark die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt während der Pandemie gestiegen ist, lässt sich mangels geeigneter Vergleichszahlen nicht exakt ermitteln. Aber Sie konnten feststellen, dass die Umstände der Pandemie das Risiko erhöht haben.

Wir haben während des ersten Lockdowns im Frühjahr vergangenen Jahres mit einer repräsentativen Befragung mehrere Risikofaktoren untersucht. Die Zahl der Frauen und Kinder, die zu Hause Opfer körperlicher Gewalt wurden, war größer, wenn sich die Frauen in häuslicher Quarantäne befanden. Auch wenn einer der Partner aufgrund der Pandemie in Kurzarbeit war oder den Arbeitsplatz verloren hatte, gab es mehr körperliche Auseinandersetzungen als in anderen Familien im selben Zeitraum. Ein großer Stress- und damit Risikofaktor war zudem die Betreuung kleiner Kinder. Dass die Gewalt teilweise extremer ausfiel als vor der Pandemie, haben uns Mitarbeiterinnen von Hilfsangeboten berichtet.

In den folgenden Monaten haben Sie die Zahl der Nutzerinnen solcher Hilfsangebote, also etwa Telefonhotlines und Frauenhäuser, erhoben. Wie war die Entwicklung?

Die Auswertung läuft noch, aber wir können eine vorläufige, grobe Größenordnung nennen: Im Zeitraum von April bis September 2020 gab es pro Monat durchschnittlich rund 30 Prozent mehr Anrufe bei den telefonischen Angeboten, also etwa dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ und der Telefonseelsorge, als im März. Bei den stationären Angeboten, also Frauenhäusern und Beratungsstellen, sank die Zahl der Hilfesuchenden zunächst, um dann nach den ersten Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen ebenfalls zu steigen. Das lässt sich damit erklären, dass es im strengen ersten Lockdown für viele Frauen zunächst schwierig war, solche Einrichtungen aufzusuchen.

In Ihrer ersten Studie haben Sie empfohlen, den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern. Ist das geschehen?

Ja, in Deutschland und in einigen anderen Ländern wurden die Möglichkeiten ausgebaut, sich online und per Chat an Hilfseinrichtungen zu wenden – denn wer zu Hause in Quarantäne ist, kann womöglich nicht ungehört telefonieren. Auch Codewörter, die Betroffene in Apotheken nennen können, sodass diese dann die Behörden verständigen, wurden bekannter gemacht. In manchen Ländern gilt das sogar für Supermärkte und Pizzaservices. Insgesamt hat die Sichtbarkeit des Themas zugenommen, sodass wir hoffen können, dass häusliche Gewalt ein wenig mehr entstigmatisiert wurde.

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Covid-19 Termin klaus.becker@tum.de news-36670 Tue, 18 May 2021 12:15:55 +0200
Mit Kreislaufwirtschaft zu mehr Klimaschutz https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36667/ Die Wirtschaft spielt eine zentrale Rolle, damit Deutschland seine Klima- und Nachhaltigkeitsziele erreicht. Dabei ist immer wieder die Rede davon, dass die Circular Economy den Wandel hin zu einer ressourcenschonenden Wertschöpfung gestalten kann. Was verbirgt sich hinter dem Begriff der Circular Economy?

Circular Economy ist ein ganzheitlicher Ansatz für ein nachhaltiges Wirtschaften und zielt auf geschlossene Stoffkreisläufe, in denen im Idealfall weniger Materialien länger zirkuliert werden. Damit können Abfälle vermieden und bedeutende Beiträge zur Ressourcenschonung sowie zum Klimaschutz geleistet werden. Wichtig ist, dass sich hierdurch auch Wirtschaftsweise und Geschäftsmodelle ändern. Insofern fordert eine Kreislaufwirtschaft einen umfassenden Transformationsprozess von Wirtschaft und Gesellschaft.

Sie sind gemeinsam mit 130 weiteren Expertinnen und Experten Mitglied der Circular Economy Initiative Deutschland, die eine „Circular Economy Roadmap für Deutschland“ mit Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft veröffentlicht hat. Was sind die erforderlichen Schritte, damit in Deutschland eine Kreislaufwirtschaft entstehen kann?

Es geht darum, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, um Circular Economy zu ermöglichen und zu fördern. Ein Ansatzpunkt sind Standardisierungen, um den Zustand gebrauchter oder wiederaufbereiteter Produkte zu klassifizieren. Unabdingbar ist auch Transparenz zu Herkunft, Zusammensetzung und Umweltwirkungen von gebrauchten Materialien und Produkten. Aus politisch-rechtlicher Sicht braucht es Anreize und Pflichten für die involvierten Akteure sowie eine kohärente Produktpolitik, um den Werterhalt von Produkten zu ermöglichen. Dazu gehört etwa, eine Verlängerung von Garantien für die Nutzungsdauer von Produkten zu etablieren, aber auch durch entsprechend gestaltete Recyclingquoten ein qualitativ hochwertiges, werterhaltendes Recycling zu fordern.

Welche Vorschläge hat die Initiative zu ökonomischen Anreizen gemacht?

Die rechtlich-wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass sich Kreislaufwirtschaft für die Akteure lohnt. Der Abbau umweltschädlicher Subventionen und die höhere Bepreisung von Abfällen und Emissionen sind wichtige Elemente. Daraus resultierende Mehreinnahmen können dazu verwendet werden, Pilotprojekte beispielsweise zu innovativen Geschäftsmodellen zu fördern oder notwendige Infrastruktur zur Wieder- und Weiterverwendung sowie zum Recycling aufzubauen. An vielen Stellen braucht es auch Forschung und Entwicklung, um Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Verstärkte Anstrengungen im Bereich Bildung und Wissenstransfer sind für die Umsetzung notwendig. Nicht zuletzt braucht es vor allem uns als Privatpersonen, die nachhaltige und zirkuläre Produkte und Dienstleistungen nachfragen. Diese lange Liste zeigt, wie umfangreich und komplex das Thema ist.

Als Inhaber der Professur Circular Economy am TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit beschäftigen Sie sich seit Längerem mit diesem gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozess. Was ist Ihr Antrieb, an dem Thema zu forschen?

Zum einen möchte ich mit meinen Arbeiten dazu beitragen, dass wir nachhaltig und sicher im Einklang mit den Möglichkeiten unserer Erde leben, sodass wir nicht die Zukunft der folgenden Generationen gefährden. Zum anderen fasziniert mich das Fach selbst mit seiner Komplexität und Interdisziplinarität sowie der Aktualität und Relevanz. Die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer Kreislaufwirtschaft ist gerade noch einmal durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz deutlich geworden. Die Circular Economy spielt übrigens auch im European Green Deal eine zentrale Rolle.

An welchen Themen im Bereich der Circular Economy forscht Ihre Professur?

Wir betrachten die Circular Economy aus systemischer Sicht und schauen auf Technologien und Produkte, den lokalen und regionalen Kontext sowie Industriesektoren. Wir analysieren diese Systeme, entwickeln Konzepte für eine Kreislaufwirtschaft und Methoden zu deren Bewertung aus Nachhaltigkeitssicht. Konkret beschäftigen wir uns etwa mit der Kreislaufführung von Kunststoffen, mit der Umsetzung von Kreislaufwirtschaft in Städten sowie mit Elektroschrott. Im Bereich der Kunststoffe geht es uns um eine Kombination von Ansätzen der Circular Economy mit der Bioeconomy. Wir wollen die Kreislaufschließung und Substitution von fossilen Rohstoffquellen durch bio-basierte Rohstoffe integriert betrachten. In Bezug auf Elektrochrott ist es so, dass große Mengen in Ländern des globalen Südens landen, insbesondere in Westafrika. Wir entwickeln Lösungen für ein nachhaltigeres Management mit digitalen Technologien und unternehmerischen Ansätzen. In diesem Bereich kooperieren wir mit der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), einer Partneruniversität der TUM in Ghana.

Ihre Professur koordiniert gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik den Forschungsverbund CirculaTUM für die Circular Economy. Was sind die Ziele von CirculaTUM?

CirculaTUM ist getragen von dem Gedanken, dass wir als TUM für die Fragen und Aufgaben im Hinblick auf die Entwicklung der Circular Economy und deren Umsetzung sehr viele exzellente Forscherinnen und Forscher haben, die diese bearbeiten können. Als eine Austausch- und Aktionsplattform wollen wir Kompetenzen bündeln, um damit die Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft aktiv mitzugestalten. Es geht darum, in der Forschung gemeinsame Initiativen zu starten, Circular Economy breit in unseren Lehrangeboten zu verankern und in Wirtschaft und Gesellschaft hineinzuwirken. Daran arbeiten wir in Arbeitsgruppen zur industriellen Wertschöpfung, bebauten Umwelt sowie zu natürlichen Kreisläufen und Bioökonomie. Wir sind sehr froh, dass schon über zwanzig Professuren unterschiedlicher Schools und Standorte mitmachen.

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Nachhaltigkeit Forschung news-36667 Fri, 14 May 2021 12:30:00 +0200