TUM Gründergeflüster: VESTIGAS

Stand: Januar 2022

Welches Problem löst ihr mit eurem Produkt? 
Viele Lieferketten sind bis heute lediglich durch analoge Papierlieferscheine miteinander verknüpft, wodurch ein erheblicher manueller Mehraufwand bei der Verarbeitung und Verwahrung dieser sowie der Rechnungsprüfung entsteht. Die dadurch auszuführenden administrativen Prozesse kosten einem mittelständischen Unternehmen hohe sechsstellige Beträge pro Jahr. Wir können diese Kosten mit VESTIGAS vollständig einsparen, in dem unsere Lösung sämtliche Aufgaben und Prozesse digitalisiert und automatisiert.

Welche Technologie steht hinter dem Produkt?
VESTIGAS löst Papierlieferscheine durch strukturierte Datensätze vollständig ab. Ermöglicht wird dies durch einen neu entwickelten kryptographischen Zertifizierungs-Algorithmus. Zentral dabei ist, dass es sich nicht nur um eine einfache Digitalisierung (z.B. in PDF-Form) im herkömmlichen Sinne handelt. Stattdessen verarbeitet VESTIGAS rein maschinenlesbare Daten und nutzt elektronische Signaturen. Finden Änderungen an den Lieferdaten an einer Stelle der Lieferkette statt, so wird die Bestätigung aller Beteiligten eingefordert - ähnlich wie das bei einer Blockchain der Fall ist.

Wie habt ihr als Team zusammengefunden? 
Paul und ich (Julian) haben uns bereits am ersten Tag unseres Studiums vor knapp 10 Jahren kennengelernt. Nachdem wir viele Jahre in der studentischen Unternehmensberatung Academy Consult diverse Projekte gemeinsam durchführen konnten, landeten wir quasi durch Zufall in der Bauindustrie. Dort angekommen entdeckten wir das Potenzial im Thema Lieferschein und validierten dieses anschließend im Rahmen einer Masterarbeit. Kurz darauf kamen Nicolas und Yannick in das Team hinzu. Beide waren ebenfalls bei Academy Consult und komplementierten das Team mit ihrem technologischen Know-how.

Welchen Bezug haben eure Teammitglieder zur TUM? 
Jeder der vier Gründer hat sowohl sein Bachelor- als auch Masterstudium an der TU München absolviert, wodurch wir alle notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen und Praxiserfahrungen sammeln konnten. Paul und ich (Julian) lernten uns (wie bereits beschrieben) zudem initial am ersten Tag unseres Studiums in der allerersten Vorlesung vor knapp 10 Jahren kennen. Wir werden zudem von TU StudentInnen tatkräftig unterstützt, welche beispielsweise ihr interdisziplinäres Projekt oder Masterarbeit bei VESTIGAS schreiben. Es besteht somit eine tiefe Verbundenheit mit der TUM.

Was macht eure Idee einzigartig? 
Unsere Idee ist einzigartig, weil wir mit modernster Technologie ein bis heute bestehendes Problem vollständig lösen können. Wir haben unser Produkt auf eine Weise konzeptioniert, dass unsere Kunden ohne großen Einführungsaufwand, enorme Einsparungen verwirklichen können. Dies kombiniert mit einem sehr großen Marktpotenzial und einer uneingeschränkten Skalierbarkeit, bildet die Basis für unsere einzigartige Idee VESTIGAS.

Welche Zielgruppe bedient ihr? 
Derzeit bedienen wir als sogenannter beachhead market ausschließlich die Bauindustrie, da neben der tiefen Branchenerfahrung der Gründer auch ein sehr hohes Potenzial des Marktes nachgewiesen werden konnte. Konkret gehören hierzu alle Unternehmen, die in Lieferketten von Baustoffen involviert sind. Dazu zählen Lieferanten, Spediteure und Abnehmer (insb. Bauunternehmen). In einem späteren Schritt soll die Technologie auch auf weitere Branchen ausgerollt werden (z.B. Chemie, Lebensmittel/Gastronomie).

Was sind die nächsten Schritte? 
Nachdem das Produkt intensiv mittels zahlreichen Pilotprojekten kundennah entwickelt wurde, konnten wir unseren erfolgreichen Marktstart feiern. Als nächsten Schritt gilt es VESTIGAS der gesamten Bauindustrie zur Verfügung zu stellen, da der Nutzen für jeden einzelnen höher wird, desto mehr Unternehmen unsere Anwendung aktiv nutzen. Entsprechend soll das 10-köpfige Team weiter ausgebaut werden und für die anstehende Skalierung externes Kapital in Q2/2022 aufgenommen werden.