• 19.10.2012

Urabstimmung im November

Durchbruch beim Semesterticket

Kurz vor dem Ziel: Das Semesterticket für die Münchener Studierenden könnte eingeführt werden. Vom 21. November bis 2. Dezember 2012 findet eine Urabstimmung unter den Studierenden in München statt. Welche Hürden sind noch zu nehmen? Was soll das Ticket genau kosten? Die Antworten hat Stefan Bschorer vom Arbeitskreis Mobilität der Münchener Hochschulen. Die TUMstudinews haben ihn befragt.

U-Bahn Münchener Freiheit
Foto: Kerstin Groh/MVG

TUMstudinews: Es sieht so aus, als würde das Semesterticket endlich Realität. Im November findet dazu eine Urabstimmung unter den Münchener Studenten statt. Worüber wird abgestimmt?

Stefan Bschorer: Alle Studierenden von TUM, LMU und Hochschule München können darüber abstimmen, ob sie für oder gegen die Einführung eines Tickets für die Öffentlichen Verkehrsmittel sind. Es würde jedes Semester bezahlt werden, zusätzlich zum Studentenwerksbeitrag. Die Abstimmung funktioniert ganz einfach: auf www.semesterticket-muenchen.de mit der mytum-Kennung einloggen und Votum abgeben.

TUMstudinews: Das positive Votum der Studenten ist die eine Voraussetzung, dass es klappt. Die zweite ist eine wichtige Entscheidung des Stadtrats. Worüber stimmt der Stadtrat ab?

Stefan Bschorer: Die SPD-Fraktion hat den Antrag gestellt, dass die Landeshauptstadt München beim MVV ein mögliches Defizit für zwei Jahre ausgleicht. Die Grünen und auch die CSU haben signalisiert, dass sie dafür stimmen werden. Damit wäre eine zentrale Frage gelöst, denn um die Finanzierung des möglichen Defizits wurde lange gerungen.

TUMstudinews: 2009 gab es schon einmal eine Abstimmung unter den Studies. Die Mehrheit an der LMU stimmte dagegen. Warum glauben Sie, dass es diesmal klappt?

Stefan Bschorer: Das negative Votum kam damals vor allem zustande, weil das Ticket zu teuer geworden wäre. Jetzt sind wir deutlich billiger:  der sogenannte „Solidarbeitrag“ kostet 59 Euro pro Semester. Damit kann man unter der Woche zwischen 18 und 6 Uhr sowie an den Wochenenden und Feiertagen fahren, im Gesamtnetz des MVV. Diesen Betrag müssten alle entrichten. Wer freiwillig 141 Euro mehr bezahlt, kann das Gesamtnetz ohne Zeitbeschränkung nutzen. Das wären insgesamt rund 33 Euro im Monat, was günstiger ist als eine Monatskarte für 2 Ringe.

TUMstudinews: Der Pflichtbetrag läge also bei 59 Euro. Damit könnte man nur abends, nachts und am Wochenende fahren, wer würde das nutzen?

Stefan Bschorer: Alle, die viel zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Ab 18 Uhr können viele Sport-, Kultur- und Freizeitangebote genutzt werden. Am Wochenende kann man Ausflüge machen. Und viele fahren zum Hauptbahnhof und von da nach Hause. Genutzt werden kann wohlgemerkt das MVV-Gesamtnetz, das auch Teile des Münchener Umlands umfasst, im Norden reicht das zum Beispiel bis Moosburg, im Osten bis Erding, Markt Schwaben, im Süden bis Grafing, Holzkirchen oder Geltendorf.

TUMstudinews: Jetzt gilt es also, möglichst viele Studenten zur Abstimmung zu mobilisieren. Wie wollen Sie das anstellen?

Stefan Bschorer: Auf Facebook hat das Semesterticket schon viele Tausend Unterstützer. Auch haben wir die Unterstützung des Präsidenten. Er hat zugestimmt, dass alle Studierenden noch einmal gesondert angeschrieben werden dürfen. Wir informieren außerdem detailliert bei der Studentischen Vollversammlung am 13. November und am 31. Oktober bei den Fachschaftsvollversammlungen. Für die Organisation der Urabstimmung und die Informationskampagnen suchen wir übrigens noch freiwillige Helfer. Wir freuen uns über jeden, der mitmacht. Einfach melden unter infospam prevention@semesterticket-muenchen.de !

Stefan Bschorer (24) studiert im 9. Semester  Elektrotechnik und Informationstechnik. Er stammt aus der Nähe von Donauwörth. Seit 2010 engagiert er sich im AK Mobilität. Für diesen sitzt er auch im Fahrgastbeirat des MVV.
Kontakt:
bschorerspam prevention@fs.tum.de

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