Europaweit einzigartiger Master an der TUM: Anna Kirstein ist eine der ersten Absolvent/innen in "Radiation Biology". (Foto: Uli Benz)
Europaweit einzigartiger Master an der TUM: Anna Kirstein ist eine der ersten Absolvent/innen in "Radiation Biology". (Foto: Uli Benz)
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Master Radiation Biology:Krebs effektiver behandeln

Als einzige Universität in Europa bietet die TUM seit zwei Jahren den Masterstudiengang Radiation Biology an. Vor kurzem feierte der erste Jahrgang seinen erfolgreichen Abschluss. Anna Kirstein ist eine der zehn Absolventen. Im Gespräch mit TUMstudinews-Reporterin Sabrina Czechofsky gibt sie spannende Einblicke in den Studiengang.

Anna, was genau ist Radiation Biology?

Anna Kirstein: Der Master Radiation Biology beschäftigt sich mit Strahlenschutz und Strahlentherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen. Es geht hauptsächlich darum, wie man Krebs effektiver behandeln und mit Hilfe der Strahlentherapie sogar heilen kann.

Was wird in dem Masterstudiengang an der TUM behandelt?

Der Studiengang ist interdisziplinär, es werden hauptsächlich Themen aus der Medizin, Biologie und Physik behandelt. Alle Kurse finden auf Englisch statt und es gibt einen festen Studienverlaufsplan. Man kann also am Anfang nicht wie in anderen Studiengängen zwischen verschiedenen Modulen wählen. Im ersten und zweiten Semester gibt es mehrere praktische Einheiten und in den Semesterferien kommen zweimal sechs Wochen Praktikum im Labor dazu.

Was hat Dir an Deinem Masterstudium besonders gut gefallen?

Die praktische Studienzeit im Labor hat mir am meisten Spaß gemacht. Auch war unser Jahrgang sehr klein, wir waren nur zwischen acht und zehn Studierende – die Dozenten kannten uns also alle persönlich und das gibt eine ganz andere Atmosphäre als in großen Hörsälen. Unsere Professoren haben sehr gute Kontakte und geben sich viel Mühe, auf unsere persönlichen Stärken einzugehen und uns zu ermöglichen, auch international Erfahrungen zu sammeln.

Wie bist Du auf diesen Master gestoßen?

Ich habe im Bachelor Applied Biology studiert, wo es nur um Humanbiologie ging. Schon damals hat mich die Krebsforschung interessiert und so bin ich auf den Masterstudiengang Radiation Biology gestoßen, der ja europaweit nur an der TUM in München angeboten wird.

Was fasziniert Dich so an der Krebsforschung?

Der Krebs ist eine sehr komplexe Krankheit. Ich finde seine Entstehung unglaublich interessant und ich wollte verstehen, warum er so schwer zu bekämpfen ist.

Gerade hast Du Deinen Master beendet. Was machst Du jetzt?

Ich mache meinen Doktor am Klinikum rechts der Isar. Dort habe ich auch schon meine Masterarbeit geschrieben. Jetzt setze ich die Forschung fort: Ich beschäftige mich mit der Entstehung und Behandlung des Gehirntumors, dem Glioblastom. Dieser Krebs ist besonders strahlenresistent. Ich möchte herausfinden, warum er das ist, und welche alternativen Behandlungsmethoden es geben kann.

Was kann man denn allgemein nach dem Studium mit Radiation Biology machen?

Üblicherweise macht man nach dem Studium seinen Doktor und arbeitet auch später in der Forschung. In München gibt es drei Möglichkeiten: am Klinikum rechts der Isar, an das die Medizinfakultät der TUM angeschlossen ist. Oder am Helmholtz Zentrum in Neuherberg, wo das Institut für Strahlenbiologie angesiedelt ist. Die dritte Möglichkeit ist das Institut für Radiobiologie der Bundeswehr in Neuherberg.

Wer kann Radiation Biology studieren?

Jeder, der einen Bachelor of Science hat. Es ist sehr sinnvoll, wenn man Grundkenntnisse in Physik und Biologie mitbringt. In meinem Jahrgang haben die Studierenden vorher Physik, Zahnmedizin oder sogar Medizin auf Staatsexamen studiert. In fast allen Themen beginnt man mit den Grundkenntnissen, aber es fällt einfach leichter, wenn man von einigem schon vorher gehört hat.

Anna Kirstein, 24, kommt aus Bergisch Gladbach und studierte zunächst an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Applied Biology. Für Radiation Biology zog sie vor zwei Jahren nach München, wo es Kirstein so gut gefällt, dass sie auch nach ihrer Doktorarbeit hierbleiben möchte. In ihrem Master hat Anna viele internationale Freundschaften geschlossen: ihre Kommilitonen kommen aus Indien, Iran, Nigeria und Ghana.

Mehr Informationen:
Radiation Biology Master of Science

Technische Universität München

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