TUM-Studentin Michelle Brey spielt aktiv Fußball und wird bei den European Championships Munich 2022 Nachrichten, Berichte und Interviews verfassen.
Bild: Uli Benz / TUM
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European Championships Munich 2022„Es geht ums Mutigsein“

Michelle Brey ist Sportwissenschaftsstudentin an der TUM und wird bald internationale Spitzensportlerinnen und -sportler wie Gesa Krause und Timo Boll interviewen. Denn von 11. bis 21. August finden die European Championships 2022 in München statt, bei denen Studierende der TUM ihre ersten Schritte in Sport-PR machen.

Die European Championships sind für München das größte Multi-Sportevent seit den Olympischen Spielen 1972. Wie kommt es, dass da auch Studierende mitmischen dürfen?

Einer der Teilbereiche meines Studiengangs Sportwissenschaften beschäftigt sich mit Medien und Kommunikation. Und mein Glück ist, dass unsere Dozentin, Romy Schwaiger vom Arbeitsbereich für Medien und Kommunikation, sehr viel Wert auf Praxiserfahrung legt. Noch im Winter hatte ich einen Kurs zu Sportkommunikation und -sponsoring, bei dem auch der PR-Manager der European Championships, Manuel Deutschmeyer, dabei war. So hat das alles angefangen. Und jetzt beginnen die Wettkämpfe in wenigen Tagen.

Also hatten Sie Glück, dass Sie diese Lehrveranstaltung im Jahr der European Championships belegt haben.

Genau. Vergangenes Semester hieß es, dass es im Rahmen des Seminars ein Projekt bei den European Championships geben wird. Ich dachte mir schon damals, dass das eine coole Sache wird. Wegen der Pandemie hatte ich in meinem bisherigen Studium wenig Praxis, saß über Monate hinweg im Homeoffice. Dazu kommt, dass ich freiberuflich als Journalistin tätig bin – und mir diese Lehrveranstaltung zu Sport und Journalismus deshalb umso weniger entgehen lassen wollte.

Der Kurs möchte sie vom Hörsaal rein in die Praxis bringen. Sie sollen lernen, unter realweltlichen Bedingungen sportjournalistisch zu arbeiten. Aber wie sieht das eigentlich aus?

Also bei diesem Großereignis treten Sportler:innen in neun verschiedenen Sportarten an: und zwar Beachvolleyball, Kanu-Rennsport, Klettern, Leichtathletik, Radsport, Rudern, Tischtennis, Triathlon und Turnen. Das heißt für uns, dass sich auf jeden Fall einige Themen für Artikel finden lassen werden. Was ich mir erhoffe: Interviews mit Leichtathlet:innen zu führen, wie zum Beispiel mit der Sprinterin Gina Lückenkemper. Oder auch mit Gesa Krause oder Deniz Almas. Auf Grundlage dieser Gespräche schreiben wir dann Nachrichten, Berichte oder auch Wortlaut-Interviews. Für den Zeitraum haben wir dann auch einen festen Projektraum am TUM Campus im Olympiapark, eine Art Mini-Redaktion.

Wie nah kommen Sie an die Profis überhaupt heran?

Wir 14 Kursteilnehmer:innen haben die tolle Chance, die Athlet:innen sogar im Training anzutreffen. Denn sie trainieren bei uns auf dem Campus. Die Leichtathletik-Wettkämpfe finden im Olympia-Stadion statt, von dort sind es zu unserem Campus nicht mehr als zehn Minuten zu Fuß. Ich glaube, dass es einfach eine lockerere Stimmung ist – als wenn wir sie direkt nach Wettkampf ansprechen und nur paar Standardsätze zu hören bekommen. Und vielleicht haben sie auch mehr Zeit oder nehmen sie sich für uns, wenn sie von unserem Kurs erfahren. Aber klar, es hängt natürlich davon ab, ob die Sportler:innen diese Gelegenheit nutzen und zu uns auf den Campus kommen. Wenn nicht, dann müssen wir versuchen, sie bei den Wettkämpfen anzusprechen. Da geht es ums Mutigsein.

Leichtathletik scheint Sie ja sehr zu begeistern.

Ja, auf jeden Fall. In meiner Kindheit, als Sieben- und Achtjährige, habe ich selbst Leichtathletik gemacht und bin auch bei Wettkämpfen angetreten. Relativ schnell bin ich dann aber in den Fußball gewechselt, wo ich dann auch ganz erfolgreich war. Aber ich möchte mir nicht nur Wettkämpfe in der Leichtathletik anschauen. Mich würde auch Beachvolleyball, Klettern oder Tischtennis mit Timo Boll sehr interessieren.

Trotzdem die Frage: Was fasziniert Sie so sehr an Leichtathletik?

Die Sprinter:innen zum Beispiel trainieren auf ungefähr elf Sekunden hin, damit sie in dieser kurzen Zeitspanne ihre Bestleistung abliefern. Das ist natürlich enorm. Es kann alles perfekt laufen, aber auch alles schief gehen. Also man muss auf den Punkt genau da sein. Und in egal welcher Sportart fasziniert mich die Fähigkeit, seine Leistung bei solch einem riesigen Event mit enorm vielen Medaillenentscheidungen abzurufen.

Haben Sie ein Vorbild? Also eine:r der Sportler:innen, die bei den European Championships dabei sind?

Ja, das ist die Sprinterin Gina Lückenkemper. Erst vor kurzem hat sie wieder die 11-Sekunden-Marke geknackt. Ich finde sie sehr spannend und verfolge immer ihre Wettkämpfe. Sie ist wirklich ein Vorbild für mich, gerade wenn es um diese Fragen geht: Wie trainiere ich? Wie gehe ich mit Druck um? Deshalb würde ich sehr gerne mit ihr sprechen.

Also da werden Sie auf jeden Fall einigen Input für Ihre Artikel bekommen. Aber was ist eigentlich das Ziel des Kurses?

Praxiserfahrung. Das macht uns unsere Dozentin auch immer deutlich: Natürlich kann sie uns viel Theorie beibringen, aber letztendlich geht es beim Schreiben und beim Sport ums Ausprobieren. Ums Fehler machen, ums Besser werden. Trotzdem ist Theorie natürlich wichtig: Im Wintersemester haben wir die journalistischen Grundlagen gelernt und einige Übungstexte geschrieben. Gerade für die Kursteilnehmenden, die noch nie journalistisch gearbeitet haben, war das sehr hilfreich.

Die Championships als hervorragendes Best Practice-Beispiel?

Absolut. Wir werden lernen, unter Zeitdruck zu stehen und die Texte trotzdem abliefern zu müssen. Für mich geht es auch darum, viele Kontakte zu den Athlet:innen zu knüpfen. Gut vernetzt zu sein, ist im Sportjournalismus sehr wichtig. Und natürlich, auch wenn wir dort arbeiten werden: Wir alle wollen die European Championships in den vollsten Zügen genießen.

Mehr Informationen:

  • Egal ob im Olympiastadion, am Königsplatz oder auf der Olympia-Regattastrecke: Die European Championships Munich 2022 werden die Stadt vom 11. bis 21. August in Atem halten.
  • Es treten rund 4700 Athlet:innen an, es gibt 177 Medaillenentscheidungen.
  • Einige der Artikel, die im Rahmen des Kurses entstehen, veröffentlicht die TUM auf ihrer Webseite.
  • Michelle Brey, 23, arbeitet neben ihrem Studium an der TUM als Journalistin für Ippen Media und schreibt dabei vor allem für Merkur.de und tz.de. Mehr zu ihren Texten gibt’s auf ihrer Webseite: https://michellebrey.de/

Technische Universität München

Corporate Communications Center Katharina Horban / Verena Meinecke

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