Prof. Fritz Koenig (Foto: Hubertus Hierl)
Prof. Fritz Koenig (Foto: Hubertus Hierl)
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Renommierter Bildhauer und ehemaliger TUM-ProfessorFritz Koenig wird 90 Jahre

Am 20. Juni 2014 feiert Prof. Fritz Koenig, emeritierter Ordinarius für Plastisches Gestalten der Technischen Universität München (TUM), seinen 90. Geburtstag. Er gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer der Gegenwart und zählt zu den letzten Protagonisten einer bis ins 19. Jahrhundert zurückreichenden Münchner Bildhauertradition.

Fritz Koenig, geboren in Würzburg und aufgewachsen in Landshut, studierte von 1946 bis 1952 an der Kunstakademie in München bei Anton Hiller. 1964 wurde der Bildhauer an die Technische Hochschule – später Technische Universität München - berufen. Bis zu seiner Emeritierung 1992 leitete er dort den Lehrstuhl für Plastisches Gestalten, der sich unter seiner Leitung sowohl mit funktionsgebundenen als auch mit freien bildnerischen Themen befasste.

Dem heute weltbekannten Bildhauer gelangen schon in frühen Schaffensjahren große Erfolge. Mit ersten Preisen, Stipendien und Ausstellungen versehen, nahm er an den Biennalen 29 (1958) und 32 (1964) teil, war auf der documenta II (1959) und III (1964) in Kassel vertreten, und erhielt bald internationale Aufträge, denen Ehrungen und Preise folgten.

Als Frontsoldat im zweiten Weltkrieg und als Zeitzeuge von Konzentrationslagern und Attentaten wie das der Olympiade in München wird er mit der Errichtung verschiedener Mahnmale und Gedenkstätten beauftragt. Im zerrütteten Kunstverständnis des Nachkriegsdeutschland fungierte sein Werk an der zeitgemäßen Nahtstelle zwischen Abstraktion und Figur und erhält hier auch seine Bedeutung. Am 11. September 2001 wird seine Skulptur, die Kugelkaryatide „Sphere“ im Inneren des World Trade Centers, selbst zum Mahnmal terroristischer Zerstörungssymbolik. Sie überlebte das Inferno mit vergleichsweise geringen Beschädigungen.

Koenigs Skulpturen werden in der ganzen Welt öffentlich aufgestellt oder sind in Museen und Privatsammlungen vertreten. Ein großer Teil seines Werks befindet sich seit 1998 als Stiftung des Künstlers in dem nach seinen Vorstellungen gebauten Skulpturenmuseum im Hofberg in Landshut. In den zahlreichen Skulpturen allein im Umkreis der TU München zeigt sich ein zielsicheres Raumverständnis: die Skulptur „Große Blattfigur“, Stahl (1996), die den TUM-Innenhof gestaltet, zeugt mit gleicher Sicherheit wie die Skulptur auf Ground Zero von der Fähigkeit, Weite und große Proportionen zu binden und einen Platz mit Kraft und Verbindlichkeit zu definieren.

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