Ausgezeichnet mit dem "Preis für gute Lehre": Prof. Dr. Michael Krautblatter und Michael Folgmann. (Foto: A. Heddergott / TUM)
Ausgezeichnet mit dem "Preis für gute Lehre": Prof. Dr. Michael Krautblatter und Michael Folgmann. (Foto: A. Heddergott / TUM)
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Staatssekretär zeichnet Michael Krautblatter und Michael Folgmann ausPreis für gute Lehre an zwei TUM-Wissenschaftler

Der bayerische Staatssekretär Bernd Sibler wird heute in Passau die beiden Dozenten der Technischen Universität München (TUM) Prof. Michael Krautblatter und Michael Folgmann mit dem Preis für gute Lehre auszeichnen. Zusammen mit ihnen würdigt er weitere 13 Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer bayerischer Universitäten für hervorragende Leistungen in der Lehre. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Über Fächer- und Ländergrenzen hinweg - Prof. Michael Krautblatter (Ingenieurfakultät Bau Geo Umwelt) forschte und studierte in England und lässt seine Erfahrungen mit dem britischen Hochschulsystem nun in seine Lehre an der TUM einfließen. Zusammen mit zwei Kollegen führt er die transdisziplinäre Vorlesung „Landslides“ durch - ein Veranstaltungsmodell, das im deutschsprachigen Raum bislang einzigartig ist. Im Zusammenspiel von Geologie, Geodäsie und Risikoanalyse werden Lehrinhalte gemeinsam gestaltet und verschiedene Themen und Praxisprojekte aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Krautblatter ist aber auch überzeugt, dass die Studierenden zunächst die Basiskenntnisse der eigenen Disziplin erwerben müssen, bevor diese dann in andere Bereiche und in die Praxis übertragen werden können. Die Grundlagen werden dementsprechend intensiv behandelt und dann in anknüpfenden Labor, Feld- und Modellierungskursen wieder aufgegriffen, erfahren und angewandt - immer vor dem Hintergrund von Transdisziplinarität und Internationalität. Seine Erfahrungen aus England nutzt er auch um z.B. angehende Doktorandinnen zu fördern, indem er ihnen den Austausch mit weiblichen Forscherpersönlichkeiten an britischen Universitäten vermittelt.

Videopodcast statt Referat – Michael Folgmann (TUM School of Education) experimentiert gerne mit neuen Unterrichtsmethoden und führt seine Studierenden so an einen selbstständigen Umgang mit Medien und neuen Techniken heran. So erhalten die Studentinnen und Studenten beispielsweise ein ganzes Semester lang ein iPad, um dieses sowohl im Seminar unter Anleitung gezielt für Aufgaben als auch privat nutzen zu können. Das Seminar setzt er zudem im Flipped Classroom-Konzept um: Themen werden von Studierenden durch Lernmaterialien so vorbereitet, dass mehr Zeit für Austausch und Diskussion bleibt. Und als Leistungsnachweise fordert Folgmann nicht klassisch nur Referate, sondern stellt den Studierenden frei, einen Audio- oder Videopodcast zu erstellen. Viel Raum für Feedback lassen - das ist die zweite tragende Säule in Folgmanns Lehre. So bietet er unter anderem in einem Blog einen offenen Erfahrungsaustausch zu digitalen Lernmethoden an, führt individualisierte Lehrveranstaltungsevaluationen durch und setzt in seinen Veranstaltungen einen Schwerpunkt auf ausführliches Individualfeedback.


Weitere Informationen

Technische Universität München

Corporate Communications Center Dr. Vera Siegler
vera.siegler(at)tum.de

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