Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TUM.
Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TUM, bei der Vorstellung der Studie des Zukunftsrats. (Bild: vbw)
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Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft stellt Studie zur Zukunft der Medizin vor„Personalisierte Medizin durch digitale Technologien“

Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft hat heute die Studie „Gesundheit und Medizin – Herausforderungen und Chancen“ präsentiert. Darin werden Trends beschrieben, die das Thema Gesundheit in den nächsten Jahrzehnten prägen werden. Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München (TUM) und Vorsitzender des Zukunftsrats betonte bei der Präsentation die Rolle der Forschung für die kommenden Herausforderungen für das Gesundheitssystem.

Die Studie wurde von dem Beratungsunternehmen Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) erstellt. Sie beleuchtet umfassend, welche Trends das deutsche Gesundheitssystem in den nächsten Jahren und Jahrzehnten beeinflussen, wie die bayerische und deutsche Gesundheitswirtschaft heute aufgestellt ist und welchen Einfluss neue Technologien und die Digitalisierung haben werden.

TUM-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann, einer der beiden Vorsitzenden des Zukunftsrats, verwies bei der Vorstellung der Studie auf die Auswirkungen des  demographischen Wandels: „In der älter werdenden Gesellschaft hat Gesundheit eine verlängerte Zeitdimension. Altersbedingte Erkrankungen können wir durch den Fortschritt der medizinischen und technischen Forschung eindämmen. Dabei helfen die digitalen Technologien, die personalisierte Medizin über alle Lebensphasen zur Wirklichkeit werden zu lassen – einschließlich der Präventivfaktoren, die auf den individuellen Wirkungen von Bewegung und Ernährung beruhen.“

Digitalisierung als Ansatz zur Kostensenkung

Alfred Gaffal, vbw-Präsident und ebenfalls Vorsitzender des Zukunftsrats, sieht in der Digitalisierung auch den wichtigsten Lösungsansatz für steigende Kosten im Gesundheitssystem: „Sie ist das Herzstück des technologischen Wandels auch im Gesundheitsbereich. Die Digitalisierung wird das Gesundheitswesen effizienter machen und damit die bestehende Über-, Unter- und Fehlversorgung abbauen sowie dabei helfen, die Kosten besser in den Griff zu bekommen.“

Entscheidender Baustein sei hier die flächendeckende Erfassung, Speicherung, Verknüpfung und Nutzung der Patientendaten in einer digitalen Patientenakte. „Leider bleibt die in Deutschland eingeführte elektronische Gesundheitskarte trotz Milliardeninvestitionen noch immer weit hinter den heutigen technischen Möglichkeiten“, bemängelte Gaffal. Dabei lägen die Vorteile auf der Hand: Ein besserer Informationsfluss zwischen allen Akteuren, ein schneller Zugriff auf alle Befunde und damit die Vermeidung von belastenden Mehrfachuntersuchungen sowie ein reduziertes Risiko gefährlicher Wechselwirkungen zwischen Medikamenten seien nur Beispiele.

Bayern bei Bildgebung an der Spitze

Bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten auf dem Land sieht die vbw-Studie in der Telemedizin große Chancen. „Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Weiterentwicklung und Effizienzsteigerung unseres Gesundheitswesens sind Forschung und Entwicklung. Während Bayern etwa bei der bildgebenden Diagnostik im globalen Vergleich an der Spitze steht, gehen die Forschungsaufwendungen im Bereich Pharma in Deutschland und Bayern zurück. Das ist kritisch, hier müssen wir wieder stärker werden“, betont Gaffal.

Mehr Informationen:

Studie „Gesundheit und Medizin – Herausforderungen und Chancen“

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