Alpioneer Luis Hopf
"Der Alpenraum darf durch wirtschaftliche Nutzung nicht zerstört werden", postuliert Luis Hopf, Organisator des Hackatons InnovateTheAlps.
Bild: Luis Hopf
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Hackathon-Organisator Luis HopfDie Alpen als Herzensprojekt

100 Studenten, 36 Stunden Zeit – beim Hackathon „InnovateTheAlps“ vom 15. bis 17. November 2019 in der Ramsau dreht sich alles um den Alpenraum. TUM-Masterstudent Luis Hopf und zwei Mitstreiter haben sich das Event ausgedacht.

Luis, was genau ist ein Hackathon?

Luis Hopf: Der Begriff stammt ursprünglich aus der Informatik. Ziel eines Hackathons ist es, gemeinsam in Teams nützliche, kreative oder unterhaltsame Softwareprodukte herzustellen. Etwas allgemeiner gesagt: Es ist eine Art Innovationswettbewerb, wo Lösungen für gegebene Probleme gefunden werden. Unser Vorhaben ist ein solcher Hackathon mit Fokus auf den Alpen.

Mit „wir“ meinst Du Maxim Frenkel, Magdalena Daxenberger und Dich?

Ja genau, wir nennen uns auch „Alpioneers“, weil wir finden, dieser Begriff beschreibt unser Vorhaben sehr gut. Früher haben Bergsteiger als Pioniere neue Wege beschritten. Jetzt wollen wir mit unserem Projekt dasselbe machen und einen Teil zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums beitragen.

Woher kennt Ihr drei Euch?

Ursprünglich von einem Stipendium der Bayerischen EliteAkademie, das jährlich an 40 Studenten von bayerischen Hochschulen vergeben wird.

Wie ist die Idee zu Eurem Projekt „InnovateTheAlps“ entstanden?

Im Rahmen des Stipendiums sollten wir in Gruppen ein soziales Projekt anstoßen. Wir drei sind schnell draufgekommen, dass wir eine Begeisterung für die Alpen teilen. Auslöser für die Themenfindung war der Besuch der UNWTO Euro-Asian Mountain Tourism Conference in Berchtesgaden im März 2019, auf die wir bei unserer Recherche gestoßen sind.

Was waren die Inhalte dort?

Neben anderen spannenden Fragen ging es um das Thema Overtourism. Hier ist mir bewusst geworden, wie wichtig es ist, den Alpenraum durch die wirtschaftliche Nutzung nicht zu zerstören.

Was ist das Besondere an Eurem Projekt?

Besonders auf der EAMTC bin ich darauf aufmerksam geworden, dass nur über Probleme diskutiert wird. Noch besser ist es aber, Lösungen zu suchen. Deshalb organisieren wir ein Wochenende mit 100 Studenten aus verschiedenen Fachbereichen, das Lösungsansätze hervorbringen soll.

Wer kann alles teilnehmen?

Wir laden Studenten aller Fächer zur Bewerbung ein, freuen uns aber auch über Bewerbungen von Doktoranden und Young Professionals, die vor kurzem ihr Studium abgeschlossen haben.

Ist die Teilnahme kostenlos?

Ja, die ausgewählten Teilnehmer dürfen sich auf ein intensives, inspirierendes und hoffentlich bereicherndes Wochenende inklusive Unterkunft und Verpflegung freuen. Um das zu ermöglichen, haben wir Unternehmen gefragt, ob sie interessante Fragestellungen haben, die sie bearbeiten lassen wollen. Dafür bekommen wir einen finanziellen Zuschuss.

Organisiert Ihr das alle drei neben dem Studium?

Ja, wir befinden uns alle bereits im Master und investieren einen Teil unserer Freizeit in das Projekt.

Welche Fragestellungen werden behandelt?

Wir haben acht Partner, die spannende Fragestellungen aus den vier Bereichen Hightech, Sport, Tourismus und Natur & Umwelt aufgestellt haben. Ein paar Beispiele, um zu sehen, wie vielseitig das Event sein wird: Mit der Meter Group wird es eine Frage zur Messung der Boden-Pflanzen-Atmosphäre-Kontinuums geben. Adelholzener will untersuchen lassen, wie sie den Transport ihres Produkts zu den Konsumenten nachhaltiger und effizienter gestalten können. Und das Gleisbaumaschinen-Unternehmen Robel interessiert sich für die Future Mobility auf der Schiene.

Gibt es Themen, die Euch fehlen?

Wir haben im Projektverlauf festgestellt, dass es schwierig ist, einen Partner zu finden, der den Overtourism behandeln will und gleichzeitig eine finanzielle Unterstützung aufbringen kann. Es wäre zum Beispiel sehr interessant herauszufinden, wie man neue Technologien nutzen kann, um Tourismusströme zu lenken.

Das heißt, Ihr wollt das Event wiederholen?

Unbedingt. Wir wollen jetzt im ersten Schritt zeigen, dass unser Projekt funktioniert. Bei einem zweiten Event wollen wir dann noch stärker in Richtung Erhaltung und nachhaltige Entwicklung der Alpen gehen.

Wie wird der Hackathon vor Ort ablaufen?

Wir beginnen mit der Begrüßung und der Vorstellung der Problemstellungen. Bei der Gruppenfindung wollen wir darauf achten, möglichst diverse Teams einzuteilen. An beiden Abenden wird es Input in verschiedener Form geben und bis spät in die Nacht an den Problemstellungen gearbeitet. Sonntagnachmittag werden die Gruppen ihre Lösungen dann vor einer Jury und Unternehmensvertretern präsentieren.

Wird es dann auch Gewinner und Preise geben?

Sicher. Zwei oder drei Teams beschäftigen sich mit einer Fragestellung und jedes Unternehmen kürt dann seinen Gewinner.

Was hat Dich persönlich inspiriert, das Event umzusetzen?

Die Formate der UnternehmerTUM und deren Gründerstipendium Manage&More haben mich begeistert. Besonders die intensive Zusammenarbeit mit Studenten aus verschiedenen Fachbereichen war eine super Erfahrung. Es ist unglaublich, wieviel Energie durch den richtigen Mix freigesetzt werden kann.

Was sind Deine Ziele für die Zukunft?

In Zukunft will ich auf jeden Fall unternehmerisch arbeiten. Mein Ziel ist es Innovationen voranzutreiben, vielleicht im Bereich Medizintechnik - dort gibt es viele Potentiale. „InnovateTheAlps“ ist ein Herzensprojekt, in das neben dem Fulltime-Job viel Zeit fließen kann.

(Interview: Verena Pongratz)


Luis Hopf ist 24 Jahre alt und in Mühldorf am Inn geboren. Er studiert im 4. Mastersemester Robotics, Cognition & Intelligence (RCI - TUM) und bezeichnet sich als Naturliebhaber. Aktuell schreibt er seine Masterarbeit beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit dem Fokus Medizinrobotik. Nebenbei organisiert er „InnovateTheAlps“, 15.-17. November 2019 in Hintersee/Ramsau. Es sind aktuell noch Plätze frei: InnovateTheAlps

 

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