Henry Winner (links) und Matthias Ostermeier
Wünschen sich eine gute und dynamische Zusammenarbeit: Henry Winner (links) und Matthias Ostermeier sind die neuen Studi-Vertreter im Senat der TUM. (Bild: Andreas Heddergott)
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Herausforderung für die neuen Vertreter im SenatExzellentes Studium trotz Corona

Die Studierenden der TUM haben zwei neue Vertreter im Senat: Henry Winner und Matthias Ostermeier sitzen seit 1. Oktober 2020 in dem wichtigen akademischen Kontrollgremium der TUM. Ein Amtsantritt mitten in der Pandemie-Krise...

Henry und Matthias, was denkt Ihr, bewegt die Studierenden der TUM zum Beginn des Wintersemesters 2020/21 am meisten?

Henry: Ich denke, die Studierenden bewegt vor allem die SARS-CoV-2 Pandemie und ihre Auswirkung auf die Lehre. Insbesondere für die neuen Erstsemester wird dieses Wintersemester sehr anders ablaufen als die vielen Jahre zuvor. Zusätzlich zu dem Stress am Beginn eines neuen Lebensabschnitts und der sowieso schon vorhandenen Ungewissheit ist es eine Herausforderung, seine Kommiliton*innen kennenzulernen und sich zu Lerngruppen und neuen Freundesgruppen zusammenzufinden.

Matthias: Ich sehe das ebenso. Für das kommende Wintersemester 2020/21 wird mit Sicherheit die Bewältigung der Corona-Krise eine große Rolle spielen. Mittlerweile haben wir gute Strategien entwickelt, um mit Corona ein Studium zu ermöglichen. Jetzt gilt es zum Semesterstart unsere Erstsemester zu integrieren, denn für ein erfolgreiches Studium ist das Networking und der Austausch mit den Kommilitonen*innen elementar.

Wie sind bislang Eure Erfahrungen mit der Digitalen Lehre?

Henry: Meine eigenen Erfahrungen sind durchwachsen, einige Lehrveranstaltungen haben den Schwenk auf die komplett digitale Lehre gut hinbekommen, haben sich im vergangenen Sommersemester sehr viel Mühe gegeben und gute Lehre gemacht. Andere Lehrveranstaltungen sind nicht wirklich mit der Umstellung zurechtgekommen.

Ich habe alle meine Prüfungen in Präsenz ablegen können, eine allerdings auch erst, nachdem ich den Dozenten mit Nachdruck auf die Verpflichtung, eine alternativen Präsenzprüfung anzubieten, hingewiesen habe. Das stellte für mich kein großes Problem dar, da ich gut informiert bin. Aber viele Studierende sind das aufgrund der unzureichenden Kommunikation und sich ständig ändernden Informationen eben nicht.

Matthias: Meine persönlichen Erfahrungen sind bisher sehr gut. Das Lehrangebot wurde direkt in ein breites digitales Portfolio umgesetzt. Neben Aufzeichnungen und Skripten wurden auch Fragerunden und Gastvorträge ermöglicht. In einer solchen Situation funktioniert nicht immer alles von Anfang an perfekt. Im Austausch mit den Dozenten wurden Anregungen zur Optimierung der Lehre gerne gehört und auch umgesetzt. Für die Zukunft könnten wir die digitale Lehre weiter optimieren. Insbesondere bei den Plattformen wären Alternativen wie BigBlueButton denkbar.

Was bewegt Euch, Euch neben dem Studium in der Hochschulpolitik zu engagieren?

Henry: Ich bin in meinem ersten Semester, durch die Wahl als Semestersprecher und aus eigenem Interesse, in meine Fachschaft gekommen. Dort hat mich die Hochschulpolitik dann gepackt. Nach und nach habe ich dann immer mehr hochschulpolitische Aufgaben übernommen. So bin ich gerade in meiner vierten Amtszeit Fakultätsrat in der Elektrotechnik und Informationstechnik, war studentischer Vertreter in acht Berufungsverfahren, bin Mitglieder der Studienzuschusskommission und war ebenso stellvertretender Vorsitzender des Fachschaftenrats und der Studentischen Vertretung. Meine Motivation immer weiter zu machen, rührt hauptsächlich daher, dass ich das Gefühl habe, dass man als Studierendenvertreter an der TUM und insbesondere in meiner Fakultät die Zukunft konstruktiv mitgestalten kann.

Matthias: Die Hochschulpolitik lebt vom Engagement aller studentischen Vertreter. Es ist immer wichtig, dass sich Studierende einbringen, um das Hochschulleben zu gestalten. Ich persönlich nehme diese Verantwortung sehr gerne wahr, da mir unsere Arbeit sehr am Herzen liegt und ich gerne mit anderen Studierenden zusammenarbeite.

Was sind Eure Ziele für die Amtszeit? Worauf freut Ihr Euch am meisten?

Henry: Mein größtes Projekt für diese Amtszeit ist endlich wieder neuen Schwung in die Diskussion um bezahlbaren studentischen Wohnraum zu bringen. Mit dem Umzug der EI nach Garching wird der Garchinger Campus der größte der TUM. Leider gibt es dort im Moment kaum Angebote oder Campusleben außerhalb von Lehre und Forschung. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass auf dem Campus Garching neuer studentischer Wohnraum entsteht, der mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein ist: Mir schwebt eine Wohnanlage vor, die 3000 bis 5000 Wohnplätze für Studierende direkt am Campus bietet.

Natürlich darf man neben diesem längerfristigen Thema auch die Herausforderungen im Tagesgeschäft nicht vergessen. Ich setze mich insbesondere dafür ein, dass die TUM die Werkzeuge der digitalen Lehre des Sommersemesters evaluiert. Insbesondere bin ich gegen eine weitere Verwendung der Prüfungsüberwachungssoftware Proctorio an der TUM.

Matthias: Aus meiner Sicht ist es besonders wichtig, unseren Studenten*innen weiterhin ein exzellentes Studium trotz Corona zu ermöglichen. Hier wurde schon im vergangenen Semester sehr viel Arbeit geleistet und das wird auch noch im kommenden Semester der Fall sein. Neben der Lehre ist die soziale Komponente sehr wichtig. Hier können wir mit neuen Ideen wie digitalen Workshops den Studierenden Plattformen geben, um sich kennenzulernen.

Seit einem Jahr hat die TUM einen neuen Präsidenten. Was wünscht Ihr Euch von ihm?

Henry: Ich wünsche mir von Prof. Hofmann, dass er den verschiedenen Statusgruppen (Professor*innen, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, Studierende) an der TUM wieder mehr zuhört. Insbesondere im Hinblick auf die geplante Reform des Bayerischen Hochschulgesetzes und dessen Umsetzung an der TUM sehe ich hier enormen Bedarf nach Rücksprache und Erklärung. Außerdem wünsche ich mir deutlichere und offenere Kommunikation insbesondere in Hinblick auf die Umstrukturierung der TUM von Fakultäten zu Schools als auch in den Planungen der TUM zum Umgang mit der SARS-CoV-2 Pandemie.

Matthias: Ich kann mich hier nur anschließen. Wir stehen aktuell vor sehr großen Herausforderungen. Sowohl die Pandemie als auch die Umstrukturierung der Fakultäten zu den Schools sind wesentliche Aufgaben. Ich wünsche mir eine gute und dynamische Zusammenarbeit, um in dieser volatilen Zeit zum Wohle der Studierenden und aller Mitarbeiter die richtigen Entscheidungen zu treffen.


(Interview: Verena Meinecke)


Matthias Ostermeier ist 28 Jahre alt, stammt aus Bayreuth und studiert M.Sc. Lebensmitteltechnologie im 3. Semester. Seit dem Start seines Studiums ist er in der FS LemiBrau aktiv, war auch deren erster Vorstand. Kontakt: senat(at)fs.tum.de bzw. matthias.ostermeier(at)fs.tum.de.

Henry Winner ist 23 Jahre alt, stammt aus Mittelfranken und studiert im 3. Semester des Masters Elektrotechnik und Informationstechnik. Neben dem hochschulpolitischen Engagement ist er Gründungsmitglied und Techniker des Münchner Theatervereins Dramatische Gestalten e.V. und engagiert sich im Referat für Veranstaltungstechnik der Studentischen Vertretung. Kontakt: senat(at)fs.tum.de bzw. henry.winner(at)fs.tum.de.

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