Romano Prodi mit TUM-Präsident Thomas F. Hofmann, Dekan Gunther Friedl und Eugénia da Conceição-Heldt auf der Bühne des Audimax.
Romano Prodi erhielt die Ehrendoktorwürde von TUM-Präsident Thomas F. Hofmann (l.), Dekan Gunther Friedl (r.) und Eugénia da Conceição-Heldt.
Bild: Thomas Kiewning / TUM
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TUM School of Management zeichnet früheren EU-Kommissionspräsidenten ausTUM-Ehrendoktorwürde für Romano Prodi

Die TUM School of Management hat dem früheren Präsidenten der EU-Kommission Romano Prodi die Ehrendoktorwürde verliehen. Damit zeichnete sie den Wirtschaftswissenschaftler und zweimaligen italienischen Ministerpräsidenten für seine herausragenden akademischen und politischen Leistungen für Ökonomie und europäische Einigung aus.

Die Laudatio auf den Doctor honoris causa hielt der frühere bayerische Ministerpräsident Dr. Dr. h.c. Edmund Stoiber per Videobotschaft. Prodi sei aufgrund seiner Bedeutung bei der Erweiterung der EU um zahlreiche osteuropäische Länder „einer der Väter der Wiedervereinigung des Kontinents“. Möglich gemacht habe dies nicht zuletzt seine Dialogorientierung, kombiniert mit einem starken Reformwillen. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte eine Videobotschaft geschickt. Sie erinnerte daran, dass in Prodis Amtszeit als Kommissionspräsident der Euro eingeführt wurde.

Romano Prodi diskutierte bei der öffentlichen Veranstaltung mit den Studentinnen Fiona Burckhardt und Tamara Nauhardt sowie mit Prof. Eugénia da Conceição-Heldt, Inhaberin des Lehrstuhls für European and Global Governance. Die wichtigste Aufgabe Europas in der heutigen Zeit sei es, angesichts wachsender Spannungen den Dialog zwischen den Supermächten USA und China aufrecht zu halten, sagte der 82-Jährige.

„Bedeutender Change Agent“

Prof. Romano Prodi gilt als einer der Begründer der italienischen Schule der Industrieökonomie. Von 1971 bis 1999 war er Professor für Wirtschaft und Industriepolitik an der Universität Bologna, als Gast forschte er in Harvard und Stanford. Neben seinen herausragenden akademischen Leistungen erhält er die Ehrendoktorwürde auch für die Fähigkeit, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse für gesellschaftlichen Fortschritt einzusetzen. Sowohl als Präsident der Europäischen Kommission von 1999 bis 2004 als auch als italienischer Ministerpräsident von 1996 bis 1998 und von 2006 bis 2008 hat er sich herausragende Verdienste auf den Feldern von Innovation und Unternehmertum, von Industrie-, Wettbewerbs- und Geldpolitik erworben. So hat er maßgeblich dazu beigetragen, die EU zu modernisieren und wirtschaftlich zu stärken.

Prof. Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM, nannte Romano Prodi einen bedeutenden Change Agent. „Die Europäer werden noch viele Jahre lang von Ihrem Idealismus, Ihrer Hingabe, Ihrem Engagement und Ihren Errungenschaften profitieren.“ Prof. Gunther Friedl, Dekan der TUM School of Management, betonte, dass Prodi früh die Bedeutung von Entrepreneurship für die Gestaltung der Globalisierung und weltweiter Herausforderungen wie dem Klimawandel gesehen habe. Prodi setzt sich auch heute noch für diesen Bereich ein. Vor der Veranstaltung besuchte er das kürzlich eröffnete Munich Urban Colab, in der die TUM und UnternehmerTUM, das Zentrum für Innovation und Gründung, mit Start-ups, erfahrenen Unternehmen, Kreativen, gesellschaftlichen Akteuren und der Stadt München an nachhaltigen Smart-City-Innovationen arbeiten.

Technische Universität München

Corporate Communications Center Klaus Becker
klaus.becker(at)tum.de

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