TUM - Aktuelles / Aktuelle Meldungen der TU München de TUM Mon, 27 Sep 2021 18:15:50 +0200 Mon, 27 Sep 2021 18:15:50 +0200 „Parteien vernachlässigen bei KI die Gesellschaftspolitik“ /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36926 Welche Fragen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz thematisieren die Parteien?

Am häufigsten beschäftigen sich die Wahlprogramme in den Kapiteln zu Wirtschaft, Außenpolitik sowie Bildung und Forschung mit KI. Zumeist geht es um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland und Europa. Ebenso oft wird eine bessere internationale Zusammenarbeit zu KI-Fragen angesprochen, wie auch die Frage, ob Künstliche Intelligenz militärisch eingesetzt werden sollte. Zudem ist die Forschungsförderung ein größeres Thema. Insgesamt überwiegen positive Deutungsmuster gegenüber neutralen oder negativ konnotierten Aussagen. Dabei bleiben die vorgeschlagenen Maßnahmen allerdings oft recht unkonkret und erschöpfen sich in klassischen Instrumenten wie öffentlichen Investitionen oder staatlicher Regulierung, beispielsweise von automatisierter Gesichtserkennung zur Kriminalitätsbekämpfung.

Wie unterscheiden sich die Parteien?

FDP und Grüne betonen am stärksten positive Aspekte von Künstlicher Intelligenz, wogegen bei der SPD und insbesondere bei der Linken die Herausforderungen und möglichen Gefahren von KI-basierten Technologien dominieren. Die Union zeigt sich eher neutral eingestellt, mit einer Tendenz zu einer positiven Beurteilung. Die AfD ist aufgrund der geringen Zahl an Aussagen schwer zu bewerten. Staatliche Investitionen in KI-basierte Technologien fordern vor allem CDU/CSU, Freie Demokraten und Grüne, staatliche Regulierung spielt bei der Linken und auch bei der SPD die größte Rolle, was natürlich Sinn macht vor dem Hintergrund, dass Letztere stärker die gesellschaftspolitischen Risiken hervorheben. Bei einigen Themenfeldern zeigen sich auch klare Parteidifferenzen; zum Beispiel betont die CDU/CSU, dass die Bundeswehr autonome und KI-basierte Waffensysteme benötigt, tritt zugleich aber für die internationale Ächtung selbiger Systeme ein. SPD, Linke und Grüne schließen eine solche Nutzung insgesamt aus. Ähnlich sieht es auch bei anderen Themen aus, wie etwa bei der Abwägung des Rechts auf Privatsphäre gegenüber dem Einsatz von KI-gestützter Überwachung.

Wie beurteilen Sie das politische Angebot angesichts der Bedeutung des Themas?

Bedeutsam ist, was in den Programmen nicht angesprochen wird, sowohl thematisch als auch an Maßnahmen. Wichtige Fragen wie der Einsatz KI-basierter Technologien im Gesundheitsbereich, die Folgen für die Arbeitswelt oder der Schutz der Einzelnen vor diskriminierenden Algorithmen werden mit einigen wenigen Ausnahmen nur nachrangig behandelt. Komplexere Politikinstrumente zur Steuerung der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, etwa der Aufbau von Formaten und Institutionen, die verschiedene gesellschaftliche Akteure zusammenbringen, oder mit Blick auf mehr Aufklärung über KI fehlen ebenso. Dabei deutet sich an, dass sich die politische Debatte entlang bekannter Konfliktlinien bewegt, vor allem staatliche Regulierung versus Marktfreiheit. Überraschend war dann aber doch, dass so große Leerstellen bei einer der wichtigsten Dimensionen des Themas KI bestehen: der gesellschaftspolitischen Gestaltung.

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Künstliche Intelligenz Forschung klaus.becker@tum.de news-36926 Fri, 24 Sep 2021 11:20:29 +0200
Neue Potenziale des traditionellen Rohstoffs Holz /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36917 Holz ist nachwachsend, facettenreich und multifunktional. Diese drei Eigenschaften machten den Rohstoff jahrhundertelang zu einem der wichtigsten Werkstoffe des Menschen. Erst mit der industriellen Revolution und der Erschließung fossiler Ressourcen hat der Werkstoff Holz vorübergehend an Bedeutung verloren. Doch inzwischen wird Holz wieder als zukunftsfähige Ressource geschätzt. Aktuell ist der Rohstoff heiß begehrt und wird immer teurer.

Prof. Dr. Klaus Richter leitet den Lehrstuhl für Holzwissenschaft der TUM School of Life Sciences. In seinem Vortrag zeigt er, wie Holz strukturell und chemisch aufgebaut ist und wie das Material beispielsweise als Werkstoff für die Baubranche genutzt wird. Er thematisiert auch die Frage, wie Holz in einer forstbasierten Bioökonomie möglichst effizient genutzt werden kann und wie die Technologisierung dieses natürlichen Rohstoffes gelingen kann. 

Nach dem Vortrag sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, ihre Fragen an den Referenten zu stellen. Moderiert wird die Fragerunde von TUM-Professor J. Philipp Benz. 

Vortragstermin: Donnerstag, 30. September 2021, 19:00 Uhr 

Die Veranstaltung findet vor Ort in Freising, im Pavillon der Musikschule Freising, Kölblstraße 2, statt und wird gleichzeitig über Zoom übertragen. Aufgrund der Corona-Regelungen ist vorab eine Anmeldung für die Veranstaltung vor Ort nötig. Interessierte melden sich online an, die Informationen hierzu finden sich unter www.freising.wzw.tum.de.

Auch im Live-Stream via Zoom (Kennwort: 707568) können Fragen an den Referenten gestellt werden. 

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Nachhaltigkeit Campus Termin katharina.baumeister@tum.de news-36917 Mon, 20 Sep 2021 11:09:37 +0200
Neues zu feinem Kakaogeschmack /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36908 Das neue Verfahren ist schon jetzt für die praktische Anwendung in Firmen geeignet und entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Kakaobohnen bis zur Schokolade anwendbar. Darüber hinaus legen die mithilfe der neuen Methodik gewonnenen, ersten Forschungsergebnisse den Grundstein für eine Weltkarte, in der umfassende Daten zu geschmacksrelevanten Kakao-Inhaltsstoffen verzeichnet sind. 

„Eine solche Karte könnte künftig dabei helfen, Verarbeitungs- und Produktionsprozesse weiter zu optimieren sowie die Geschmacksprofile kakaohaltiger Produkte wie Schokolade objektiv anhand molekularer Parameter vorhersagbar zu machen“, sagt Lebensmittelchemiker Andreas Dunkel vom LSB, der federführend an der Studie beteiligt war.

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Forschung katharina.baumeister@tum.de news-36908 Fri, 17 Sep 2021 09:27:00 +0200
„Unser Klinikum hat sich sehr früh gerüstet“ /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36914 Was waren die Maßnahmen, auf die Kliniken in der Corona-Pandemie vor allem gesetzt haben, um Patientinnen, Patienten und Personal zu schützen?

Prof. Prazeres da Costa: Die Hauptpfeiler der Strategie waren räumliche und organisatorische Maßnahmen, bei Klinikmitarbeitenden zudem der Einsatz persönlicher Schutzausrüstung. Ergänzt wurde dies durch eine umfassende Teststrategie: So sollten Sars-CoV2-Infizierte möglichst schnell identifiziert werden um Ansteckungen zu verhindern. Dazu kam unsere lokale Umsetzung der Impfstrategie mit dem Ziel, besonders gefährdete Gruppen unter den Mitarbeitenden schnell schützen zu können.
 

Wie hat man diese Herausforderung speziell am Klinikum rechts der Isar gemeistert?

Prof. Prazeres da Costa: Unser Klinikum hat sich sehr früh gerüstet und ein interdisziplinäres Expertenteam zusammengestellt. In den ersten Monaten der Krise haben sich diese Expertinnen und Experten täglich getroffen, denn damals war ja völlig unklar, was hier auf uns zurollt. Da musste es möglich sein, tagesaktuell zu reagieren. Es galt, die täglich neu erscheinenden wissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und der Gesundheitsämter zu diskutieren und umzusetzen. In unserem Vortrag werden wir über einige Highlights aus dem Alltag vor allem aus dem Blickwinkel der Prävention und Krankenhaushygiene berichten. Wir werden aber auch auf die zwischenzeitlich neu entstandenen Netzwerke der Universitätsmedizin (NUM) und auf Forschungsprojekte auf diesem Gebiet eingehen.
Dr. Wantia: Natürlich gab es auch immer wieder Schwierigkeiten in der Umsetzung von Maßnahmen. Den Wissensstand und die Maßnahmen, die sich davon ableiten, zu kommunizieren sowie alle betroffenen Mitarbeitenden zu schulen, war eine große Herausforderung. Gerade zu Beginn der Pandemie wurde dies noch durch Lieferengpässe zum Beispiel von Schutzausrüstung und Beatmungszubehör erschwert. Kurz: Dass alle Mitarbeitenden des Klinikums immer wussten, was in welcher Situation zu tun ist – das war eine große gemeinschaftliche Leistung.
 

Manchmal hilft der Blick in die Vergangenheit, eine aktuelle Situation besser zu meistern. Lohnen sich solche Vergleiche auch im Hinblick auf pandemische Erreger?

Prof. Prazeres da Costa: Das ist eine enorm relevante und wichtige Frage. Im Vortrag werden wir daher auch einen historischen Blick auf andere Pandemien werfen, etwa durch Influenza: die Spanische Grippe in den Jahren 1918/19 und die Schweinegrippe 2009. Wir werden auch die Relevanz der Ausbrüche von SARS CoV-1 und MERS bewerten. Dabei wollen wir beispielsweise die spannende Frage diskutieren, warum es im Jahr 2003 nicht zu einer Pandemie mit dem sehr nah verwandten Erreger SARS-CoV-1 kam. Wir werden darüber sprechen, welche Rolle dabei die sogenannte Reproduktionszahl, die Virusausscheidung und Mobilität gespielt haben und auch darüber, welche Maßnahmen in verschiedenen Ländern ergriffen wurden, welche davon erfolgreich waren, und welche nicht. Damit wollen letztlich auch zeigen, wie wichtig die Aufarbeitung der aktuellen Pandemie ist – zumal diese mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die letzte sein wird. 

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Covid-19 a.schmidt@tum.de news-36914 Thu, 16 Sep 2021 09:26:08 +0200
Die Covid-19-Proteine /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36912 Wie gelingt es dem SARS-CoV-2-Virus, sich der Immunabwehr zu entziehen und sich in den Zellen von Patienten zu replizieren? Um diese Frage zu klären, hat ein internationales Forschungsteam den bislang umfassendsten Überblick aller bisher verfügbaren Analysen der exakten dreidimensionalen Form der SARS-CoV-2-Proteine – darunter auch das bekannte Spike-Protein – zusammengetragen.

Um diese Übersicht zu zusammenzustellen, verwendete das Team Hochdurchsatz-Maschinenlernen. Dieser Ansatz ermöglicht es, basierend auf Analysen verwandter Proteine, strukturelle Zustände von Coronavirus-Proteinen vorherzusagen. Inzwischen besteht die Datenbank aus 2.060 3D-Modellen mit atomarer Auflösung. Auf der Website Aquaria-COVID sind alle Strukturmodelle frei verfügbar.

„Dies bietet einen beispiellosen Detailreichtum, der Forschenden helfen wird, die molekularen Mechanismen der COVID-19-Infektion besser zu verstehen und Therapien zur Bekämpfung der Pandemie zu entwickeln, beispielsweise indem sie potenzielle neue Angriffspunkte für zukünftige Behandlungen oder Impfstoffe identifizieren“, sagt Burkhard Rost, Inhaber des Lehrstuhls für Bioinformatik an der TU München.

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Covid-19 Künstliche Intelligenz Forschung andreas.battenberg@tum.de news-36912 Wed, 15 Sep 2021 10:51:19 +0200
Molekulare Achillesferse von Krebszellen entdeckt /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36910 Auch bisher deuteten einige Messungen darauf hin, dass sich der Fettstoffwechsel in gesunden Zellen und Krebszellen deutlich unterscheidet. Allerdings waren die Ergebnisse dieser Arbeiten sehr inkonsistent. Einige der Untersuchungen schienen solche Unterschiede zu belegen, andere ergaben ein gegenteiliges Ergebnis. „Diese Frage war bislang sehr umstritten“, sagt Prof. Klaus-Peter Janssen, Biologe am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM).

Um Klarheit zu schaffen, entnahmen Chirurginnen und Chirurgen am Klinikum rechts der Isar Gewebeproben aus operativ entfernten Tumoren von insgesamt 144 an Darmkrebs erkrankten Personen. Die Gewebeproben wurden vor Ort umgehend aufbereitet und anschließend am Institute for Food & Health (ZIEL) in Freising sowie an der Universitätsklinik Regensburg per „Massenspektrometrie“ analysiert. Das ist ein biochemisches Verfahren, mit dem sich nach spezieller Vorbereitung Art und Masse bestimmter Moleküle in einem Gewebe quantitativ bestimmen lassen – in diesem Fall von rund 200 verschiedenen Lipiden.

Um zu belegen, dass die Messergebnisse keine Zufallsbefunde, sondern reproduzierbar sind, wurden die Patientinnen und Patienten zwei Gruppen („Kohorten“) zugeteilt und die entnommenen Gewebeproben separat analysiert, um die Ergebnisse anschließend miteinander zu vergleichen. Ergänzend wurden Analysen von Gewebeproben einer weiteren Gruppe von 20 Darmkrebs-Patientinnen und -Patienten verglichen, die an der Universität Dresden unabhängig davon untersucht worden waren.

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Forschung katharina.baumeister@tum.de news-36910 Tue, 14 Sep 2021 13:49:47 +0200
Bayerisches Testfeld für intelligente Mobilität /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36906 Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer, TUM-Präsident Prof. Dr. Thomas F. Hofmann und IABG-Geschäftsführer Prof. Dr. Rudolf F. Schwarz haben heute eine Vereinbarung zum Bau des Testfelds unterzeichnet. Die Anlage soll ab dem kommenden Jahr auf dem Gelände der IABG als erfahrenem Anbieter von technischen Dienstleistungen eingerichtet werden. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei der TUM unter Federführung des Lehrstuhls für Verkehrstechnik.

Die Partner wollen in Ottobrunn die Überführung von Konzepten autonomen Fahrens in die Praxis erforschen, insbesondere mit Blick auf das sichere Zusammenwirken verschiedener Verkehrsteilnehmer und unterschiedlicher Systeme. Als Besonderheit des Testfelds können dort alle Fahrzeug-Hersteller und -Betreiber wissenschaftliche Untersuchungen durchführen, neue Technologien und deren sichere Anwendung erproben und gemeinsame Standards entwickeln.

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Mobilität Forschung news-36906 Mon, 13 Sep 2021 12:07:08 +0200
Ökoeffizientes Düngen /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36903 Harnstoff hilft den Pflanzen beim Wachstum. Über die Hälfte aller synthetischen Dünger, die weltweit genutzt werden, basieren auf diesem Stoff, da er einfach zu lagern, transportieren und auszubringen ist. „Harnstoff als Dünger wird jedoch nur in geringem Maße direkt von den Pflanzen aufgenommen. Erst nach seiner Umwandlung in Ammonium oder Nitrat steht er den Pflanzen als Stickstoff-Quelle zur Verfügung“, erklärt Urs Schmidhalter, Professor am Lehrstuhl für Pflanzenernährung der TUM.

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Nachhaltigkeit Forschung katharina.baumeister@tum.de news-36903 Fri, 10 Sep 2021 10:57:53 +0200
Botengänger zwischen Darm und Gehirn /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36885 Die Verbindung zwischen dem Darm-Mikrobiom und dem ZNS, die sogenannte „Darm-Hirn-Achse“, wird für vieles mitverantwortlich gemacht: für das Gewicht eines Menschen, für Autoimmunerkrankungen, Depressionen, psychische Erkrankungen oder Alzheimer. Dass Forscherinnen und Forscher der Technischen Universität München (TUM) und des LMU Klinikums München diese Verbindung nun erstmals sichtbar machen konnten, gibt Anlass zur Hoffnung – etwa für MS-Erkrankte: Nun könnten die Therapien angepasst und die T-Zellen eventuell vor dem Eintreffen im Gehirn verändert werden.

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Forschung lisa.pietrzyk@tum.de news-36885 Mon, 06 Sep 2021 09:25:00 +0200
Schneller, nachhaltiger und intelligenter reisen /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36896 In diesem Jahr präsentiert sich die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) mit einem neuen Konzept. Präsentationen sowie Vorträge und Diskussionen für die Fachwelt finden in den Messehallen in Riem statt. Das Format „Open Space“ spricht gleichzeitig gezielt die breite Öffentlichkeit an: Informationen und ein Austausch über neue Mobilitätskonzepte sind an verschiedenen Orten in der Münchner Innenstadt frei zugänglich.  

Auch die TUM beteiligt sich an dem offenen Dialog. Als Teil des „Citizen Lab“ der IAA, bei dem sich alles um Lebensraumentwicklung und Mobilität der Zukunft dreht, präsentieren Forscherinnen und Forscher der TUM auf dem Marienplatz vor dem Rathaus ihre aktuellen Projekte.

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Mobilität Nachhaltigkeit Termin stefanie.reiffert@tum.de news-36896 Fri, 03 Sep 2021 10:21:00 +0200
Zuschlag für Technologie-Anwenderzentrum in Bayern erteilt /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36895 Tätigkeitschwerpunkt des WTAZ ist Flüssigwasserstoff im Schwerlastverkehr. Langstrecken-Nutzfahrzeuge gelten als eine der aussichtsreichsten Möglichkeiten für den Einsatz von Wasserstoff in der Mobilität. Im WTAZ sollen weltweit einzigartige Entwicklungs-, Prüf- und Zertifizierungseinrichtungen geschaffen werden, die Deutschland eine Führungsrolle in emissionsfreien Lkw-Antrieben mit Tanksystemen für tiefkalten Wasserstoff sichern sollen. Geplant sind ein Transferzentrum Forschung, ein Wasserstoff-Prüfzentrum mit Gas- und Flüssigwasserstoffinfrastruktur, eine Plattform zur Standardisierung sowie Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen mit Anbindung an eine Start-up-Plattform.

Das WTAZ ist Teil eines nationalen Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff (ITZ). In Pfeffenhausen soll ein 12,8 Hektar großes Areal für Gewerbe und Industrie, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sowie Zulieferunternehmen in enger Vernetzung mit Lehre und Forschung entstehen, um die Transformation zu emissionsfreien Antriebstechnologien in Deutschland zu beschleunigen.

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Mobilität Nachhaltigkeit Campus news-36895 Thu, 02 Sep 2021 15:29:11 +0200
TUM in den europäischen Top 10 /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36894 Das Ranking des britischen Magazins „Times Higher Education“ berücksichtigt verschiedene Faktoren: Zum einen werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit nach der Reputation der Universitäten in Forschung und Lehre befragt. Zum anderen werden Daten wie die Zahl der Publikationen je Forschende, die Zitationen pro Publikation, das Betreuungsverhältnis von Lehrenden und Studierenden, die eingeworbenen Drittmittel aus der Wirtschaft und der Grad der Internationalisierung ausgewertet.

Die TUM verbessert sich erneut gegenüber dem Vorjahr und erreicht Rang 38. Damit sind die beiden Münchner Universitäten nun führend in der EU. Betrachtet man ganz Europa, steht die TUM auf Rang 10.

In der jüngsten Ausgabe der „THE World University Rankings by Subject“, in denen „Times Higher Education“ einzelne Fächergruppen betrachtet, hatte die TUM in Computerwissenschaften Rang 14 erreicht, in Ingenieurwissenschaften Rang 24, in Physical Sciences (Großteil der Naturwissenschaften) Rang 25 und Rang 46 in Lebenswissenschaften. Auch in anderen internationalen Rankings schneidet die TUM regelmäßig sehr gut ab. Beispielsweise steht sie im „Global University Employability Ranking“, in dem Unternehmen die Qualität der Absolventinnen und Absolventen bewerten, auf Rang zwölf weltweit.

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TUM in Rankings klaus.becker@tum.de news-36894 Thu, 02 Sep 2021 14:39:01 +0200
Totholz im globalen Kohlenstoff-Kreislauf /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36876 Lebende Bäume nehmen viel Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und sind damit wichtige Klimaschützer. Über die Rolle von toten Bäumen im globalen Kohlenstoffkreislauf ist aber wenig bekannt. Dabei gehören die Zersetzung von Holz und die Rückführung der darin gespeicherten Nährstoffe zu den wichtigsten Prozessen in Wäldern.

Wie viel Kohlenstoff wird weltweit aus verrottendem Holz freigesetzt? Welche Rolle spielen dabei Insekten? Das wurde nun erstmals in einem globalen Forschungsprojekt, etabliert vom Nationalpark Bayerischer Wald und koordiniert von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und der Technischen Universität München (TUM), erforscht. 

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Nachhaltigkeit Forschung katharina.baumeister@tum.de news-36876 Wed, 01 Sep 2021 17:00:00 +0200
Komplexe Auktionen verstehen durch Machine Learning /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36890 Das ganze Leben ist ein Spiel – zumindest durch die Brille der Spieltheorie gesehen. Dieser Zweig der Mathematik liefert Werkzeuge, um das Verhalten von Akteuren bei strategischer Interaktion zu beschreiben und optimale Verhaltensweisen zu errechnen. Anwendungen reichen von Gesellschaftsspielen wie Schach bis zur Analyse von internationalen Klimaverhandlungen. Ein wichtiger Teilbereich der Spieltheorie ist die Auktionstheorie, mit dem in den Wirtschaftswissenschaften versucht wird, Märkte zu modellieren und dadurch besser zu verstehen. Auf diesem Gebiet wurden mehrere Wirtschaftsnobelpreise vergeben, zuletzt 2020 an Robert Wilson und Paul Milgrom.

Grundprinzip einer Auktion ist folgendes: Mehrere teilnehmende Parteien wollen Güter ersteigern und geben Gebote ab. Dabei können sie sich strategisch verhalten – beispielsweise können sie weniger bieten, als sie eigentlich ausgeben wollen, um ihren Gewinn zu maximieren. Sie müssen sich aber darauf einstellen, dass auch die anderen Parteien sich strategisch verhalten.

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Künstliche Intelligenz Forschung paul.hellmich@tum.de news-36890 Wed, 01 Sep 2021 09:15:00 +0200
„Wir spielen Ping-Pong mit dem Baum“ /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36886 Nachhaltigkeit Forschung katharina.baumeister@tum.de news-36886 Thu, 26 Aug 2021 10:22:00 +0200 Neues Verfahren identifiziert T-Zellen von Covid-19-Erkrankten /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36881 T-Zellen spielen eine wichtige Rolle im menschlichen Immunsystem. Die Blutzellen, die zur Gruppe der Lymphozyten gehören, entstehen im Knochenmark. Von dort wandern sie über die Blutbahnen in die Thymusdrüse im Brustbein. Hier bilden sie Rezeptoren auf ihrer Oberfläche aus, mit denen sie körperfremde Strukturen erkennen und bekämpfen. Außerdem kurbeln die T-Zellen die Bildung von B-Zellen an, die Antikörper gegen Viren produzieren. Virus-spezifische Immunantworten von T-Zellen lassen sich noch monate- oder jahrelang im Blut nachweisen.

Angesichts Millionen Covid-19-Erkrankter und der sich derzeit aufbauenden vierten Pandemie-Welle ist es von großem Interesse, mehr über die T-Zellen herauszufinden, die das Virus bekämpfen. Um gegen SARS-CoV-2 geschützt zu sein oder keinen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden, sind die T-Zellen ungeheuer wichtig. „Uns interessierte vor allem, wie viele dieser spezifischen T-Zellen es im Körper der Erkrankten gibt, welche Qualität sie haben, um auf die Krankheitserreger zu reagieren und wie langlebig sie sind“, sagt Dr. Kilian Schober vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der Technischen Universität München (TUM).

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Covid-19 Forschung lisa.pietrzyk@tum.de news-36881 Wed, 18 Aug 2021 07:42:00 +0200
TUM und Singapur wollen beim Plastikrecycling zusammenarbeiten /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36880 Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Dienstag (17. August) an der Spitze von der TUM-Vizepräsidentin für Internationale Allianzen und Alumni, Prof. Juliane Winkelmann, und der Singapurer Umweltministerin Grace Fu unterzeichnet.

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Nachhaltigkeit Campus news-36880 Tue, 17 Aug 2021 09:42:00 +0200
Aus Eigeninteresse zum Sozialunternehmen /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36870 Sozialunternehmen bieten Produkte und Dienstleistungen an, die gesellschaftliche Missstände nachhaltig beseitigen können, arbeiten gemeinwohlorientiert und investieren jegliche finanzielle Erträge wieder ins Unternehmen. Die Forschung hat Vermutungen bestätigt, dass sie eher von Menschen mit großer Empathie gegründet werden. Doch zuletzt wurde in der Wissenschaft gezweifelt, ob eine soziale Einstellung allein als Erklärung für die Gründung von Sozialunternehmen tatsächlich immer ausreicht.

Ein Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) und der University of Notre Dame hat deshalb 13 Sozialunternehmen, die 2015 im Raum München nach der Ankunft Tausender Geflüchteter gegründet wurden, acht Monate lang begleitet. Die Unternehmen organisierten unter anderem private Wohnungen, trainierten Geflüchtete für bestimmte Jobs, bereiteten sie auf Behördengänge vor, versorgten Unterkünfte mit Internet, betrieben eine Fahrradwerkstatt oder organisierten die Verteilung von Spenden. Das Forschungsteam führte Interviews mit den Gründerinnen und Gründern sowie mit Mitarbeitenden, Freiwilligen und Geflüchteten, beobachtete die Gründungsteams bei ihrer Arbeit und analysierte Material der Unternehmen wie etwa Präsentationen und Berichte.

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Nachhaltigkeit Entrepreneurship Forschung klaus.becker@tum.de news-36870 Tue, 17 Aug 2021 09:25:00 +0200
„Shanghai-Ranking“: TUM steigt weiter auf /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36879 Neben der TUM sind mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (48) und den Universitäten Heidelberg (57) und Bonn (84) nur noch drei weitere deutsche Hochschulen in den Top 100. Innerhalb der EU behauptet die TUM mit Rang acht eine Spitzenposition.

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Campus TUM in Rankings news-36879 Mon, 16 Aug 2021 14:31:08 +0200
Haut-Bakterien im Visier /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36872 Bei vielen Hautkrankheiten, beispielsweise Neurodermitis oder Akne, ist der bakterielle Schutzfilm der Haut geschädigt. „Unser Ziel ist es herauszufinden, welche Rolle die verschiedenen Hautbakterien bei solchen Erkrankungen spielen“, erklärt Dr. Martin Köberle, Leiter des Labors Dermatoinfektiologie am Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München (TUM).

Bisher stießen Dermatologinnen und Dermatologen schnell an Grenzen, wenn sie sie die genaue Zusammensetzung des Mikrobioms untersuchen wollten. Der Grund: In der klassischen Kultur auf Agarplatten vermehren sich nicht alle Bakterien aus einem Hautabstrich gleich gut und gleich schnell – einzelne können daher übersehen werden. Neuere genetische Analyseverfahren haben den Nachteil, dass große Mengen an DNA-Sequenzen aus Hautzellen sowie Bruchstücke toter Bakterien in das Ergebnis mit einfließen, was die Aussagekraft mindert.

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Forschung lisa.pietrzyk@tum.de news-36872 Tue, 10 Aug 2021 10:26:00 +0200
Ein Post-Quanten-Chip mit Hardware-Trojanern /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36832 Hackerangriffe auf Industrieanlagen sind längst keine Fiktion mehr. Angreifer können Informationen über Produktionsprozesse stehlen oder ganze Fabriken lahmlegen. Um das zu verhindern, kommunizieren Chips in den einzelnen Komponenten der Anlagen schon heute verschlüsselt miteinander. Viele Verschlüsselungs-Algorithmen werden jedoch bald keinen Schutz mehr bieten: Während heutige Computer etablierte Verfahren nicht knacken können, wären Quantencomputer dazu durchaus in der Lage. Dies ist insbesondere für langlebige Geräte, wie z.B. Industrieanlagen kritisch.

Aus diesem Grund sind Sicherheitsexpertinnen und -experten weltweit damit beschäftigt, technische Standards für eine „Post-Quanten-Kryptografie“ zu entwickeln. Eine der Herausforderungen dabei sind die hohen Rechenanforderungen dieser Verschlüsselungsverfahren. Ein Team um Georg Sigl, Professor für Sicherheit in der Informationstechnik an der TUM, hat jetzt einen Chip entworfen und fertigen lassen, der Post-Quanten-Kryptografie besonders effektiv umsetzt.

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Künstliche Intelligenz Quantentechnologie Forschung paul.hellmich@tum.de news-36832 Wed, 04 Aug 2021 10:42:00 +0200
Mehr Vielfalt auf unseren Tellern und Feldern /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36840 Die Erde bietet einen reichen Schatz an Pflanzenarten. Für die Ernährung der Weltbevölkerung stehen etwa 300.000 essbare Pflanzen zur Verfügung, wovon der Mensch aber nur einen Bruchteil konsumiert. Die drei Nutzpflanzen Reis, Weizen und Mais ernähren die Hälfte der Weltbevölkerung. 

Diese Getreidearten liefern hohe Erträge und machen satt. Sie sind reich an Kohlehydraten und damit effiziente Kalorienlieferanten. In manchen Ländern sind sie für die Ärmsten aber oft einziges Nahrungsmittel und da einige Getreidearten wie Reis kaum Vitamine und Mineralstoffe enthalten, sind Mangelernährung und dadurch ausgelöste Krankheiten die Folgen. 

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Nachhaltigkeit Forschung katharina.baumeister@tum.de news-36840 Tue, 03 Aug 2021 11:31:00 +0200
COVID-19-Kreuzimpfung überprüft /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36838 Forscherinnen und Forscher der Technischen Universität München (TUM), des Helmholtz Zentrum München, des Universitätsklinikums Erlangen und des Universitätsklinikums Köln haben die Immunreaktion bei einer Kreuzimpfung im Rahmen einer retrospektiven Studie wissenschaftlich überprüft. Sie untersuchten das Blut von rund 500 Probandinnen und Probanden, die neun Wochen nach ihrer ersten COVID-19-Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca eine zweite Impfung mit dem mRNA-Vakzin von BioNTech/Pfizer erhalten hatten. Das Fazit: Die neutralisierende Antikörperantwort war bei diesen Probandinnen und Probanden sehr viel stärker ausgeprägt als bei Menschen, die zweimal das Vakzin von AstraZeneca bekamen. Die Immunreaktion auf die Kreuzimpfung zeigte sich als mindestens genauso gut wie die Antikörperantwort nach zwei Impfungen mit dem mRNA-Vakzin von BioNTech/Pfizer. Die Studienergebnisse wurden nun in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlicht.

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Covid-19 Forschung lisa.pietrzyk@tum.de news-36838 Fri, 30 Jul 2021 12:28:18 +0200
München zweitbeste Uni-Stadt weltweit /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36836 Der britische Hochschuldienstleister QS Quacquarelli Symonds befragt für sein Ranking zu den besten Städten für ein Auslandsstudium Absolventinnen und Absolventen nach ihren Erfahrungen, künftige Studierende nach ihren Studienort-Wünschen sowie Unternehmen nach ihrer Einschätzung der Universitäten. Die Beschäftigungsrate junger Menschen in den Städten wird ebenso einbezogen wie die Lebenshaltungskosten der Studierenden, die Internationalität der Universitäten und der Anteil der Studierenden an der Stadtbevölkerung. Zudem berücksichtigt das Ranking eine Reihe internationaler Indizes, die unter anderem den Grad an Toleranz und Inklusion, Sicherheit, Umweltqualität und weitere Faktoren der Lebensqualität messen.

München steht in der neuen Ausgabe von „QS Best Student Cities Ranking“ auf Rang 2. Neben dem Spitzenreiter London bilden Seoul, Tokio, Berlin, Melbourne, Zürich, Sydney, Paris, Montreal und Boston die Top 10 (der neunte Rang wurde drei Mal vergeben). Im Vergleich zur vorangegangenen Ausgabe von 2019 hat München Tokio und Melbourne überholt.

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TUM in Rankings klaus.becker@tum.de news-36836 Thu, 29 Jul 2021 11:33:18 +0200
Stadtplanung: Kostbare Ressourcen aus der Tiefe /die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/36830 Herr Dr. Zosseder, warum müssen wir den Untergrund managen?

Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahre 2050 über 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden. Dabei wachsen die Städte nicht nur über die Fläche und in die Höhe, sondern auch die Tiefe. Etwa durch den Ausbau des U-Bahn-Netzes oder den Bau von Tiefgaragen. Der Untergrund stellt auch wichtige Ressourcen für die Stadt zur Verfügung, unter anderem Grundwasser, das als Brauch- und Trinkwasser benötigt wird oder auch die Erdwärme als erneuerbare Energiequelle. Der Untergrund bietet zudem ein Speicherpotenzial für Wärme, das dringend zur Flexibilisierung der Wärmebereitstellung benötigt wird. Durch diese vielen Ansprüche ergeben sich natürlich Konflikte, da sich verschiedene Nutzungen ausschließen. Andererseits könnten sie sich aber auch ergänzen. Um die Potenziale optimal nutzen zu können, ist daher eine nachhaltige Raumplanung notwendig.

Wie kann so eine nachhaltige Raumplanung gelingen?

Wir haben im Projekt „GeoPot“, das vom bayerischen Umweltministerium gefördert wird, ein 3D-Untergrundmodell von München erstellt. In diesem werden die Potenziale detailliert dargestellt. So hat die Stadt ein Werkzeug an der Hand, das für die Tiefbauplanung oder die Grundwasserplanung einen unschätzbaren Wert hat. Die Stadtwerke München nutzen das Modell bereits, um den U-Bahn-Ausbau besser planen zu können. Dabei können die Tunnelwände gleichzeitig an bestimmten Stellen für die Geothermie genutzt werden. Das ist aber nur möglich, wenn wir wissen, wie der Untergrund aussieht.  

„Wir wollen mit dem Modell noch weiter in die Tiefe gehen. ”— Dr. Kai Zosseder

Wie genau haben Sie das 3-D-Untergrundmodell erstellt?

Wir haben in einem Team mit sieben Forscherinnen und Forschern über fünf Jahre die Daten gesammelt. Dazu haben wir etwa 20.000 Bohrungen ausgewertet. Diese lagen bei der Stadt München bereits vor, wurden aber bisher nur vereinzelt für bestimmte Vorhaben genutzt. Für diese Bohrungen gibt es Beschreibungen der Geologie, also der Bodenbeschaffenheit. Wir übersetzen diese Beschreibungen in sogenannte Kornverteilungskurven. Wir können sagen, welche Gesteinsarten, also zum Beispiel Ton, Kies und Sand, in diesem Bohrabschnitt prozentual vorhanden sind. Wenn viel Kies zu finden ist, heißt das, dass auch viel Wasser vorhanden ist, wegen der höheren Wasserdurchlässigkeit. Bei einem hohen Anteil von Sand ist beispielsweise die Wärmeleitfähigkeit höher und wir haben ein besseres Speicherpotenzial. In den Modellen sind natürlich auch Unsicherheiten mit einberechnet. Man kann für die Planung konservative Modelle erstellen, um ganz sicher zu gehen, oder auch etwas optimistischere Modelle.

Haben Sie bei der Auswertung des Modells überraschende Entdeckungen gemacht?

Eine sehr hohe Relevanz hat die Frage, wie die Grundwasserkörper zusammenhängen. Etwa, um berechnen zu können, wie weit sich ein bestimmter Schadstoff ausbreitet. Oder auch, wenn zum Beispiel ein Trinkwasserbrunnen genehmigt werden soll, ist es wichtig zu wissen, ob hier Grundwasserstellen miteinander in Beziehung stehen. Es wurde bisher immer vermutet, dass diese Interaktionsbereiche nur an einzelnen Stellen zu finden sind. Aber in Wirklichkeit kommen sie sehr viel häufiger vor, wie wir jetzt zeigen konnten – und was uns zum Teil auch überrascht hat.

Wird das Modell noch weiterentwickelt?

Neue Daten, die wir durch Bohrungen, etwa aktuell im Zuge des Baus der neuen Stammstrecke bekommen, werden laufend in das System eingepflegt, um das Modell noch genauer zu machen. Wir arbeiten momentan außerdem daran, Speicherpotenziale auszuweisen. Wärmespeicher im Untergrund sind für die Energieversorger sehr interessiert, und nur über ein Untergrundplanungstool können sie effizient genutzt werden. Außerdem möchten wir mit dem Modell noch weiter in die Tiefe gehen, wo sich noch weitere Nutzungspotenziale befinden.

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Mobilität Nachhaltigkeit Forschung stefanie.reiffert@tum.de news-36830 Thu, 29 Jul 2021 10:20:00 +0200