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TUM IdeAward 2015: Von der Idee im Labor zum Produkt auf dem Markt. Gewinner Platz 1: Li.plus.  (Foto: Astrid Eckert / TUM)
TUM IdeAward 2015: Von der Idee im Labor zum Produkt auf dem Markt. Gewinner Platz 1: Li.plus. (Foto: Astrid Eckert / TUM)
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TUM IdeAward für Teams aus Energietechnik, Bioengineering und InformatikVon der Idee im Labor zum Produkt auf dem Markt

Drei Wissenschaftlerteams sind gestern Abend für ihre Ideen, die das Potenzial für ein marktfähiges Produkt haben, mit dem TUM IdeAward ausgezeichnet worden. Entwickelt haben sie ein Schnelltestgerät für Batterien von Elektroautos, im Labor herstellbare Lymphknoten für eine neue Therapie sowie eine Software für die automatisierte Neuprogrammierung von Produktionsanlagen. Die Technische Universität München, die UnternehmerTUM und die Zeidler-Forschungs-Stiftung wollen mit dem IdeAward Wissenschaftler motivieren, ihre Erfindungen durch eine Unternehmensgründung zu vermarkten.

Rund 60 Teams aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hatten ihre Ideen im Wettbewerb eingereicht. Die Projekte spiegeln das breite Fächerspektrum der TUM in Ingenieurwissenschaften, Natur- und Lebenswissenschaften, Medizin und Wirtschaftswissenschaften wider. Die Gewinner des TUM IdeAward erhalten neben einem Coaching der TUM Gründungsberatung ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro für Platz 1, 12.500 Euro für Platz 2 und 10.000 Euro für Platz 3. Die Preisgelder stellt die Zeidler-Forschungs-Stiftung.

Platz 1: Li.plus

Bisher existiert kein Verfahren, das die Restkapazität und andere wichtige Kenngrößen verschiedener Batterietypen sowohl mit hoher Präzision als auch innerhalb kurzer Zeit ermitteln kann – so die Marktanalyse eines Teams des Lehrstuhls für Elektrische Energiespeichertechnik.

Martin Brand, Christian Huber, Peter Keil und Korbinian Schmidt haben deshalb ein Konzept für einen Batterie-Schnelltester mit genau diesen Eigenschaften entwickelt. Er könnte zudem relativ kostengünstig produziert und einfach bedient werden. „Li.plus“ soll für den Einsatz an Elektrofahrzeugen in Werkstätten und Prüfeinrichtungen entwickelt werden. Auch für Batterien, die erneuerbare Energien speichern, gibt es ein erstes Projekt.

Das Team hat am „Manage&More“-Programm und an Businessplan-Seminaren der UnternehmerTUM teilgenommen und schon die ersten Schritte zur Unternehmensgründung gemacht.

Platz 2: Bioartifizielle Lymphknoten

Patienten mit einem chronischen Lymphödem leiden an Schwellungen verschiedener Körperpartien. Sie müssen dauerhaft mit einer physikalischen Therapie behandelt werden, die nur die Symptome lindern kann. Operationen sind aufwendig, zum Teil sehr risikoreich und nicht immer erfolgreich.

Eine Tissue-Engineering-Technologie könnte nun eine neue Behandlung ermöglichen: Mit sogenannten bioartifiziellen Lymphknoten sollen die Lymphgewebe und -gefäße regeneriert werden. Sie setzen sich aus Fragmenten körpereigener Lymphknoten und einem resorbierbaren Polymergerüst zusammen. Mit einer minimalinvasiven Operation könnten sie in die erkrankte Region implantiert werden.

Entwickelt wurde die Technologie von Dr. med. Min-Seok Kwak und PD Dr. med. Jan-Thorsten Schantz (beide Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des TUM-Klinikums rechts der Isar), der Chemikerin Dr. Elizabeth Rosado Balmayor (Experimentelle Unfallchirurgie des Klinikums rechts der Isar) sowie den Bioingenieuren Prof. Dietmar Hutmacher (Queensland University of Technology, Fellow des TUM Institute for Advanced Study) und Dr. Mohit Chhaya (Queensland University of Technology). Ergänzt wird das Team durch den Betriebswirt Thomas Schulz von der Universität Regensburg. Ein Teil des Teams hat bereits Gründungserfahrung, andere Mitglieder haben an Seminaren der UnternehmerTUM teilgenommen.

Platz 3: Chromosome Industrial

Produktionsanlagen der Industrie werden zumeist auf die Anforderungen eines konkreten Produkts ausgelegt und entsprechend statisch konfiguriert. Muss eine Anlage neu konfiguriert werden, ist der Programmieraufwand deshalb in der Regel sehr hoch – wobei solche Neuausrichtungen in den Smart Factories der Industrie 4.0 immer häufiger werden.

Die Informatiker Dr. Michael Geisinger, Hauke Stähle und Benjamin Wiesmüller sowie der Betriebswirt André Leimbrock haben nun eine Software entwickelt, mit der die Konfiguration einer Produktionsanlage automatisiert und in Echtzeit an neue Anforderungen angepasst werden kann. Neue Hardware- und Software-Komponenten können per Plug and Play eingebunden werden, weil das System die Fähigkeiten und die neue Struktur der Anlage erkennt.

Die zugrunde liegende Technologie namens „Chromosome Industrial“ wurde gemeinsam mit Industriepartnern bei fortiss entwickelt, einem An-Institut der TUM für Technologietransfer. Gefördert wird das Team von der TUM-Gründungsberatung, dem Start-up-Programm „KICKSTART“ der UnternehmerTUM sowie durch das Programm EXIST-Forschungstransfer.

Europaweit einmaliges Entrepreneurship Center

TUM und UnternehmerTUM unterstützen Ausgründungen in ihrem europaweit einmaligen Entrepreneurship Center. Hier finden Start-up-Teams sowohl umfangreiche Förderangebote und persönlichen Austausch mit Entrepreneurship-Forschern als auch eine optimale Infrastruktur mit Büros und der Hightechwerkstatt MakerSpace. Seit 1990 wurden aus der TUM rund 700 Unternehmen ausgegründet. Laut dem aktuellen Gründungsradar des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft fördert keine große Hochschule Unternehmensgründungen so gut wie die TUM.

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Technische Universität München Klaus Becker
klaus.becker(at)tum.de

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