Der IKOM Award für Duschl Ingenieure, ein "Familienunternehmen durch und durch": Familie Duschl mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie TUM-Kanzler Berger (l.). (Bild: U. Benz / TUM)
Der IKOM Award für Duschl Ingenieure, ein "Familienunternehmen durch und durch": Familie Duschl mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie TUM-Kanzler Berger (l.). (Bild: U. Benz / TUM; Video: Bayer. Wirtschaftsministerium)
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„IKOM Award Zukunftsarbeitgeber“ an fünf mittelständische UnternehmenPremiere für ersten studentischen Arbeitgeber-Preis

Der „IKOM Award Zukunftsarbeitgeber“ ist Deutschlands erste Auszeichnung für Arbeitgeber, die von Studierenden ausgelobt wird. Bei seiner Premiere wurde er gestern an fünf mittelständische Unternehmen für besonders verantwortungsvolles Wirtschaften verliehen: Duschl Ingenieure, sonnen, DELO, BMZ und Alberdingk Boley. Die Studierendengruppe IKOM der Technischen Universität München (TUM) vergibt die Awards gemeinsam mit der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und der TUM. Schirmherr ist der Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer.

Studierende legen bei der Jobsuche zunehmend Wert auf ethisches und nachhaltiges Wirtschaften der Arbeitgeber. Viele Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand, sind aber mit ihrem verantwortungsvollen Handeln kaum sichtbar für sie. Die IKOM, eine gemeinnützige Initiative zum Austausch zwischen Studierenden und Unternehmen, hat deshalb den Preis ins Leben gerufen. Die Kriterien der Jury aus Studentenschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien: Werteorientierung und Nachhaltigkeit, Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Deutschland, unternehmerische Kontinuität sowie gute Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Berufsanfänger.

Bei der Premierenfeier mit 200 Gästen – zur Hälfte Studierende, zur Hälfte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft – haben IKOM, vbw und TUM gestern Abend fünf mittelständische Unternehmen ausgezeichnet:

Duschl Ingenieure GmbH & Co. KG, Rosenheim

Kategorie „Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern“

Das Beratungsunternehmen für technische Ausrüstung und Energietechnik sei „ein Familienunternehmen durch und durch“, so die Jury: „offen, ehrlich, anständig - pragmatisch, zielorientiert, verlässlich“. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten große Gestaltungsfreiheit, der Arbeitgeber nehme Rücksicht auf individuelle Lebenslagen. Gegenüber Kunden und Lieferanten zeichne sich Duschl durch aufrichtige Partnerschaft aus.

sonnen GmbH, Wildpoldsried

Kategorie „Unternehmen mit 250 – 500 Mitarbeitern“

Die Produkte und Dienstleistungen der sonnen GmbH tragen zu einer der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart bei: einer ökologischen und nachhaltigen Energieversorgung. Das einstige Start-up gilt heute als Weltmarktführer für Energiespeichersysteme und als Betreiber der weltweit größten Power-Sharing-Plattform. „Dabei schafft es sonnen, in einem hochkompetitiven Umfeld seine Produkte am Stammsitz im Allgäu zu fertigen“, so die Jury. Dort bietet das Unternehmen Arbeitsplätze für 400 Menschen.

DELO Industrieklebstoffe GmbH & Co. KGaA, Windach

Kategorie „Unternehmen mit 500 – 1.500 Mitarbeitern“

Gegründet 1961, ist DELO innerhalb der letzten 20 Jahre von weniger als 70 auf mehr als 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewachsen, wovon der Großteil am Standort Windach beschäftigt ist. „Trotz des rasanten Wachstums erhält sich DELO seine familiäre Unternehmenskultur, geprägt von Wertschätzung, Vertrauen und Zusammenhalt“, so die Jury. Das inhabergeführte Unternehmen ist Weltmarktführer bei Spezialklebern, die von der Kreditkarte bis zum Mobiltelefon in unzähligen Produkten verarbeitet werden.

BMZ Group, Karlstein am Main

Kategorie „Unternehmen mit mehr als 1.500 Mitarbeitern“

BMZ gilt als europaweit führend bei Lithium-Ionen-Batterien, einer Schlüsseltechnologie für die Elektromobilität und damit für nachhaltigen Energieeinsatz. „Trotz globalen Wachstums an mehreren Standorten investiert der inhabergeführte Mittelständler massiv in seiner unterfränkischen Heimat. „Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen bleiben ein persönliches Anliegen des Gründers und Geschäftsführers, wobei gerade auch Schwächeren bewusst eine Perspektive gegeben wird“, so die Jury.

Alberdingk Boley Gmbh, Krefeld

Sonderpreis Umwelt

Der Hersteller von umweltfreundlichen wasserbasierten Bindemitteln und pflanzlichen Ölen schafft  es als mittelständisches Familienunternehmen seit über 190 Jahren, sich erfolgreich gegenüber Großkonzernen zu behaupten und mit nachhaltigen Produkten Marktanteile zu gewinnen. Alberdingk Boley zeige Verantwortung, so die Jury: „ebenso strukturiert wie pragamtisch-individuell gegenüber den eigenen Mitarbeitern, aber auch durch finanzielles Engagement im Hauptanbaugebiet der Öl-Rohstoffe in Indien“.

„Verantwortungsvolles Unternehmertum als Wettbewerbsvorteil“

„Verantwortungsvolles Unternehmertum brauchen wir dieser Tage vielleicht mehr denn je. Umso wichtiger war es, dass nun erstmals Studierende einen Preis ausloben, der Arbeitgeber eben hierfür honoriert", sagte Niclas-Alexander Mauß, letztjähriger Gesamtleiter der IKOM und gemeinsam mit seinem Kommilitonen Marius Beller Initiator des IKOM Award. „Die heutigen Preisträger können als Vorbild für viele andere dienen – und für uns als Ermutigung, uns am Anfang unseres Berufslebens zu fragen, wofür es sich wirklich lohnt, seinen Beitrag zu leisten."

Für Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer ist soziale und gesellschaftliche Verantwortung heute ein „Wettbewerbsvorteil bei der zunehmend schwierigen Suche nach Fachkräften. Der ‚IKOM Award Zukunftsarbeitgeber‘ belohnt nicht nur Unternehmen für nachhaltiges Wirtschaften, sondern bietet Jobsuchenden zugleich eine gute Orientierung. In Bayern zeichnen sich gerade viele mittelständische Familienbetriebe durch eine hohe Verantwortung für ihre Mitarbeiter sowie ihre Heimat aus. Wenn wir dieses Verständnis von Unternehmertum stärker sichtbar machen, trägt das auch zum Werteerhalt und einem guten Miteinander von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in unserem Land bei.“

„Studierende setzen starkes Zeichen für nachhaltiges Wirtschaften“

„Die bayerische Wirtschaft braucht, vor allem im MINT-Bereich, qualifizierte Nachwuchskräfte“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt bei der Preisverleihung. „Öffentlichkeitswirksame Initiativen wie der IKOM Award bieten Unternehmen die Chance, sich potenziellen Mitarbeitern als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren – ein Aspekt, der in Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger wird. Die Arbeitgeber überzeugen die begehrten Nachwuchskräfte mit ihrem Engagement in Bereichen wie Nachhaltigkeit, Werteorientierung oder Standorttreue. Deshalb unterstützen wir den IKOM Award gerne als Hauptsponsor.“

Albert Berger, Kanzler der TUM, hob das Engagement der Studierenden hervor:  „Die TUM ist eine internationale Spitzenuniversität, die sich als Dienerin der Gesellschaft versteht. Wir sind stolz, dass auch unsere Studierenden auf breiter Basis diese Haltung verkörpern. Das IKOM-Team investiert neben dem Studium enorm viel Zeit und Arbeitskraft und setzt nun mit ihrer deutschlandweit einmaligen Initiative ein starkes Zeichen für nachhaltiges Wirtschaften.“

Die IKOM:

In der IKOM organisieren rund 130 Studierende der TUM ehrenamtlich Karriereforen, Seminare, Exkursionen und weitere Veranstaltungen. Die gleichnamige Hauptveranstaltung ist mit mehr als 300 Ausstellern Deutschlands größte Karrieremesse, die allein von Studierenden getragen wird. Wissen und Erfahrungen werden in der IKOM seit 1989 von Generation zu Generation weitergetragen.

Die nächste IKOM findet vom 18. bis 21. Juni, die IKOM Start-up am 19. Juni auf dem Campus Garching statt.

Mehr Informationen:

Video des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie (2:45 Min.)

Corporate Communications Center

Technische Universität München Klaus Becker / Andreas Schmidt
klaus.becker(at)tum.de

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