Portrait Jara Obermann, Martin Schappert und Maria Trumpfheller
Jara Obermann, Martin Schappert und Maria Trumpfheller (v.l.n.r.) vom iGEM-Team der TUM brauen spezielles Bier. (Foto: Astrid Eckert)
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TUMstudis:Bäckerhefe wird synthetisch umgebaut

Wir brauen ein Bier, bei dem wir Farbe, Geschmack und Inhaltsstoffe beim Brauen variieren können!“. Das iGEM-Team der TUM hat sich viel vorgenommen. Beim diesjährigen Biotechnologie-Wettbewerb am Bostoner MIT wollen die Studierenden neue Wege beim Bierbrauen beschreiten. Sie möchten Bäckerhefe so modifizieren, dass sie wertvolle Inhaltsstoffe selbst, also natürlich, herstellen kann. Das Bier soll dem Bayerischen Reinheitsgebot entsprechen.  

Bäckerhefe, lat. Saccharomyces cerevisiae, ist als Produktionsorganismus in der Biotechnologie stark verbreitet. Das Studierenden-Team der TUM will ihn genetisch dahingehend modifizieren, dass er ernährungsphysiologisch wertvolle Inhaltsstoffe, insbesondere solche aus Pflanzen, selbst biosynthetisch produziert. Diese müssen dann nicht mehr aus anderen teuren Rohstoffen extrahiert und einem Lebens- oder Genussmittel zugesetzt werden. 

Neue Wege in der Braukunst

Das Team besteht aus 19 Studierenden der TUM. Die Mehrzahl studiert Molekulare Biotechnologie. Auch Informatiker, Mathematiker und Brauer sind dabei. In wissenschaftlichen Fragen unterstützt Prof. Dr. Arne Skerra (Biologische Chemie). Das Team will traditionelle Weihenstephaner Braukunst mit Molekularer Biotechnologie und innovativer Nachwuchsforschung kombinieren.

Im Rahmen des iGEM-Projekts werden Promotoren, die auf unterschiedliche Art und Weise (Ethanolgehalt, Belichtung etc.) einfach reguliert werden können, mit Bestandteilen bekannter biologischer Synthesewege kombiniert und in Hefe kloniert. Ziel ist es zu zeigen, wie mit Hilfe moderner biotechnologischer Verfahren neue Wege in der Lebensmittel- und Getränkeherstellung beschritten werden können.

TUM-Team mit Goldmedaille

iGEM steht für „international Genetically Engineered Machine competition“. Der internationale Wettbewerb auf dem Gebiet der Synthetischen Biologie wurde erstmals 2003 am MIT (Massachusetts Institute of Technology, USA) in Boston ausgetragen. Mittlerweile hat er ein weltweites Renommée.  

Bekannte oder neu entworfene genetische Bausteine („BioBricks“) werden genutzt, um modular biologische Systeme – in der Regel in Mikroorganismen – aufzubauen. Über 160 Studenten-Teams aus der ganzen Welt nahmen im vergangenen Jahr teil. Das Team der TUM errang mit einem Projekt aus dem Bereich der Biophysik eine Goldmedaille. Es gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Teams.


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