TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann.
TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann beim Kongress des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft. (Bild: Obermeier / vbw)
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Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft stellt Studie zu Digitalisierung vorWissensvernetzung als Königsdisziplin

Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft hat heute die Studie „Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung“ vorgestellt. Sie untersucht unter anderem, wie weit Unternehmen digitalisiert sind. Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München (TUM) und Vorsitzender des Zukunftsrats, sieht Digitalisierung als Schlüssel für gesellschaftlichen Erfolg. Voraussetzung einer erfolgreichen Digitalisierung in Wirtschaft, Wissenschaft und Staat sind ihm zufolge Wissensvernetzung und interdisziplinäres Denken.

Die Studie wurde von dem Beratungsunternehmen Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) erstellt. Eines der Ergebnisse der Befragung unter 2.500 Unternehmen: Mit dem „digitalen Reifegrad“ der Firmen – also dem Fortschritt der Digitalisierung – nehmen Mitarbeiterzahl und Umsatz zu. So liegt der Mitarbeiterzuwachs bei digitalisierten Unternehmen im Vergleich zum Durchschnitt der Unternehmen um 40 Prozent höher, das Umsatzwachstum sogar 80 Prozent höher.

In der Studie werden fünf Stufen der digitalen Reife unterschieden: Etwa zehn Prozent der Unternehmen befinden sich noch auf Stufe Null. Von den restlichen befragten Unternehmen sind circa 80 Prozent auf den Stufen eins und zwei (computerisiert) und 20 Prozent auf den Stufen drei und vier (digitalisiert), wobei nur rund zwei Prozent die höchste Stufe vier heute schon erreichen.

Um die positiven Effekte der Digitalisierung genauer quantifizieren zu können, fordert der Zukunftsrat neue Messinstrumente auf volkswirtschaftlicher Ebene.

Hemmnisse überwinden

Staat und Unternehmen müssen aus Sicht des Zukunftsrats einige Hemmnisse überwinden, um die Potenziale der Digitalisierung weiter auszuschöpfen. Dazu gehören tradierte Arbeitsweisen und Prozesse, Schnittstellen- und Kompatibilitätsprobleme, noch nicht ausreichend leistungsfähige digitale Netze, aber auch eine umfassende Verankerung digitaler Inhalte im Bildungssystem.

„Digitalisierung bringt das Neue in die Welt“

„Der Schlüssel für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg in der Zukunft liegt in der Digitalisierung“, sagte der Vorsitzende des Zukunftsrats Prof. Wolfgang A. Herrmann. „Sie steht für einen epochalen Wandel in der Art wie wir forschen, lernen, produzieren, kommunizieren, zusammenleben. Verändern wird sich unsere gesamte Denkwelt. Gleichzeitig verlangt die Digitalisierung danach, in bisher ungekannter Dimension Kenntnisse und Fähigkeiten unterschiedlichster Disziplinen miteinander zu vernetzen, und bringt damit das Neue in die Welt. Es wird in Zukunft ganz entscheidend darauf ankommen, die Fähigkeit zur Wissensvernetzung, zur Interdisziplinarität, zu einer Königsdisziplin zu machen – in Wirtschaft, Wissenschaft und Staat. So sichern wir die Teilhabe vieler Menschen an der neuen Wertschöpfung, und so gestalten wir Digitalisierung für alle.“

Alfred Gaffal, ebenfalls Vorsitzender des Zukunftsrats und Präsident der vbw, forderte ein stärkeres Engagement in der Digitalisierung der Bildung: „Ziel muss es sein, dass das digitale Klassenzimmer bis spätestens 2022 an allen bayerischen Schulen Realität ist – eingebettet in ein pädagogisches Gesamtkonzept. Den Ist-Stand erheben wir aktuell in einer Studie zur digitalen Bildung an bayerischen Schulen, die wir im November vorstellen. Außerdem müssen auch Aus- und Weiterbildung gezielt auf die Digitalisierung ausgerichtet werden. Unsere Hochschulen müssen technisch auf den neuesten Stand gebracht werden“.

Mehr Informationen:

Studie „Neue Wertschöpfung durch Digitalisierung“

Technische Universität München

Corporate Communications Center

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