Hörsaal- und Verwaltungsgebäude des TUM Campus Straubing
Erst Krankenhaus, dann Schule und Jugendzentrum - jetzt Hörsaal- und Verwaltungsbau des Campus Straubing.
Bild: Jan Winter / TUM
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Historisches Gebäude nach Sanierung für Lehre und Verwaltung eröffnetWichtiger Baustein für Ausbau des TUM Campus Straubing

Einst Stadtkrankenhaus des Franziskanerordens, jetzt Universitätsbau mit modernen Büros und einem Hörsaal unter dem Dach: Diesen historischen Bogen spannt das neue Gebäude für den TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit, das am Freitag nach seiner klimaschutzgerechten Sanierung bei einer Feier mit den bayerischen Ministern für Wissenschaft und Bauen eröffnet wurde. Es ist ein großer Schritt beim Ausbau des Campus, der auf einem der wichtigsten Zukunftsfelder forscht und lehrt.

Das Gebäude im Herzen des Straubinger Universitätscampus in unmittelbarer Nähe zum Donauufer dient seit der Fertigstellung im April dieses Jahres als neue Heimat für die Verwaltung des TUM Campus Straubing. So haben beispielsweise Geschäftsführung, IT, Gebäudemanagement und Studienberatung ihre Büros im mächtigen zweigeschossigen Walmdachbau bezogen. Herausragend ist ein 150 Quadratmeter großer Hörsaal im neuen Dachraum mit Platz für bis zu 100 Studierende.

In seiner Festansprache sagte Wissenschaftsminister Markus Blume: „Die Erfolgsgeschichte geht weiter! Der TUM Campus Straubing vereint die Megathemen unserer Zeit: Unabhängigkeit, Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Wir haben in den letzten Jahren hier rund 65 Millionen Euro investiert. Und mit der Hightech Agenda schreiben wir diese Investitionsgeschichte fort. Niederbayern ist Hightech-Region. Der TUM Campus gehört zum Herz dieses Innovationsökosystems. Mit dem neuen Gebäude schaffen wir beste Infrastruktur. Zudem erstrahlt ein Wahrzeichen der Stadt in neuem Glanz.“

Erdwärme liefert Energie

Schlüsselübergabe am TUM Campus Straubing
Wissenschaftsminister Markus Blume (3.v.r.) und Bauminister Christian Bernreiter (2.v.r.) übergaben den symbolischen Schlüssel an Campus-Rektor Prof. Volker Sieber.
Bild: Andreas Heddergott / TUM

Das sanierte, in die Denkmalliste Bayern eingetragene Gebäude mit seiner markanten Zwiebelhaube hat eine bewegte Geschichte: Der Franziskanerorden hat es Anfang des 18. Jahrhunderts als Stadtkrankenhaus erbaut, danach wurde es unter anderem als Schulhaus und Einrichtung für Menschen mit Behinderung genutzt. Später errichtete die Stadt Straubing in den Räumen ein Jugendzentrum. Kurz vor Abschluss der Sanierungsarbeiten zum Verwaltungsgebäude des TUM Campus Straubing brannte Oktober 2017 der Dachstuhl des Gebäudes aus. Löschwasser und Rauchgase machten einen Rückbau auch der darunterliegenden Stockwerke auf den Rohbauzustand notwendig. Die Kosten für die Erstinstandsetzung betrugen 4,5 Millionen Euro, der Wiederaufbau schlug mit weiteren 4,8 Millionen Euro zu Buche.

Das Staatliche Bauamt Passau hat beim rund drei Jahre dauernden Wiederaufbau großen Wert auf Klimaschutz gelegt. So liefern beispielsweise rund 30 Erdwärme-Speichersonden über eine Wärmepumpenanlage die notwendige Heizenergie für das Gebäude und sichern die Kühlung von Serverraum und neuem Hörsaal.

Teil einer erfolgreichen Bioökonomie

Bayerns Bauminister Christian Bernreiter beleuchtete in seinem Grußwort Vergangenheit und Zukunft der Petersgasse 5: „Das Gebäude wurde um 1700 errichtet und hat schon viele Einrichtungen beherbergt. Ich freue mich, dass das Baudenkmal künftig der Forschung und Lehre dienen wird. Mit einem Hörsaal unter dem Dach und zahlreichen Büros ist es ein wichtiger Baustein bei der Erweiterung des TUM Campus und stärkt den Forschungsstandort Niederbayern.“

Albert Berger, Kanzler der TUM, sagte: „Der Themenschwerpunkt des Campus zielt auf den Kern einer künftigen nachhaltigen Wirtschaftsweise: Wie können wir aus nachwachsenden Rohstoffen mit neuen biotechnologischen Verfahren Produkte und Energie gewinnen, die mit klugen Geschäftsmodellen Teil einer erfolgreichen Bioökonomie werden? Zur Erforschung und Vermittlung dieser Frage schaffen wir in Straubing die bestmögliche Infrastruktur. Umso wichtiger ist es, dass auch die neuen und die sanierten historischen Campusbauten den höchsten Ansprüchen an die Nachhaltigkeit gerecht werden.“

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