• 27.04.2021
  • Lesezeit: 2 Min.

Interview mit Dr. Fritz Wimbauer zu seinem Vortrag bei den Covid-19 Lectures

Sport kann schwere Covid-19-Verläufe verhindern

Dr. Fritz Wimbauer ist Oberarzt an der Poliklinik für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin am Klinikum rechts der Isar und Leiter der Ambulanz am Georg-Brauchle-Ring. Im Interview vor seinem Vortrag bei den Covid-19 Lectures am 28. April unterstreicht der Sportkardiologie, wie wichtig es ist in der Pandemie Sport zu treiben.

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Am 28. April spricht Dr. Fritz Wimbauer bei den Covid-19 Lectures zu „Sport in der Pandemie“.

Wie wichtig ist Sport in der Pandemie?
Sehr wichtig! Sport scheint das Immunsystem anzuregen und Infektionen weniger stark ausbrechen zu lassen. Menschen mit Normalgewicht, normalem Blutdruck, normaler Blutzuckerregulation und regelmäßigem Sport haben deutlich weniger schwere Verläufe, das belegen Studien. Sport draußen geht auch in der Pandemie: Joggen, Nordic Walking, Radfahren, Spazierengehen und vieles mehr. Ausdauersport ist besonders wichtig, um die körperliche Fitness zu verbessern – auch und gerade im Vorfeld der Corona-Schutzimpfung.

Wie schafft man es in der Lockdown-Zeit seine Lethargie und den „inneren“ Schweinehund zu überwinden – und warum lohnt sich das?
Regelmäßigkeit ist das A und O. Jeden Tag ein kleines Fitnessprogramm, zum Beispiel mit einem „7-Minuten-Workout“. Das ist ein Mix aus Ausdauer, Koordination und Krafttraining, ganz ohne Geräte. Das geht überall. Zweimal am Tag umgesetzt, bringt es die entsprechende Ganzkörperfitness.

Wenn man an Covid-19 erkrankt war und einen milden, gar symptomlosen Krankheitsverlauf hatte: Soll man sich trotzdem sportmedizinisch-kardiologisch untersuchen lassen, bevor man wieder Sport treibt?
Eine Sportpause alleine verschafft noch keine Sicherheit. Eine sogenannte Sporttauglichkeitsuntersuchung hilft, Risiken durch ein zu frühes Training zu vermeiden. Covid-19 kann auch zu einer Entzündung der Blutgefäße führen. Eine Untersuchung ermöglicht unter anderem festzustellen, ob noch Entzündungszeichen vorliegen. Entscheidend für eine Sportfreigabe ist jedoch die individuelle Belastbarkeit von Herz und Lunge. Wenn die Lunge nach einer Covid-19-Infektion Probleme hat und man nicht genug Luft bekommt, merkt man das. Probleme am Herzen, zum Beispiel eine Herzmuskelentzündung, müssen nicht immer mit eindeutigen Symptomen einhergehen. Für ambitionierte Freizeit- und Leistungssportler, die gleich nach der Quarantäne und ohne ärztlichen Check wieder ins Training einsteigen, ist das eine große Gefahr! In unseren Ambulanzen entdecken wir immer wieder Herzmuskelentzündungen oder potenziell gefährliche Herzrhythmusstörungen – auch bei jungen, scheinbar gesunden Sportlern. Das sind keine Einzelfälle. Wir haben daher Tipps für Betroffene zusammengestellt.

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Mehr Informationen und die Möglichkeit zum Widerruf finden Sie unter www.tum.de/datenschutz.

Live-Stream „Sport in der Pandemie“ am 28.4. ab 18.15 Uhr

Parallel zum Live-Stream auf YouTube besteht die Möglichkeit am Zoom Webinar teilzunehmen.

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