Die Gewinner des Wettbewerbs von der Technikerschule Allgäu posieren vor ihrer Anlage
2009 siegte die Technikerschule Allgäu mit „Konzentrix“
  • Forschung

2. Runde des Konstruktionswettbewerbs für Schüler und StudentenMehr Wasser aus Meerwasser

Ohne Wasser kann der Mensch nicht leben. Doch nach Angaben der UNICEF haben weltweit mehr als eine Milliarden Menschen nicht genug sauberes Wasser. In einigen Regionen wird Trinkwasser mit hohem Energieaufwand aus Meerwasser gewonnen, zu teuer für viele Menschen und schädlich für das Klima. Studenten der Technischen Universität München (TUM) haben nun zum zweiten Mal einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem Schüler- und Studentengruppen preisgünstige Konzepte zur Herstellung von Trinkwasser entwickeln können.

Mit dem ersten „TUM Mehrwasser Wettbewerb“ wollte der Lehrstuhl für Thermodynamik gemeinsam mit Studenten der Arbeitsgruppe TUSun einen Beitrag zur Lösung der Versorgung mit sauberem Wasser leisten und gleichzeitig Spaß an Wissenschaft und Technik vermitteln. Schüler- und Studentengruppen waren aufgefordert, das Konzept einer kompakten, solar betriebenen Meerwasser-Entsalzungsanlage einzureichen. Die selbst konstruierte Kleinanlage sollte ohne Zufuhr fossiler Energie funktionieren, wenig kosten, einfach zu bedienen sein und möglichst viel Wasser in trinkbarer Qualität liefern.

In diesem Jahr wurde der Wettbewerb international ausgeschrieben. Es gingen Bewerbungen aus Deutschland, Schweiz, Österreich und Spanien ein. Die Jury, bestehend aus Experten aus der Forschung und Industrie der Meerwasserentsalzung, haben die Vorschläge geprüft und geben am Tag des Wassers (22.03.2011) die 15 Teilnehmer der Endrunde des Wettbewerbs bekannt. Darunter sind auch die „Titelverteidiger“ von 2009, die Technikerschule Allgäu. Kapp vier Monate haben sie nun Zeit, ihre Konzepte umzusetzen. Die Endausscheidung des 2.TUM Mehrwasser Wettbewerbs ist am 29. und 30. Juli 2011 auf dem Campus in Garching. Dort werden die fertigen Anlagen präsentiert und durch die Jury einer eingehenden technischen Prüfung unterzogen.

An der TU München werden schon lange kleine Anlagen zur Meerwasserentsalzung entwickelt. 2008 fand sich eine engagierte Gruppe von Studenten zusammen, um auch die deutsche Bevölkerung auf das Wasserproblem aufmerksam zu machen und vor allem junge Menschen dazu zu bewegen, sich diesem Problem zu stellen. 15 Teams aus Schülern und Studenten traten beim 1.TUM Mehrwasser Wettbewerb 2009 gegeneinander an, um eine kostengünstige und energieautarke Meerwasserentsalzungsanlage zu entwickeln.

Die fachliche Betreuung des Wettbewerbs übernimmt wieder der Lehrstuhl für Thermodynamik der TU München. „Wir haben an unserem Lehrstuhl bereits Erfahrungen mit kleinen, solar betriebenen Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen. Mit 1000 € kann man eine gute Anlage bauen“, sagt Dr.-Ing. Markus Spinnler, der das Projekt betreut. „Nur kostengünstige und einfach aufzubauende Kleinanlagen machen den Einsatz der Entsalzungstechnologie auch in Entwicklungsländern möglich. Mit dezentralen Anlagen können Menschen in Gebieten mit schlechter Infrastruktur besser versorgt werden.“

Der Lehrstuhl für Thermodynamik lädt darüber hinaus 2011 erstmals auch zur TUM DESAL KONFERENZ ein. Hier werden vom 27. bis 29. Juli wissenschaftliche Beiträge zur Lösung der Trinkwasserproblematik vorgestellt und diskutiert. Der Abend des 29. Juli soll in einem großen Sommerfest ausklingen und den Austausch der Ideen zwischen Wissenschaft, Jungend und Gesellschaft in gemütlicher Atmosphäre abrunden – das Organisationsteam lädt jedermann herzlich dazu ein! Auch die ganz Kleinen sollen diesmal ganz groß rauskommen – parallel zum zweiten Wettbewerbstag am 30. Juli soll erstmalig das TUM MEHRWASSER KIDS PROGRAMM veranstaltet werden. Hier können Kinder das Thema Wasser mit ihrer ganz eigenen Sichtweise neu beleuchten!

Sponsoren des 2. TUM Mehrwasser Wettbewerb sind BASF SE, fischer eco solutions GmbH, Omya AG, Solarzentrum Allgäu GmbH, Stadtwerke München GmbH und VA TECH WABAG GmbH. Unterstützt wird der Wettbewerb von Deutsche MeerwasserEntsalzung e.V. und Solarenergieförderverein Bayern e.V.. Nähere Informationen zum Wettbewerb finden sich unter: www.mehrwasser.de

Bildmaterial:

http://mediatum2.ub.tum.de/?id=684773

Internetseite des TUM Mehrwasser Wettbewerbs:

http://www.mehrwasser.de

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