Professor Christian Pfleiderer erhält Max-Born-Preis.
Professor Christian Pfleiderer erhält Max-Born-Preis. (Bild: Astrid Eckert & Andreas Heddergott / TU München)
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Hohe Auszeichnung der Deutschen Physikalischen GesellschaftProfessor Christian Pfleiderer erhält Max-Born-Preis

"Für seine fundamentalen Beiträge zu neuartigen Formen magnetischer Ordnung, insbesondere von Gittern aus Skyrmionen und deren Manipulation durch elektrische Ströme", schreibt die Deutsche Physikalische Gesellschaft, erhält Professor Christian Pfleiderer, Physiker der Technischen Universität München (TUM) den Max-Born-Preis. Der mit 3000 Euro dotierte Preis wird 2016 in London übergeben.

Christian Pfleiderers bahnbrechende Entdeckung ist eine exotische magnetische Phase in chiralen Magneten, in der sich ein Gitter magnetischer Texturen ausbildet, die unter dem Namen Skyrmionen bekannt sind. Pfleiderer zeigte, dass diese Texturen mit elektrischen Strömen außerordentlich geringer Stromdichte manipuliert werden können. Dadurch hat er ein neues Forschungsfeld eröffnet, auf dem viele Gruppen weltweit arbeiten und das faszinierende Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Spintronik bietet.

Pfleiderer studierte Physik in Tübingen und in Denver. Im Jahre 1990 schloss er sich der Arbeitsgruppe von Prof. Lonzarich an der Universität von Cambridge an und wurde dort im Jahre 1994 promoviert. Nach Aufenthalten in Grenoble und Karlsruhe, wurde er im Jahre 2004 außerordentlicher und 2014 ordentlicher Professor an der Technischen Universität München für magnetische Materialien und der Topologie korrelierter Systeme.

Der Max-Born-Preis wird für besonders wertvolle und aktuelle wissenschaftliche Beiträge zur Physik gemeinsam vom britischen Institute of Physics (IOP) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Erinnerung an das Wirken Max Borns in Großbritannien und Deutschland verliehen. Die beiden Gesellschaften verleihen den Preis an Physikerinnen und Physiker in Deutschland und Großbritannien im jährlichen Wechsel.

Technische Universität München

Corporate Communications Center DPG / Dr. Andreas Battenberg, TUM
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