Der geplante europäische Ingenieur-Studiengang kombiniert Technik- und Sozialwissenschaften. (Bild: artJazz/istock.com)
Der geplante europäische Ingenieur-Studiengang kombiniert Technik- und Sozialwissenschaften. (Bild: artJazz/istock.com)
  • Campus

Universitätsnetzwerk unter Leitung der TUM plant länderübergreifenden IngenieurstudiengangParadigmenwechsel in der europäischen Ingenieurausbildung

Gemeinsam mit Universitäten der EuroTech Universities Alliance und anderen Partnern aus insgesamt sechs Staaten will die Technische Universität München (TUM) einen europäischen Ingenieurstudiengang etablieren, der Technik- und Sozialwissenschaften kombiniert. Damit hat sich das neue „EuroTech Engineer Network“ gestern beim EU-Förderprogramm „Europäische Hochschulen“ beworben. 

Das von der EuroTech Universities Alliance ins Leben gerufene „EuroTech Engineer Network“ besteht neben der TUM aus der Technical University of Denmark, der französischen École Polytechnique, dem israelischen Technion, der Eindhoven University of Technology sowie der Czech Technical University Prag und der Tallinn University of Technology.

Das neue Netzwerk will den ersten europäischen Ingenieurstudiengang erarbeiten und der führende europäische Universitätsverbund in Wissenschaft und Technologie werden. Durch die Kombination aus technischem Know-how und sozial- und geisteswissenschaftlichen Kompetenzen sollen die Studierenden in die Lage versetzt werden, nachhaltige Entscheidungen zu treffen sowie technologiebasierte Transformationsprozesse zu gestalten und zu moderieren.

Weichenstellung für eine einzigartige europäische Ingenieurausbildung

„Der Antrag der EuroTech Universities und ihrer neuen Partner ist ein ambitionierter Schritt hin zu einer einzigartigen europäischen Ingenieurausbildung“, erklärt Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TUM und Mitbegründer der EuroTech Universities Alliance. „Der gesellschaftliche Rückbezug technischer Innovationen wird künftig der zentrale Punkt ingenieurwissenschaftlicher Entwicklungen sein. Dieses ‚Human-centered-Engineering‘ muss in Studienprogrammen abgebildet werden, um den Bedarfen der Studierenden, der Arbeitgeber und nicht zuletzt der Gesellschaft gerecht zu werden.“

EU-Förderprogramm „Europäische Hochschulen“

Im Dezember 2017 forderten einige EU-Staaten Maßnahmen zur „Schaffung ‚europäischer Hochschulen‘, die es als europaweite Bottom-up-Hochschulnetzwerke Studenten ermöglichen, im Rahmen eines Studiums in mehreren EU-Ländern einen Abschluss zu erwerben, und somit zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hochschulen beitragen“. Im Oktober 2018 startete die EU-Kommission eine erste Pilotausschreibung im Rahmen des Erasmus+-Programms, um ambitionierte neue Kooperationsmodelle in der europäischen Hochschulbildung zu testen. Mit der ersten Ausschreibung sollen zwölf „europäische Hochschulen“ mit je fünf Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren finanziert werden.

Gemeinsame Forschungsvorhaben

Weiter gestärkt wird die Allianz durch gemeinsame Forschungsvorhaben. Anfang der Woche hat die International Graduate School of Science and Engineering (IGSSE) der TUM einen Call veröffentlicht, der erstmals insbesondere für Forschungsverbünde zwischen der TUM und seinen Partneruniversitäten der EuroTech Universities Alliance fördert. 

 

Mehr Informationen:

  • Bei der EuroTech Universities Alliance handelt es sich um eine strategische Partnerschaft führender europäischer technischer Universitäten, die sich der Exzellenz in der Forschung und der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen verschrieben haben. Mit der Förderung einer intensiven Zusammenarbeit in Forschung und Lehre sowie der Unterstützung von Innovationen und Unternehmertum bündelt die Allianz das komplementäre Potenzial ihrer Partneruniversitäten, um gemeinsam mehrskalige Initiativen umzusetzen, die einen hohen Einfluss auf Gesellschaft und Industrie haben. Darüber hinaus pflegt die Allianz einen offenen Dialog mit allen gesellschaftlichen Akteuren, um auf die Chancen aufmerksam zu machen, die sich durch Wissenschaft und Technologie ergeben.

Technische Universität München

Corporate Communications Center Corporate Communications Center
a.schmidt(at)tum.de

Weitere Artikel zum Thema auf www.tum.de:

ICL-Präsidentin Prof. Alice Gast (2.v.l.) empfängt eine TUM Delegation mit Vizepräsidentin Prof. Juliane Winkelmann und den Vizepräsidenten Prof. Thomas Hofmann (l.) und Prof. Gerhard Müller in London.

TUM und ICL starten gemeinsame Programme

Das Imperial College London (ICL) und die Technische Universität München (TUM) starten ein gemeinsames Promotionsprogramm an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz (KI), Gesundheitswissenschaften und Robotik sowie…

Die TUM möchte die CEU an ihrem Standort Budapest mit Beiträgen zu deren Lehr- und Forschungsprogrammatik unterstützen. (Bild: Zoltan Tuba / CEU)

TU München will in die CEU Budapest einsteigen

Die Technische Universität München (TUM) hat die Initiative des EVP-Fraktionsvorsitzenden im Europäischen Parlament, Manfred Weber, MdEP aufgegriffen, die Entwicklung der Central European University (CEU) an ihrem Standort…

Die Präsidenten Ilkka Niemelä (l.) und Wolfgang A. Herrmann trafen sich in Brüssel. (Bild: V. Schegk / TUM)

TUM und Aalto verbündet

Die finnische Aalto University (Helsinki) hat mit der Technischen Universität München (TUM) eine Partnerschaft auf den Weg gebracht. Die Unterzeichnung erfolgte in der Bayerischen Vertretung in Brüssel. Schwerpunkt der…

Alice Gast und Wolfgang A. Herrmann bei der Vereinbarung der Partnerschaft von ICL und TUM. (Bild: jo mieszkowski / ICL)

Plädoyer für europäische Zusammenarbeit

Die Präsidentin des Imperial College London (ICL), Prof. Alice Gast, und Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München (TUM), haben sich in einem Gastbeitrag in der Financial Times mit den…

Die EuroTech-Universitäten unterzeichnen in Brüssel den Beitritt des Technion, das von Vizepräsident Prof. Wayne Kaplan (3.v.r.) vertreten wird. (Bild: I. Odenthal / TUM)

Israelisches Technion tritt EuroTech-Allianz bei

Das Technion – Israel Institute of Technology wird am 1. Januar 2019 Mitglied der EuroTech Universities Alliance. Nach dem Beitritt der französischen École Polytechnique im Juni 2018 ist dies die zweite hochkarätige…

Die Präsidenten der fünf EuroTech Universitäten nach der Vertragsunterzeichnung: Anders Overgaard Bjarklev, Jan Mengelers, Wolfgang A. Herrmann, Jaques Biot, Martin Vetterli (v.l.n.r.) (Bild: Eckert / TUM)

École Polytechnique neues Mitglied der EuroTech Allianz

Nach sieben Jahren enger Zusammenarbeit begrüßten die vier Mitglieder der EuroTech Universities Alliance gestern die École Polytechnique als fünften Partner. Die renommierte französische Institution trat der strategischen…