Panorama auf Florenz vom Boboli-Garten mit zwei Skulpturen von Fritz Koenig.
Panorama auf Florenz vom Boboli-Garten mit zwei Skulpturen von Fritz Koenig (v. r. n. l.: „Großer St. Martin“, 1963/1964; „Große Flora V“, 1977/1978). (Foto: Le Gallerie degli Uffizi)
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Lebenswerk des verstorbenen Emeritus und Bildhauers Fritz Koenig in Florenz ausgestelltDie Kunst, die Heimat mit der Welt zu verbinden

Fritz Koenig leitete fast dreißig Jahre lang den Lehrstuhl für Plastisches Gestalten an der Technischen Universität München (TUM). Nun wird dem weltberühmten Bildhauer, der vergangenes Jahr gestorben ist, eine Ausstellung in Florenz gewidmet. Die Retrospektive in der Gemäldesammlung der „Gallerie degli Uffizi“ und im Boboli-Garten ist die umfassendste, die bisher über Koenig gezeigt wurde.

Weltruhm und Heimatliebe. Fritz Koenig (1924-2017) gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Trotz seines internationalen Erfolgs ist er seiner niederbayerischen Heimat, wo er all seine großen Kunstwerke schuf, zeit seines Lebens verbunden geblieben. Aktuell wird das Werk des Künstlers in Florenz in der renommierten Gemäldesammlung der „Gallerie degli Uffizi“, in Deutschland auch bekannt als Uffizien, und im dazugehörigen Boboli-Garten ausgestellt. Bis zum 8. Oktober 2018 zeigt die Retrospektive Skulpturen und Zeichnungen aus den letzten vierzig Lebensjahren des Künstlers – darunter auch drei Werke aus München, die nach der Ausstellung wieder an ihren angestammten Platz zurückgebracht werden. Die Schirmherrschaft hat Herzog Franz von Bayern, der selbst ein bedeutender Kunstsammler ist und ein persönlicher Freund von Fritz Koenig war.

Vor der Kulisse von Florenz

Die Skulpturen aus Bronze, Stein und Kortenstahl des bayerischen Bildhauers wirken monumental in der Vegetation des Boboli-Gartens, der bereits in der Renaissance angelegt wurde. Fritz Koenig hat in seinen Werken sanfte und raue Formen miteinander verflochten. Oft erscheinen die biomorphen Gebilde instabil; und dennoch folgen sie einem von Koenig sorgsam studierten Gleichgewicht. Die aneinander und ineinander gefügten Grundformen von Kugel, Kegel und Zylinder gehören bereits seit Koenigs Frühwerk zu seinem festen bildnerischen Vokabular.

Zwischen Figur und Abstraktion

Im Alter von vierzig Jahren war Fritz Koenig an die Technische Universität München berufen worden, wo er bis zu seiner Emeritierung 1992 den Lehrstuhl für Plastisches Gestalten leitete. Seine Kunst thematisiert vor allem Liebe und Erotik sowie Geburt und Tod. Koenigs Werke bewegen sich zwischen Gestalt und Geometrie, zwischen Figürlichem und Abstraktem. „Mit seiner körperlich-geistigen Ausdrucksgewalt hat Fritz Koenig Generationen von Architekturstudierenden in Staunen versetzt, viele angesteckt und manche wirksam geprägt“, sagte Präsident Wolfgang A. Herrmann in der Trauerrede auf Fritz Koenig.

In New York zum Weltruhm

Weltweit berühmt wurde der Bildhauer durch seine Bronzeskulptur „The Sphere“, die Anfang der 1970er-Jahre vor dem World Trade Center in New York aufgestellt wurde. Sie überstand die Terroranschläge vom 11. September 2001. Heute mahnt die stark beschädigte Skulptur nahe ihrem ursprünglichen Standort auf der „World Trade Center Site“ der damaligen Ereignisse. Koenig gestaltete auch das Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und schuf einen Granit-Klagebalken für die Opfer des Attentats bei der Olympiade 1972 in München. Bereits in den späten 1950ern und frühen 60ern erwarben unter anderem die einflussreiche Kunstsammlerin Peggy Guggenheim und das Museum of Modern Art (MoMA) in New York einzelne seiner Werke.

Rückzug in die Heimat

Im Alter wandte Fritz Koenig sich von der Kunstwelt ab und zog sich mit seiner Ehefrau Maria auf sein Anwesen auf dem Ganslberg bei Landshut zurück. In seiner niederbayerischen Heimat starb der Bildhauer im Alter von 92 Jahren. Fritz Koenig war Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sowie Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst und des Großen Bundesverdienstkreuzes.

Mehr Informationen:

Technische Universität München

Corporate Communications Center Lisa Pietrzyk
lisa.pietrzyk(at)tum.de

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