Online-Tandem-Teilnehmer Alexander Kophal
Leidenschaft für Schweden: TUM-Student Alexander Kophal lernt die Sprache und tauscht sich online mit seiner Tandem-Partnerin aus.
Bild: Astrid Eckert / TUM
  • Campus, Studium

Alexander Kophal ist Teil eines Online-Tandems am Sprachenzentrum der TUM„Schweden hat mich nicht mehr losgelassen“

2012 ist Alexander Kophal ein ganzes Land ans Herz gewachsen, mitsamt Kultur und Sprache. Er lebte damals in Uppsala bei einer Gastfamilie. Heute studiert der 24-Jährige Maschinenwesen im Master an der TUM und lernt immer noch Schwedisch. Am TUM Sprachenzentrum ist er Teil eines Online-Tandems mit Muttersprachlerinnen und Muttersprachlern.

Wie kann man sich das Online-Tandem vorstellen?

Die Idee ist, dass wir Studierende echte Sprachanlässe haben. Aktuell finden die Sprachkurse ja digital statt, und in einer Zehnergruppe entsteht ein längerer Austausch fast nur in den Breakout-Rooms. Dass man sich 45 Minuten durchgehend auf Schwedisch unterhält, das kann der normale Kurs nicht leisten. Die Idee mit dem Tandem als Bestandteil des Sprachkursangebots entstand aber schon vor der Pandemie – und hat jetzt volle Wirkung entfaltet.

Über welche Themen sprechen Sie dann mit Ihrer Tandem-Partnerin?

Das Tandem ist kein Smalltalk am Feierabend, sondern benoteter Teil des Sprachkurses. So stand vorab fest, dass das Thema dieses Semester die deutsch-schwedischen Unterschiede und Ähnlichkeiten in der Corona-Pandemie sein würden. Wir mussten also zum Beispiel diese Fragen besprechen: Was sind die soziokulturellen und soziotechnischen Konsequenzen von Corona? Was muss die Politik tun, um eine resiliente Gesellschaft und Wirtschaft zu schaffen? Und was sind typische Unterschiede im deutschen und schwedischen Krisenmanagement?

Das hört sich ziemlich komplex an.

Im Semester haben wir insgesamt drei 90-minütige Sitzungen. Das heißt dann, dass die erste Hälfte Deutsch und die andere Hälfte der Zeit Schwedisch gesprochen wird. Etwa nach einer halben Stunde passiert im Kopf dann die Umstellung, ab da geht es wie von selbst.

Aber woher kommt es eigentlich, dass Sie sich so für Schweden interessieren?

Als ich 14 Jahre alt war, hatten die Nachbarn eine Austauschschülerin aus Tasmanien bei sich. Ich war fasziniert davon, in einem fremden Land zu leben und dessen Sprache zu lernen. Warum aber so weit weg? Europa hat eine große Vielfalt. Die Länder sind dicht beieinander und haben trotzdem unterschiedlichste Kulturen. Manchmal ist es schöner erst die Umgebung kennenzulernen, bevor es ans andere Ende der Welt geht. Dazu kommt, dass ich in Norddeutschland aufgewachsen bin. Und Skandinavien liegt hier direkt vor der Tür. Das war mir also schon immer nahe.

In Skandinavien spricht man sehr gutes Englisch. Wurde das ein Problem für Sie, dass man Sie als Ausländer nur auf Englisch angesprochen hat?

Nicht wirklich. In meiner Gastfamilie hatte ich vier Gastgeschwister. Um dort mithalten zu können und aktiv am Alltag teilzunehmen, muss man natürlich Schwedisch lernen. Und am ersten Abend fragte mich mein Gastvater: Du möchtest Schwedisch lernen, oder? Okay, dann sprechen wir ab jetzt nur noch Schwedisch.

Was waren die Herausforderungen beim Schwedisch-Lernen für Sie?

Der Wortschatz ändert sich echt schnell. Die Schweden nehmen zum Beispiel viel schneller Wörter aus dem Englischen auf. Komischerweise werden die englischen Wörter so geschrieben, wie man sie spricht: Zum Beispiel heißt es „fejk“ statt „fake“.

Aber mit der Sprache kommt man doch nicht sehr weit, verglichen mit Französisch oder auch Spanisch.

Schwedisch ist ein Türöffner. Es sticht ein wenig heraus, es macht einen interessant. Gerade wenn man ein fortgeschrittenes Niveau erlangt. Schweden hat mich seit 2012 nicht mehr losgelassen. Auch in meinem Erasmus-Semester in Stockholm habe ich gemerkt: Wenn ich mich mit den Einheimischen in der Landessprache unterhalten kann, hat man zu denen gleich einen ganz anderen Zugang.

Würden Sie Studienanfängern an der TU München einen Sprachkurs empfehlen?

Absolut, das kann ich nur empfehlen. Das Sprachenzentrum bietet um die 17 verschiedene Sprachen an. Arabisch probiere ich zum Beispiel gerade aus. Was ich raten würde: Fangt damit schon früh im Studium an, damit Ihr über das Anfängerniveau hinauskommt.

Mehr Informationen:

  • Zusätzlich zum Online-Tandem des Sprachkurses macht Alexander Kophal auch beim „TUM-Tandem“ mit: Dabei werden regulär Studierende mit Austauschstudierenden zusammengebracht.
  • Seine Leidenschaft für Schweden will sich Alexander Kophal beibehalten – und später in der Wirtschaft eine Vermittlerrolle zwischen beiden Ländern einnehmen. Denn durch den Brexit wird Skandinavien für Deutschland wohl immer wichtiger werden, vermutet er.
  • Das TUM Sprachenzentrum bietet Studierenden, Austauschstudierenden und Beschäftigten der TUM ein universitätsorientiertes Programm zum Fremd- und Fachsprachenerwerb in 17 Sprachbereichen, zur interkulturellen Kommunikation und zum interkulturellen Diskurs im wissenschaftlichen Umfeld.
  • Mehr Informationen: Tandem-Angebote des TUM Sprachenzentrums 

Technische Universität München

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Kontakte zum Artikel:

Christina Thunstedt
TUM Sprachenzentrum
Richard-Wagner-Str. 3
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Tel. +49 (89) 289-22135
thunstedt@zv.tum.de