Eine Küche in einer Studierenden-WG, im Zentrum ein Tisch mit vier Stühlen
Eine Wohnung im Raum München zu finden, ist nicht einfach. Aber mit den richtigen Tipps und Beratungsangeboten kommen alle unter.
Bild: Jessica Bruder
  • Campus, Studium
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Chiu-Li Tseng gibt Tipps für die Wohnungssuche und stellt TUM Living vorGute Vorbereitung ist die halbe Miete

Wer neu an die Universität, vielleicht sogar das erste Mal nach Deutschland kommt, steht zunächst vor der Herausforderung, eine Wohnung am Studienort finden. Das ist gerade im Raum München nicht einfach. Doch an der TUM gibt es viele Unterstützungsangebote für die Wohnungssuche. Im Interview stellt Chiu-Li Tseng einige davon vor und gibt wertvolle Tipps für die erfolgreiche Suche nach einem Zimmer.

Chiu-Li Tseng, Sie sind an der TUM für die Koordination von Angeboten rund um das Wohnen im Studium und die Beratung von Studierenden auf Wohnungssuche zuständig. Gerade in München keine einfache Aufgabe, oder?

Das stimmt. Man weiß ja, wie angespannt der Wohnungsmarkt gerade in München ist. An anderen Standorten ist die Lage etwas entspannter, aber für viele Studierende ist die Wohnungssuche nicht eben leicht.

Gilt das für internationale Studierende in besonderem Maß?

Für Internationale kann es natürlich schwieriger sein. Sie haben in der Regel keine Bekannten vor Ort, bei denen sie sich umhören oder bei denen sie unterkommen können, bis sie etwas Eigenes gefunden haben. Aber die wichtigsten Tipps gelten für alle Studierenden, die auf Wohnungssuche sind.

Was raten Sie Studierenden auf Wohnungssuche?

Überlegen Sie sich, ob es Ihnen wichtig ist, in München zu leben und von den vielen Angeboten der Metropole zu profitieren – oder ob Sie lieber kurze Wege zur Vorlesung haben wollen. Wenn Sie zum Beispiel an der TUM School of Life Sciences in Freising-Weihenstephan studieren, wäre das tägliche Pendeln von und nach München sehr zeitintensiv. Umgekehrt ist das öffentliche Nahverkehrsnetz in und um München so gut ausgebaut, dass man nicht im Zentrum wohnen muss, um schnell von A nach B zu kommen.

Mit Straubing und Heilbronn haben wir allerdings auch Campus, die sich in ganz anderen Regionen befinden – da darf man sich nicht davon verwirren lassen, dass man an einer „Münchner“ Universität studiert.

Grundsätzlich ist es einfacher eine Wohnung zu suchen und zu finden, wenn Sie vor Ort sein können. Zwar gibt es heute häufig die Möglichkeit, auch Online-Besichtigungen durchzuführen und für einen ersten Eindruck sind sie auch auf durchaus hilfreich. Davon, einen Mietvertrag abzuschließen, ohne die Wohnung vor Ort besichtigt zu haben, rate ich aber unbedingt ab. Denn wie die Umgebung ist, ob es Schäden am Haus gibt, wer die Nachbarn sind – so etwas kann man eben nur herausfinden, wenn man einmal da war.

Ich rate den Studierenden deshalb, eine freundliche schriftliche Anfrage vorzubereiten, in der sie auch ein wenig von sich selbst erzählen, und dann intensiv und aktiv nach Wohnungen und Zimmern zu suchen – online, in Zeitungen, über Immobilienagenturen. Bewerben Sie sich auf möglichst viele passende Angebote. Sie können sich für zwei oder drei Wochen in einem Hostel einmieten und in dieser Zeit viele Besichtigungen durchführen.

Gerade für internationale Studierende kann das herausfordernd sein – aber wenn Sie nicht vor Ort sind und zu Besichtigungsterminen kommen können, wird die Wohnungssuche sehr schwierig. Vielen Vermieterinnen und Vermietern ist es wichtig, einen persönlichen Eindruck von ihren Mieterinnen und Mietern zu haben. Allen auf Wohnungssuche rate ich daher: Kommen Sie pünktlich zu den Terminen und bringen Sie Ihre Unterlagen mit: Immatrikulationsbescheinigung, tabellarischen Lebenslauf, Zulassung, Finanzierungsnachweis, vielleicht eine Bürgschaft der Eltern, Arbeitsvertrag, Stipendium … Wenn man bei der Maklerin oder dem Vermieter einen guten Eindruck hinterlässt, ist das oftmals schon die halbe Miete.

Trotz des angespannten Marktes empfehle ich aber allen: Überweisen Sie kein Geld, solange Sie keinen unterschriebenen Mietvertrag haben und geben Sie vorab keine Informationen zu Ihrer Bankverbindung oder Ihrem PayPal-Konto weiter! Schützen Sie sich vor Betrug!

TUMguide: Wie finde ich eine Wohnung in München?

 

Anders als in vielen anderen Ländern ist es in Deutschland unüblich, dass Universitäten über eigene Studentenwohnheime verfügen. Wie wohnen Studierende denn normalerweise?

Ja, so etwas wie Dorm-Rooms gibt es an der TUM nicht. Es gibt Studentenwohnheime des Studentenwerks, aber die Plätze dort sind heiß begehrt. In München gibt es gerade einmal 11.000 Studentenwohnheimplätze – bei 120.000 Studierenden.

Deshalb werden die meisten Studierenden auf dem privaten Wohnungsmarkt fündig, entweder mit einem Platz in einem privaten Wohnheim, mit einem eigenen Zimmer oder einer eigenen Wohnung. Da die Mieten insbesondere in München sehr hoch sind, ziehen viele auch mit anderen Studentinnen und Studenten gemeinsam in eine Wohngemeinschaft und teilen sich die Kosten.

Bei der Zimmersuche hilft zum Beispiel auch das Studentenwerk mit seiner Privatzimmervermittlung. Und an der TUM selbst haben wir kürzlich eine neue Wohnungsbörse ins Leben gerufen, TUM Living. Hier können private Vermieterinnen und Vermieter kostenlos Zimmer und Wohnungen speziell für TUM-Studierende inserieren. Die Angebote werden von uns überprüft, bevor sie veröffentlicht werden. Wir achten sehr genau darauf, dass es hier keine Fake-Angebote gibt.

Gibt es weitere Beratungsangebote?

Jede Menge. Wir vom TUM Wohnraumsupport bieten zum Beispiel viele Tipps zur Wohnungssuche oder Infosessions – auch speziell für internationale. Bei rechtlichen Fragen können auch die Rechtsberatungsstelle des Studentenwerks München oder der Mieterverein München helfen.

Speziell für Austauschstudierende bietet zudem das TUM Global & Alumni Office Hilfe an, internationale Promovierende berät unsere Graduate School und internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler der TUM Accomodation Service.

Die wichtigsten Tipps und Informationen haben wir übrigens auch in dem oben verlinkten Video zur Wohnungssuche zusammengefasst.

Wenn dann eine Wohnung gefunden ist, gibt es aber immer noch einiges zu tun.

Ja, aber der schwierige Teil ist dann geschafft. Wenn Sie in Ihre neue Wohnung eingezogen sind, müssen Sie sich innerhalb von zwei Wochen beim Bürgerbüro oder beim Einwohnermeldeamt anmelden. Wenn Sie eine Meldeadresse haben, können Sie Ihr Sperrkonto bei der Bank aktivieren und eine studentische Krankenversicherung abschließen. Und falls Sie nicht aus einem EU-Staat, Norwegen, Island, Liechtenstein oder der Schweiz kommen, müssen Sie anschließend Ihre Ihre Aufenthaltsgenehmigung oder Ihr Visum verlängern.

Und dann können Sie sich endlich darauf konzentrieren, wofür Sie eigentlich an die TUM gekommen sind: Neue Dinge lernen, neue Leute treffen, eine neue Stadt kennenlernen.

Technische Universität München

Konstantin Götschel
goetschel(at)zv.tum.de

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