In die Kamera blickende Studentin, im Hintergrund ein heller, moderner Seminarraum
In Plug-in-Modulen interdisziplinäre Projekte entwickeln
Bild: Adobe Stock / baranq
  • Nachhaltigkeit, Studium
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Mit neuen Lehrformaten Einblicke in andere Disziplinen erhaltenOutside the box: Plug-in-Module an der TUM

Eine Informatikerin, die zu Klimaschutz und Gemeinwohlökonomie arbeitet; ein Mediziner, der sich mit den Grundlagen künstlicher Intelligenz beschäftigt; eine Biologin, die lernt, wie sie ihr eigenes Unternehmen gründet: Die neuen Plug-in-Module der TUM verbinden fachliche Expertise mit dem Blick über den Tellerrand. Im Sommersemester werden die ersten Lehrveranstaltungen im neuen Format angeboten.

Die Grundlagen einer Disziplin kennenlernen, das Fachwissen anwenden und die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung vermittelt bekommen – das ist der Kern jedes Studiums. Die Ausbildung am Puls der Spitzenforschung, die die TUM anbietet, bedeutet jedoch noch mehr: Studierende lernen kreatives und zukunftsorientiertes Denken „outside the box“, um für die Herausforderungen von morgen gerüstet zu sein. Dafür ist das Zusammenspiel der Disziplinen entscheidend. Ein Studium an der TUM bietet viele Möglichkeiten, sich mit Inhalten anderer Bereiche zu beschäftigen und sie mit denen des eigenen Faches zu verknüpfen.

Austausch über Disziplinen hinweg

Um den inter- und transdisziplinären Austausch noch stärker und systematischer zu fördern, bietet die TUM ab dem Sommersemester 2021 die sogenannten Plug-in-Module an. Das sind Lehrveranstaltungen, die sich in besonderem Maße an Studierende aller Studiengänge richten und Wissen vermitteln, das für alle Fachrichtungen relevant ist. Gleichzeitig lernen Teilnehmende Ansätze anderer Disziplinen für neue Herangehensweisen in ihrem eigenen Fachgebiet zu nutzen. Die hier erworbenen Credits können in der Regel im Freifach oder als Wahlmodul angerechnet werden.

„Studierende können sich mit der Essenz einer für sie fremden Disziplin befassen.“— Martina Wayand, Dozentin und Koordinatorin der Plug-in-Module
 

Martina Wayand, die am TUM Center for Study and Teaching nicht nur die Plug-in-Module koordiniert, sondern auch ein eigenes anbietet, erklärt die Idee des neuen Formats: „Motivierte Bachelor- und Masterstudierende können sich in Plug-in-Modulen vertieft mit der Essenz einer für sie fremden Disziplin, mit Spezialthemen und Herausforderungen in fachüberspannenden Themenbereichen befassen.“

Sie können ganz persönliche und einmalige Kompetenzprofile ausbilden und sich Wissen aneignen, das in den regulären Curricula noch keine Berücksichtigung finden kann. Sie beschäftigen sich mit Fragestellungen und Ansätzen fachfremder Disziplinen und arbeiten gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen aus anderen Fächern an interdisziplinären Projekten. So entstehen Ideen und Expertise, um Lösungen für die drängenden gesellschaftlichen und technologischen Fragen zu finden.

Nachhaltigkeit, Unternehmensgründung und künstliche Intelligenz

Vier Module können interessierte Studierende zunächst belegen:

  • Digital Sustainability Transformation of, by and for the TUM: Das zweisemestrigen Lehr-Forschungs-Projekt wird von der Professur für Policy Analysis angeboten. In einer Vorlesung und einem Seminar bringen Teilnehmende Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen und entwickeln Ideen, um sie für die Transformation unserer Universität und unserer Gesellschaft fruchtbar zu machen.
  • Behavioral Economics Meet Real World Challenges. A Project Rally: In dem Modul des Lehrstuhls für Unternehmensführung gewinnen Teilnehmende einen Überblick über aktuelle Themen der Verhaltensökonomie und deren Anwendung auf gesellschaftliche oder ökologische Herausforderungen und setzen sich mit einem spezifischen Thema vertieft auseinander.
  • Lernen von Daten und Lineare Algebra: In dem vom Lehrstuhl für Datenverarbeitung angebotenen Blockkurs beschäftigen sich Studierende mit mathematischen Grundlagen und Werkzeugen aus dem Bereich der Linearen Algebra und vertiefen sie durch den Erwerb praktischer Programmierkenntnisse im Anwendungsfeld „Maschinelles Lernen“.

Auf der Webseite zu den Plug-in-Modulen finden Sie eine laufend aktualisierte Übersicht der Angebote. Dort können Sie sich auch über die genauen Modulinhalte, den Lehrveranstaltungstyp und den Anmeldungsmodus informieren.

Wer weiß – vielleicht sind es am Ende das Unternehmen der Biologin, das Impfstoffe der nächsten Generation entwickelt, der Mediziner, der mithilfe künstlicher Intelligenz ihre effektivste Anwendung berechnet, und die Informatikerin, die Modelle entwickelt, die dazu beitragen Lebensräume und Artenvielfalt zu schützen, die die nächste Pandemie verhindern.

Mehr Informationen:

Technische Universität München

Konstantin Götschel – TUM Center for Study and Teaching
goetschel(at)zv.tum.de

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