Ars-legendi-Preise

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verleiht jedes Jahr auf Vorschlag der Hochschul­rektoren­konferenz (HRK) den Ars-legendi­-­Preis für exzellente Hochschul­lehre sowie die Ars-legendi-Fakultätenpreise, die den Ansatz aufgreifen und die Auszeichnung in einzelnen Disziplinen verstetigen.

Mit dem Preis soll die besondere Bedeutung der Hochschul­lehre für die Aus­bildung des akademischen Nachwuchses sichtbar werden. Die Auszeichnung soll einen karrierewirksamen Anreiz schaffen, sich in der Hochschullehre zu engagieren und sie über den eigenen Wirkungsbereich hinaus zu fördern. Der Preis wurde bis zum Jahr 2012 in jährlich wechselnden Disziplinen bzw. Fächergruppen verliehen. Seit 2013 ist das Konzept neu ausgerichtet: Statt einer Disziplin bzw. Fächergruppe bildet nun eine spezifische Lehrsituation den Fokus der Ausschreibung. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.

Der Ars Legendi-Preis gehört zu den Kernelementen im programmatischen Schwerpunkt des Stifterverbandes, den Stellenwert der akademischen Lehre zu steigern. Darüber hinaus soll sich die Qualität der Lehre als ein zentrales Gütekriterium für Hochschulen etablieren und als strategisches Ziel des Qualitätsmanagements der Hochschulen profiliert werden.

Die aktuellen Ausschreibungen für den Ars-Legendi-Lehrpreis finden Sie auf den Webseiten des Stifterverbands.

Ars-legendi-Fakultätenpreise

Die Ars-legendi-Fakultätenpreise werden in fünf Disziplinen vergeben:

  • Medizin: Den Anfang machte im Jahr 2010 die Einführung eines Preises für exzellente Lehre in der Hochschulmedizin. Dies ist eine gemeinsam von Stifterverband und Medizinischem Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland verliehene Auszeichnung, die mit 30.000 Euro dotiert ist und jährlich vergeben wird.
     
  • Ingenieurwissenschaften und Informatik: Im Jahre 2011 ist ein weiterer Fakultätenpreis in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik hinzugekommen. Er wird gemeinsam vom Stifterverband, dem Dachverband der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik 4ING alle drei Jahre ausgelobt und ist mit 25.000 Euro dotiert.
     
  • Rechtswissenschaften: 2012 wurde erstmals der Fakultätenpreis für herausragende und innovative Leistungen in Lehre, Prüfung, Beratung und Betreuung an Juristischen Fakultäten verliehen. Er wird jährlich vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert.
     
  • Mathematik und Naturwissenschaften: 2013 haben der Stifterverband, die Deutsche Mathematiker-Vereinigung, die Deutsche Physikalische Gesellschaft, die Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Verband für Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland erstmals einen Preis für exzellente Hochschullehre in der Mathematik und in den Naturwissenschaften ausgeschrieben. Er ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert und wird jährlich vergeben in den vier Kategorien Biowissenschaften, Chemie, Mathematik und Physik vergeben.
     
  • Sportwissenschaften: Der Stifterverband und der Fakultätentag Sportwissenschaft loben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft 2017 erstmals den Ars legendi-Fakultätenpreis für exzellente Hochschullehre in der Sportwissenschaft aus. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Weitere Informationen zu den einzelnen Fakultätspreisen und den jeweiligen Ausschreibungen finden Sie auf den Webseiten des Stifterverbands.

Preisträger der TUM

Interaktives Lernen auch in großen Veranstaltungen ermöglichen, Studierende stets aktiv miteinbinden, und eine Verbindung von Theorie und Praxis schaffen – das sind Erfolgskomponenten für die mit dem Ars-Legendi-Fakultätenpreis 2020 ausgezeichnete Lehre von Dr. Stephan Krusche.

Für Stephan Krusche ist es wichtig, dass die Studierenden selbst etwas ausprobieren – nur dann kann sich ein nachhaltiger Lernerfolg einstellen. Mit der eigens entwickelten Lernplattform Artemis können Studierende in großen Vorlesungen Programmieraufgaben abgeben und erhalten durch automatische Tests direktes Feedback dazu. So wird zum Beispiel auch aufgezeigt, an welcher Stelle Fehler gemacht wurden. Neben Programmieraufgaben gibt es verschiedene Quiz- oder Modellierungsaufgaben, über die das Verständnis des Lehrstoffs geprüft werden kann. Die Lernplattform wird mittlerweile in mehreren großen Grundlagenvorlesungen der Informatik eingesetzt.

Im Vorlesungssaal Aufgaben zu lösen ist das eine – wie aber sieht es mit der konkreten Anwendbarkeit des Gelernten in der industriellen Praxis aus?Um den Studierenden einen praktischen Einblick in die Entwicklung industriell anwendbarer Software zu ermöglichen, hat Stephan Krusche daher das iPraktikum weiterentwickelt. In diesem Praktikum werden reale anspruchsvolle Projekte in Kooperation mit renommierten Firmen durchgeführt.

Eine Vorreiter-Rolle hat Stephan Krusche außerdem dadurch, dass er eine eigene Lehr- und Lernforschung betreibt. Eine kontinuierliche Verbesserung der Lehre, ausgerichtet am Feedback der Studierenden, ist dabei sein Anliegen.

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer Videokonferenz am 23.07.2020 statt. Sehen Sie hier das Video zur Preisverleihung

Wenn Studierende eine „Bonbon-Vorlesung“ besuchen oder an einem „Reporterseminar“ teilnehmen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Studierende von Jürgen Richter-Gebert, der 2011 mit dem Ars-legendi-Preis für exzellente Hochschullehre ausgezeichnet wurde.

Die Veranstaltungsformate hat der Professor für Geometrie und Visuali­sierung entwickelt, um eine aktive Auseinandersetzung der Studieren­den mit den wissenschaftlichen Inhalten des Mathe­matikstudiums zu fördern und ihnen darüber hinaus Kompeten­zen wie Selbstreflexion oder Teamfähigkeit zu ver­mitteln. Für Richter-Gebert ist es wichtig, auf jeden Studierenden indivi­duell einzu­gehen und kontinuierlich Rück­meldungen zum Leistungs­stand zu geben.

Um die Studierenden zu unterstützen und zu motivieren, stellt er ihnen das selbst entwickelte Begleitmaterial zu seinen Ver­anstal­tungen auf der Internet­seite www.mathe-vital.de zur Verfügung und erarbeitet auf Anfrage auch für seine Kolleginnen und Kollegen Lehrmaterialien. Darüber hinaus hat er die Mathematik-Ausstellung „ix-quadrat“ konzipiert, die mathematische Probleme visuell veranschaulicht, und ist am Programm „Cinderella“ beteiligt, einer interaktiven Geometrie-Software.