Ministerpräsident Horst Seehofer mit TUM-Präsident Prof. Wolfgang Herrmann vor der Neutronenquelle. (Foto: Andreas Heddergott / TUM)
Ministerpräsident Horst Seehofer mit TUM-Präsident Prof. Wolfgang Herrmann vor der Neutronenquelle. (Foto: Andreas Heddergott / TUM)
  • Forschung

Ministerpräsident Seehofer und Wissenschaftsminister Heubisch am FRM IISeehofer und Heubisch: „Garchinger Neutronenquelle ist ein Symbol für die Forschungsstärke des Wissenschaftsstandorts Bayern“

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch besuchten heute die Forschungs-Neutronenquelle FRM II der Technischen Universität München (TUM).

Beide waren beeindruckt von der nationalen und internationalen Bedeutung der Neutronenquelle in der Spitzenforschung. Ministerpräsident Seehofer hob hervor: „Hier zeigt sich, dass die Investitionen des Freistaats in die Wissenschaft reiche Früchte tragen. Der FRM II war ein riesiger finanzieller Kraftakt, der so wohl nur in Bayern möglich war.“ Der Freistaat habe den Großteil der insgesamt 435 Millionen Euro Baukosten getragen, der Bund habe 81 Millionen beigesteuert. Wissenschaftsminister Heubisch betonte, dass die außergewöhnliche Qualität des Neutronenflusses völlig neue wissenschaftliche Perspektiven auf zahlreichen Forschungsfeldern eröffne, wie den Materialwissenschaften, der Medizin und der Physik.

TUM-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Herrmann fügte hinzu: „Die wissenschaftliche Welt steht Schlange an der Garchinger Neutronenquelle. An keiner anderen Forschungsstätte der Welt gibt es eine Neutronenquelle, die uns hinsichtlich der Anwendungsvielfalt das Wasser reichen kann. Mit dem FRM II punktet Bayern für Deutschland.“ Gut angelaufen seien, so Herrmann, die Arbeiten der Forschergruppe aus Jülich, die eine willkommene Bereicherung des wissenschaftlichen Gesamtportfolios bedeute. Prof. Dr. Winfried Petry, Wissenschaftlicher Direktor des FRM II ergänzte, dass für die nahe Zukunft eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Forschungszentrum Jülich und der Garchinger Neutronenquelle geplant sei.

Heubisch zeigte sich erfreut, dass der FRM II in Zukunft einen Beitrag für die Gesundheit der Menschen in Europa leisten wird: „Der FRM II baut derzeit eine Anlage für die Produktion des Isotops Molybdän-99, das für die Herstellung wichtiger Radiopharmaka benötigt wird. Der Bedarf an Mo-99 für die Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen ist weltweit hoch; schon jetzt kommt es immer wieder zu Versorgungsengpässen. Nach Abschluss der technischen Anpassungsmaßnahme, ab 2014, wird der FRM II in der Lage sein, etwa 50 Prozent des europäischen Bedarfs abzudecken. An den Gesamtkosten von 5,4 Mio. € beteiligen sich der Freistaat Bayern (1,2 Millionen Euro), der Bund und Industriepartner.“

Ministerpräsident Seehofer bezog Stellung zur geplanten Umrüstung des FRM II auf niedriger angereichertes Uran (MEU): „Der Freistaat Bayern hat sich verpflichtet, den FRM II von hoch angereichertem Uran (HEU) auf niedriger angereichertes Uran (MEU) umzurüsten, so bald dies technisch wie wissenschaftlich möglich ist. Diese Verpflichtung nehmen wir sehr ernst.“ Trotz intensivster Forschungsarbeiten sei im Moment weltweit aber noch niemand in der Lage, die Umrüstung vorzunehmen; selbst die USA hätten die Umrüstung ihrer Neutronenquellen in das nächste Jahrzehnt verschieben müssen. „Wir sind zuversichtlich, dass eine Umrüstung zum Jahr 2018 möglich sein wird und stehen dazu in intensiven Gesprächen mit dem Bund“, so Seehofer weiter. Präsident Prof. Herrmann und das Direktorium des FRM II versicherten, dass die TUM zu ihrem Engagement stehe und umrüsten werde, sobald ein geeigneter Brennstoff gefunden sei. „Wir investieren erhebliche Forschungskapazität in die Entwicklung des niedriger angereicherten Brennstoffs. Der Freistaat Bayern und der Bund unterstützen dies mit Fördermitteln“, sagte der Wissenschaftliche Direktor des FRM II, Prof. Petry.

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