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Prof. Dieter Saur (l.) und Prof. Roland Rad.
Prof. Dieter Saur (l.) und Prof. Roland Rad (Bild: A. Heddergott / TUM)
  • Forschung

Deutsche Krebsgesellschaft ehrt Prof. Roland Rad und Prof. Dieter Saur

Krebsforschungspreis für zwei Wissenschaftler der TUM

Prof. Roland Rad und Prof. Dieter Saur von der Technischen Universität München (TUM) sind gestern mit dem Deutschen Krebspreis in der Kategorie experimentelle Forschung ausgezeichnet worden. Die Wissenschaftler erhielten den Preis für ihre gemeinsamen Arbeiten zur Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Beide forschen am TranslaTUM, dem Zentralinstitut für Translationale Krebsforschung.

Prof. Roland Rad, Direktor des Instituts für Molekulare Onkologie und Funktionelle Genomik, und Dieter Saur, Professor für Translationale Tumorforschung,  untersuchen mit Hilfe von Mausmodellen die molekularen Vorgänge der Krebsentstehung. Sie haben genetische Technologien entwickelt, die es ermöglichen, das Erbgut systematisch nach Tumorgenen abzusuchen und diese gezielt in der Maus zu manipulieren. Im Rahmen ihrer Arbeiten entdeckten sie molekulare Prozesse, die an der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs beteiligt sind. Bauchspeicheldrüsentumoren gehören zu den Krebsarten mit der weltweit höchsten Sterblichkeitsrate – zum Zeitpunkt der Diagnosestellung liegen oft schon Metastasen vor.

Als Ergebnis einer zehnjährigen Zusammenarbeit konnten beide Forscher 2018 erstmals nachweisen, dass wichtige Eigenschaften von Bauchspeicheldrüsentumoren durch die Anzahl der fehlerhaften Kopien des Krebsgens KRAS bestimmt werden. Das Gen spielt bei der Zellvermehrung eine wichtige Rolle und ist in 90 Prozent aller menschlichen Bauchspeicheldrüsentumoren aktiviert. Die Wissenschaftler zeigten, dass die Zahl der mutierten KRAS-Kopien in unmittelbarem Bezug zur Aggressivität des jeweiligen Tumors und seiner Fähigkeit zur Metastasierung steht, und sie deckten die biologischen Prinzipien auf, die der Entstehungsgeschichte dieser unterschiedlichen Ausprägungen der Krankheit zugrunde liegen. In der Begründung der Jury hieß es, die Erkenntnisse der Wissenschaftler lieferten grundlegende neue Beiträge zum Verständnis der Tumorentstehung mit weitreichender Bedeutung auch für andere Krebsarten.

Forschungsgruppen am TranslaTUM

Rad, Saur und ihre Arbeitsgruppen forschen am TranslaTUM, einem wegweisenden interdisziplinären Krebsforschungszentrum der TUM. Dort erforschen Medizinerinnen und Mediziner gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften Ursachen, Diagnosemethoden und möglichen Therapien für Krebserkrankungen. Der Name TranslaTUM verweist auf eine weitere Besonderheit des Zentrums: Neue Erkenntnisse sollen besonders schnell in die klinische Praxis übertragen werden und Patientinnen und Patienten zugute kommen – fachsprachlich wird dieser Prozess Translation genannt. Möglich wird dies durch die räumliche Nähe zum Klinikum rechts der Isar, dem Universitätsklinikum der TUM. Ärztinnen und Ärzte können so aus ihren Erfahrungen über individuelle Krankheitsverläufe in neue Forschungsansätze einfließen lassen und die Ergebnisse klinisch zur Anwendung bringen.

Der Deutsche Krebspreis wird jährlich in drei Kategorien vergeben. Neben der experimentellen Forschung wurden auch Arbeiten zu klinischer und translationaler Forschung ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung verliehen und gehört zu den höchsten Auszeichnungen in der deutschen Krebsmedizin. Die Auszeichnungen wurden auf dem 20. Internationalen AEK-Kongress in Heidelberg verliehen.

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Technische Universität München Paul Hellmich
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Roland Rad und sein Team beschäftigen sich mit der Untersuchung molekularer und translationaler Aspekte der Krebsentstehung. (Bild: A. Heddergott / TUM)

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