Helmut Schönenberger, Vizepräsident für Entrepreneurship, gratuliert Manuel Thurner und Konstantin Mehl von Kaia Health Software.
Helmut Schönenberger, Vizepräsident für Entrepreneurship, gratuliert Manuel Thurner und Konstantin Mehl von Kaia Health Software.
Bild: Andreas Heddergott / TUM
  • Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, Entrepreneurship
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Start-up Kaia Health erhält TUM Presidential Entrepreneurship AwardAuszeichnung für digitale Therapie-Programme

Eine App für die Behandlung chronischer Krankheiten, ein Bauroboter und eine Kühltechnologie für Quantentechnologien: Mit diesen Produkten sind die Start-ups Kaia Health Software, KEWAZO und Kiutra erfolgreich. Gestern waren sie für den TUM Presidential Entrepreneurship Award nominiert – ausgezeichnet wurde Kaia Health. Zuvor diskutierten beim Entrepreneurship Day Gäste der EuroTech Universities Alliance über das europäische Ökosystem.

Wie Start-ups europaweit Erfolg haben können, ob das israelische Ökosystem ein Vorbild ist und wie Europa eine technologische Souveränität erreichen kann – drei von zahlreichen Fragen, über die Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft gestern beim TUM Entrepreneurship Day diskutierten. „Joining forces to boost the European Innovation Ecosystem” war das Thema der Veranstaltung, die TUM und UnternehmerTUM diesmal mit ihren Partnern der EuroTech Universities Alliance aus Frankreich, Israel, den Niederlanden, Dänemark und der Schweiz ausrichtete. Gründungsinteressierte konnten zudem an Online-Workshops teilnehmen und sich mit erfolgreichen Gründerinnen und Gründern austauschen.

Am Abend wurde der TUM Presidential Entrepreneurship Award verliehen. Die Jury achtet bei der Auszeichnung auf Geschäftsideen, die maßgeblich auf Forschungsergebnissen beruhen, ein hohes Wachstumspotenzial haben und erste Finanzierungserfolge vorweisen können. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, gestiftet vom Bund der Freunde der TUM.

Die nominierten Start-ups im Video

Preisträger: Kaia Health Software

Bei vielen chronischen Krankheiten ist es wichtig, dass die Betroffenen regelmäßig Bewegungs- oder Atemübungen machen. Nicht immer ist dabei eine Unterstützung durch Therapeutinnen und Therapeuten möglich – zu Hause aber kann es vorkommen, dass die Übungen falsch ausgeführt werden. Kaia Health hat deshalb eine App mit Therapien für verschiedene chronische Krankheiten entwickelt. Mit einer Computer-Vision-Technologie kann die App die Übungen über die Handykamera kontrollieren und Hinweise zur Verbesserung geben. Darüber hinaus können die Anwenderinnen und Anwender mit ihren Therapie- und Arztpraxen interagieren. Bislang bietet die App Therapien für Rückenschmerzen und die Lungenkrankheit COPD, weitere sollen folgen.

Die Gründer Konstantin Mehl und Manuel Thurner, BWL- beziehungsweise Informatikabsolvent der TUM, wollen so auch dazu beitragen, das Gesundheitssystem zu entlasten. Gefördert wurden sie durch das Center for Digital Technology and Management. Das CDTM bietet ein Zusatzstudium, bei dem die Studierenden in interdisziplinären Teams neue Technologien konstruieren, daraus konkrete Produkte entwickeln und eine Firmengründung vorbereiten. Nach der Gründung 2015 konnte das Start-up mehrere Finanzierungsrunden erfolgreich abschließen, beschäftigt heute mehr als 200 Mitarbeitende und betreibt eine Niederlassung in New York.

Finalist: KEWAZO

Die Montage von Gerüsten ist für die Arbeiter körperlich enorm belastend und kann schnell gefährlich werden, weshalb es immer weniger Interessenten für diesen Beruf gibt. KEWAZO hat einen Roboter entwickelt, der das Material automatisiert transportiert und selbstständig seinen Weg findet. Er ist leicht installierbar und batteriebetrieben. Unternehmen können so den Fachkräftemangel ausgleichen, die Arbeitssicherheit verbessern und Montagekosten sparen. Darüber hinaus analysiert die Technologie Betriebsdaten und ermöglicht damit ein besseres Projektmanagement.

Das Gründungsteam, dessen Mitglieder Baurobotik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften studiert hatten, hatte sich beim Think.Make.Start-Hackathon kennengelernt und wurde in mehreren Formaten von TUM und UnternehmerTUM gefördert, darunter im US Venture Program und im XPRENEURS Inkubatorprogramm. Sein Produkt verkauft das Start-up heute nicht nur an Bauunternehmen, sondern auch an Betreiber großer Industrieanlagen und Schiffsbauwerften.

Finalist: Kiutra

Mit der Nutzung von quantenmechanischen Effekten werden derzeit vollkommen neue und deutlich leistungsfähigere Technologien entwickelt. Doch für den Betrieb von Quantentechnologien werden in der Regel ultratiefe Temperaturen benötigt. Kiutra hat eine magnetische Kühltechnologie erfunden, die solche Temperaturen erzeugen kann, ohne dafür wie bisherige Verfahren tiefkalt-verflüssigte Gase wie etwa das seltene und teure Helium-3 zu benötigen. Das Produkt ist auch für eine dauerhafte Anwendung und damit für den industriellen Einsatz geeignet. Außerdem bietet das Unternehmen hochautomatisierte Geräte für Schnelltests bei niedrigen Temperaturen an.

Vier Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Topologie korrelierter Systeme haben Kiutra 2018 gegründet. Sie wurden von der TUM Gründungsberatung und in mehreren Lehrformaten von UnternehmerTUM gefördert. Das Start-up konnte mehrfach privates Kapital einsammeln und beschäftigt mehr als 30 Mitarbeitende.

Mehr Informationen:

Jedes Jahr werden an der TUM 70 bis 80 technologieorientierte Unternehmen gegründet. TUM und UnternehmerTUM unterstützen Start-ups mit Programmen, die exakt auf die einzelnen Phasen der Gründung zugeschnitten sind – von der Konzeption eines Geschäftsmodells bis zum Management-Training, vom Markteintritt bis zum möglichen Börsengang. Die TUM Venture Labs bieten Gründungsteams aus bedeutenden Wissenschaftsfeldern ein ganzes Ökosystem in unmittelbarer Anbindung an die Forschung. Bis zu 30 Teams können den TUM Incubator nutzen, um sich auf den Start ihres Unternehmens vorzubereiten. UnternehmerTUM investiert mit einem eigenen Venture Capital Fonds in vielversprechende Technologieunternehmen und bietet mit dem MakerSpace eine 1.500 Quadratmeter große Hightech-Werkstatt für den Prototypenbau. Diese Förderung ist laut „Gründungsradar“ die beste an den großen deutschen Hochschulen.

Technische Universität München

Corporate Communications Center Klaus Becker
klaus.becker(at)tum.de

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