Wissenswertes rund um das Studium mit Behinderung und chronischer Erkrankung

Auf dieser Seite finde Sie zahlreiche Informationen, Zahlen und Fakten zum Thema Studieren mit Behinderung und chronischer Erkrankung. Weiterführende Informationen sind verlinkt. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Fragen, Anregungen oder Wünsche haben!

Zahlen und Fakten

In verschiedenen Erhebungen wurden in den letzten Jahren Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung zu ihrer Studiensituation befragt. Die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchungen finden Sie im Folgenden. Die ausführlichen Untersuchungen sind auf der Seite der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks abrufbar.

21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

Im Folgenden sind die wichtigsten Ergebnisse der 21. Sozialerhebung (2016) des Deutschen Studentenwerks, die gesundheitliche Beeinträchtigungen und die damit zusammenhängende Studienerschwernis betreffen, zusammenfasst. Die gesamte Studie sowie frühere Studien finden Sie auf der offiziellen Seite der Sozialerhebung und bei der IBS.

Immer mehr Studierende geben an, dass sich körperliche, seelische oder Sinnes-Beeinträchtigungen studienerschwerend auswirken.

  • 11 % aller Studierenden geben eine oder mehrere studienrelevante Beeinträchtigung/en an. Dies bedeutet einen Anstieg um 57 % gegenüber 2012 (2012: 7%). Die absoluten Zahlen haben sich fast verdoppelt (2016: 264.000 Studierende, 2012: 137.000 Studierende).
  • 6 % aller Studierenden geben an, dass sich ihre Beeinträchtigungen stark oder sehr stark studienerschwerend auswirken. 2012 waren es nur 1,8 %. Bezogen auf die Gruppe der Studierenden mit Beeinträchtigungen hat sich der Anteil der Studierenden mit (sehr) starker Studienerschwernis gegenüber 2012 mehr als verdoppelt (2016: 57 %, 2012: 27 %).
  • 55% der Studierenden mit Beeinträchtigung geben an, dass sie eine psychische Erkrankungen haben, womit sie auch 2016 die größte Gruppe stellen (unter den studienrelevanten Beeinträchtigten; Anstieg des Anteils von 13% gegenüber 2012 mit 42 %).
  • Studierende mit einer studienbeeträchtigenden psychischen Erkrankung geben an, dass sich diese auf ihr Studium auswirkt, 63% von ihnen geben eine (sehr) starke Studienerschwernis an.

Studierende mit Beeinträchtigungen im Vergleich zu ihren Kommiliton/innen

  • unterbrechen deutlich häufiger (und länger) ihr Studium (2016: 32% vs. 13%; 2012: 27% vs. 8%),
  • wechseln öfter den Studiengang (2016: 31% vs. 21%; 2012: 28% vs. 16%) oder die Hochschule (2016: 22% vs. 16%; 2012: wie 2016).
  • studieren häufig länger und haben über 10 Hochschulsemester absolviert (2016: 36%, 2012: 28% vs. 2016: 22%, 2012: 18% ohne Beeinträchtigung mit mehr als 10 HS).
  • sehen die Finanzierung ihres Lebensunterhalts seltener als gesichert an (2016: 49% vs. 70%; 2012: 53% vs. 70%).

best1 und best2: Datenerhebung „beeinträchtigt studieren“

2011/12 und 2016–2018 wurden im Rahmen der „beeinträchtigt studieren“-Datenerhebung, kurz „best1“ und „best2“, Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten an über 150 Hochschulen zu ihrer Studiensituation befragt. Die ausführliche Dokumentation finden Sie auf der offiziellen Homepage der Umfage.

Die Befragung der fast 21.000 Studierenden mit Beeinträchtigung von 153 Hochschulen, die im Wintersemester 2016/17 an best2 teilgenommen haben, ergab:

  • Bei 96 % der Studierenden mit Beeinträchtigung ist diese auf Anhieb nicht sichtbar, bei gut 67% auch auf Dauer nicht sichtbar.

Studienerschwerende Auswirkungen ergeben sich bei

  • 53% durch psychische Erkrankungen (8% mehr als 2011),
  • 20% durch chronisch-somatische Erkrankungen (zum Beispiel Multiple Sklerose, Rheuma oder Epilepsie),
  • 10% durch Bewegungs- und Sinnesbeeinträchtigungen,
  • 4% durch Legasthenie und andere Teilleistungsstörungen,
  • 6% durch sonstige Beeinträchtigungen.
  • 7% der Studierenden geben mehrere gleich stark studienrelevante Beeinträchtigungen an,
  • 62% geben starke Studienerschwernisse an.

Die Studienerschwernis bezieht sich bei:

  • 89 % auf die Durchführung des Studiums,
  • 65 % auf Prüfungen,
  • 57 % auf Studienorganisation, Lehre, Lernen,
  • 44 % auf Kontakte und Kommunikation an der Hochschule, was die Inanspruchnahme von Unterstützung erschweren kann.

Wenn ein Nachteilsausgleich genutzt wird (29%), wird dieser meist für konkrete Prüfungssituationen beantragt und von 73% als hilfreich empfunden.